Ein gelungenes Leben – „Und nichts war geplant“

Der frühere Landtagsabgeordnete Josef Rebhan feiert seinen 80. Geburtstag

Gratuliationscour: Josef Rebhan (3. von rechts), links daneben der frühere Bundestagsabgeordnete Franz Sauter, daneben Rita Rebhan. Foto: King

KREIS ROTTWEIL – Sei­nen 80. Geburts­tag fei­er­te der frü­he­re Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Josef Reb­han bei strah­len­dem Son­nen­schein und in fro­her Run­de zusam­men mit Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen und mit Weg­ge­fähr­ten aus vie­len Jahr­zehn­ten.

Du hasch vie­les recht gemacht.“ Die genau­so kurz und ker­nig for­mu­lier­te Aus­sa­ge des frü­he­ren Staats­se­kre­tärs Wolf­gang Rück­ert brach­te wohl exakt auf den Punkt, was alle die Gäs­te an Emp­fin­dung, an Freu­de und auch an Dank mit­brach­ten zu die­sem so unkom­pli­zier­ten, den­noch aber wür­di­gen Fest im Win­ter­gar­ten der Fami­lie Reb­han in Wel­len­din­gen.

Und es war in der Tat vie­les, was der jetzt 80 Jah­re alt gewor­de­ne, aber wie eh und je agi­le und quir­li­ge Jubi­lar in all den Jah­ren geleis­tet hat. Und noch immer leis­tet: Denn dass Josef Reb­han auch heu­te noch, 21 Jah­re nach sei­nem Aus­schei­den aus dem Par­la­ment nicht nur in der Ver­ei­ni­gung der ehe­ma­li­gen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten, des­sen Vor­sit­zen­der Rück­ert ist, eine wich­ti­ge Rol­le spielt und er über­haupt noch immer hohes Anse­hen in der Lan­des­po­li­tik genießt, sagt eine gan­ze Men­ge über den Mann, der im Jah­re 1956 erst­mals poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung über­nahm.

Was sein Vater gar nicht so ger­ne sah, wie Josef Reb­han mit­teil­te. Aus eher klei­nen Ver­hält­nis­sen kom­mend, schien dies nicht ange­bracht. Doch weil er die dama­li­gen Mit­strei­ter wie Erwin Teu­fel, Hei­ner Geiß­ler, Bru­no Heck und Franz Sau­ter als Ehren­leu­te erkann­te, lag der Zustim­mung zum Mit­ma­chen nichts mehr im Wege. Zwi­schen dem dama­li­gen Vor­sitz der Jun­gen Uni­on im Kreis über die dann fol­gen­den zahl­rei­chen Funk­tio­nen und Ämter – Kreis­tag, CDU-Kreis­vor­sit­zen­der, Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter, Kreis­vor­sit­zen­der der Senio­ren-Uni­on, um nur eini­ge weni­ge zu nen­nen – bis zu den heu­ti­gen Tätig­kei­ten wie der im Senio­ren­rat lie­gen Jahr­zehn­te.

Vie­le erfüll­te, aber vor allem auch arbeits­rei­che Jah­re, in denen Josef Reb­han mit sei­nen Über­zeu­gun­gen, sei­ner Ver­an­ke­rung in der Hei­mat, mit sei­nen Talen­ten und Fähig­kei­ten, so eini­ge der in den ver­schie­de­nen Reden genann­ten Kenn­zei­chen sei­nes Wir­kens, sich ein­ge­setzt für die Gemein­schaft, für die Men­schen, denen er sich ver­ant­wort­lich fühl­te.

So sehr die Gra­tu­lan­ten bei ihren Reden ihre Wert­schät­zung des Jubi­lars aus ihrer Sicht dar­stell­ten, so sehr zeig­te des­sen Hin­weis, „dass nie­mand für sich allei­ne steht“, wie sehr ihn die Beglei­tung der Freun­de aus all den Jahr­zehn­ten geprägt haben. „Ohne Franz Sau­ter hät­te ich nie das Land­tags­man­dat ange­strebt“, wür­dig­te er die Freund­schaft und das lebens­lan­ge

Es war ein Fest unter Freun­den. Mit viel Nach­denk­lich­keit, auch an dem Fest­hal­ten an gemein­sa­men Wert­vor­stel­lun­gen, die ihre Gül­tig­keit genau­so behal­ten und die tra­gen. Auch wenn es manch­mal schwie­rig wird. Auch dar­an knüpf­ten man­che Erin­ne­run­gen. Und so ergab die Sum­me der Reden in die­ser Stun­de ein zwar nicht voll­stän­di­ges, aber doch tref­fen­des Bild eines Men­schen, der „an die­sem Ein­schnitt auf ein geglück­tes Leben zurück­bli­cken kann“ (Wolf­gang Rück­ert). Ein Gesamt­bild, das ohne sei­ne Ehe­frau Rita und sei­ne gesam­te Fami­lie nicht denk­bar ist.

All dies wur­de gewür­digt in den alle­samt sehr per­sön­lich gehal­te­nen Bei­trä­gen von sei­nem Nach­nach­fol­ger als Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter und CDU-Kreis­vor­sit­zen­der, Ste­fan Teu­fel („dan­ke für so man­chen Rat und Impuls“), vom Kreis­vor­sit­zen­den der Senio­ren-Uni­on, Hel­mut Spre­ter („auf dich und dein Wort konn­te ich mich in mei­ner Zeit als Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der im Rott­wei­ler Gemein­de­rat immer ver­las­sen“).

Vvom Kreis­vor­sit­zen­den des Senio­ren­ra­tes, Win­fried Halu­sa („auch als jemand aus dem Rhein­land, also mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund, kann ich sagen, dass du für mich seit den 1970er Jah­ren ein guter und ver­trau­ens­wür­di­ger Ansprech­part­ner warst und bist“). Und schließ­lich war es Gerold Teu­fel, der die jah­re­lan­ge Zusam­men­ar­beit in der Land­wirt­schafts­po­li­tik beleuch­te­te. Mit ein Zei­chen dafür, auf wie­viel Gebie­ten Josef Reb­han, des­sen eigent­li­che Domä­ne die Sozi­al­po­li­tik ist, er unter­wegs war.

Ein gelun­ge­nes Leben. „Und nichts war geplant.“ So Josef Reb­han bei sei­nen Dan­kes­wor­ten. In der Hand ein Bier­krug, den er zu sei­nem 50. Geburts­tag von Lothar Späth erhal­ten hat­te. Und in der Wür­di­gung des ehe­ma­li­gen Land­ra­tes Man­fred Auten­rieth, der ihn ein­mal in einer schwie­ri­gen Aus­ein­an­der­set­zung unter­stützt habe. Reb­han, Späth, Auten­rieth: jeweils Jahr­gang 1937. „Ein guter Jahr­gang“, schmun­zel­te der, der baden-würt­tem­ber­gi­sche Lan­des­po­li­tik mit­ge­prägt hat, des­sen gelieb­te Hei­mat aber immer sein Wel­len­din­gen blieb.