Die frisch gebackenen Mobilitätslotsen stehen nun Jugendlichen in ihren Einrichtungen als erste Anlaufstelle bei Fragen zu Auslandsaufenthalten zur Seite. Ganz rechts im Bild ist Robert Helm-Pleuger von der deutschen Eurodesk-Zentralstelle in Bonn. Foto: Flegr

ROTTWEIL – Elf frisch geba­cke­ne Mobi­li­täts­lot­sen weiß Kreis­ju­gend­re­fe­rent Kon­rad Fle­gr seit Ende Febru­ar an sei­ner Sei­te, wenn es dar­um geht, jun­ge Men­schen zu Aus­lands­auf­ent­hal­ten zu bera­ten und bei ihren Plä­nen zu unter­stüt­zen. In einer zwei­tä­gi­gen Fort­bil­dung im Land­rats­amt qua­li­fi­zier­ten sich Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Jugend­ar­beit und der Berufs­hil­fe für die­se Auf­ga­be. Sie ergän­zen nun die Ser­vice­stel­le „Euro­desk Rott­weil“, die beim Jugend- und Ver­sor­gungs­amt des Land­krei­ses ein­ge­rich­tet ist, um dezen­tra­le Anlauf­stel­len nahe an der Lebens­welt Jugend­li­cher.

Nach dem Schul­ab­schluss oder der Aus­bil­dung ins Aus­land zu gehen, um Land und Leu­te und viel­leicht auch sich selbst bes­ser ken­nen­zu­ler­nen, ist der Wunsch vie­ler Jugend­li­cher und jun­ger Erwach­se­ner. Spe­zi­el­le Mög­lich­kei­ten dazu gibt es auch schon für Schü­le­rin­nen und Schü­ler in Form von Schul­auf­ent­hal­ten im Aus­land und in Form von kür­ze­ren Pro­gram­men, die sich in den Feri­en ver­wirk­li­chen las­sen.

Sol­che „grenz­über­schrei­ten­de Mobi­li­tät“ zu för­dern, ist erklär­tes Ziel der Euro­päi­schen Uni­on und ihrer Mit­glieds­staa­ten. „Eras­mus+“ heißt das dazu auf­ge­leg­te För­der­pro­gramm und „Euro­desk“ das Netz­werk der Ser­vice- und Bera­tungs­stel­len. Poli­tik und Bil­dungs­trä­ger sind sich dar­in einig, dass mög­lichst alle jun­gen Men­schen, auch und gera­de Förder‑, Haupt- und Realschüler/innen, die Chan­ce haben sol­len, inter­kul­tu­rel­le Erfah­run­gen zu machen. Aus­lands­auf­ent­hal­te die­nen nicht nur dem wei­te­ren Sprach­er­werb und ver­bes­sern die Chan­cen auf dem Arbeits­markt, sie wir­ken vor allem so posi­tiv auf die Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung, wie es kaum ein ande­res Lern­feld kann.

Im Land­kreis Rott­weil wid­met sich die Jugend­ar­beit seit über zwei Jah­ren ganz inten­siv der Auf­ga­be, Wege ins Aus­land auf­zu­zei­gen und jun­gen Men­schen und ihren Fami­li­en hilf­rei­che Infor­ma­tio­nen dafür an die Hand zu geben. Bereits zwei Mal wur­de die Jugend­in­fo­mes­se „Jetzt aber weg“ durch­ge­führt. Über 20 Anbie­ter von Aus­lands­pro­gram­men stell­ten ihre Ange­bo­te direkt an ihrem Info-Tisch vor. Neu­tra­le und trä­ger­über­grei­fen­de Bro­schü­ren, sowie die Aus­stel­lung „RAUS VON ZUHAUS – Wege ins Aus­land“ von Euro­desk boten zudem aus­führ­li­che Beschrei­bun­gen der zahl­rei­chen Pro­gramm­ar­ten und sach­li­che Bera­tung zu allen auf­kom­men­den Fra­gen. Vor­trä­ge von fach­kun­di­gen Refe­ren­ten zu den wich­tigs­ten Aspek­ten der Pla­nung und Erleb­nis­be­rich­te von jun­gen Leu­ten aus der Regi­on, die schon im Aus­land waren, run­de­ten das Ange­bot ab.

Seit einem Jahr ist beim Kreis­ju­gend­re­fe­rat des Jugend- und Ver­sor­gungs­amts eine offi­zi­el­le regio­na­le Ser­vice­stel­le von Euro­desk ein­ge­rich­tet. Sie steht auch unter­jäh­rig als qua­li­fi­zier­te Infor­ma­ti­ons- und Bera­tungs­stel­le zur Ver­fü­gung. Dabei greift sie auf das amt­li­che Infor­ma­ti­ons­an­ge­bot zu und steht in direk­tem Kon­takt sowohl zur deut­schen Zen­tral­stel­le in Bonn als auch zu 1.500 Part­ne­rin­nen und Part­nern in ganz Euro­pa.

Mit der Aus­bil­dung der Mobi­li­täts­lot­sen ist nun ein wei­te­rer Schritt gelun­gen, das Bera­tungs­an­ge­bot über dezen­tra­le Anlauf­stel­len noch näher an die Lebens­welt der Jugend­li­chen her­an­zu­tra­gen. Dank der Fort­bil­dung durch den sehr erfah­re­nen Pro­jekt­ko­or­di­na­tor Robert Helm-Pleu­ger von der deut­schen Zen­tral­stel­le in Bonn kön­nen nun das Kin­der- und Jugend­re­fe­rat Rott­weil, die Stadt­ju­gend­pfle­ge Sulz, das Jugend­re­fe­rat Dun­nin­gen / Esch­bronn, die Jugend­ar­beit Dorn­han und das Berufs­in­for­ma­ti­ons­zen­trum (BIZ) Rott­weil der Agen­tur für Arbeit ihren Kun­den kom­pe­ten­te Erst­be­ra­tung auf kur­zem Weg anbie­ten.

Part­ner­schaf­ten über die Land­kreis­gren­zen hin­weg konn­ten auch geschlos­sen wer­den. Teil­ge­nom­men an der Aus­bil­dung haben näm­lich auch das Netz­werk Inter­na­tio­nal in Tutt­lin­gen und das BIZ in Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen.