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Rottweil
Donnerstag, 27. Februar 2020

Elf neue Mobilitätslotsen beraten Jugendliche auf kurzen Wegen

Beratungsnetzwerk zu Auslandsaufenthalten wächst

ROTTWEIL – Elf frisch gebackene Mobilitätslotsen weiß Kreisjugendreferent Konrad Flegr seit Ende Februar an seiner Seite, wenn es darum geht, junge Menschen zu Auslandsaufenthalten zu beraten und bei ihren Plänen zu unterstützen. In einer zweitägigen Fortbildung im Landratsamt qualifizierten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendarbeit und der Berufshilfe für diese Aufgabe. Sie ergänzen nun die Servicestelle „Eurodesk Rottweil“, die beim Jugend- und Versorgungsamt des Landkreises eingerichtet ist, um dezentrale Anlaufstellen nahe an der Lebenswelt Jugendlicher.

Nach dem Schulabschluss oder der Ausbildung ins Ausland zu gehen, um Land und Leute und vielleicht auch sich selbst besser kennenzulernen, ist der Wunsch vieler Jugendlicher und junger Erwachsener. Spezielle Möglichkeiten dazu gibt es auch schon für Schülerinnen und Schüler in Form von Schulaufenthalten im Ausland und in Form von kürzeren Programmen, die sich in den Ferien verwirklichen lassen.

Solche „grenzüberschreitende Mobilität“ zu fördern, ist erklärtes Ziel der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten. „Erasmus+“ heißt das dazu aufgelegte Förderprogramm und „Eurodesk“ das Netzwerk der Service- und Beratungsstellen. Politik und Bildungsträger sind sich darin einig, dass möglichst alle jungen Menschen, auch und gerade Förder-, Haupt- und Realschüler/innen, die Chance haben sollen, interkulturelle Erfahrungen zu machen. Auslandsaufenthalte dienen nicht nur dem weiteren Spracherwerb und verbessern die Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sie wirken vor allem so positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung, wie es kaum ein anderes Lernfeld kann.

Im Landkreis Rottweil widmet sich die Jugendarbeit seit über zwei Jahren ganz intensiv der Aufgabe, Wege ins Ausland aufzuzeigen und jungen Menschen und ihren Familien hilfreiche Informationen dafür an die Hand zu geben. Bereits zwei Mal wurde die Jugendinfomesse „Jetzt aber weg“ durchgeführt. Über 20 Anbieter von Auslandsprogrammen stellten ihre Angebote direkt an ihrem Info-Tisch vor. Neutrale und trägerübergreifende Broschüren, sowie die Ausstellung „RAUS VON ZUHAUS – Wege ins Ausland“ von Eurodesk boten zudem ausführliche Beschreibungen der zahlreichen Programmarten und sachliche Beratung zu allen aufkommenden Fragen. Vorträge von fachkundigen Referenten zu den wichtigsten Aspekten der Planung und Erlebnisberichte von jungen Leuten aus der Region, die schon im Ausland waren, rundeten das Angebot ab.

Seit einem Jahr ist beim Kreisjugendreferat des Jugend- und Versorgungsamts eine offizielle regionale Servicestelle von Eurodesk eingerichtet. Sie steht auch unterjährig als qualifizierte Informations- und Beratungsstelle zur Verfügung. Dabei greift sie auf das amtliche Informationsangebot zu und steht in direktem Kontakt sowohl zur deutschen Zentralstelle in Bonn als auch zu 1.500 Partnerinnen und Partnern in ganz Europa.

Mit der Ausbildung der Mobilitätslotsen ist nun ein weiterer Schritt gelungen, das Beratungsangebot über dezentrale Anlaufstellen noch näher an die Lebenswelt der Jugendlichen heranzutragen. Dank der Fortbildung durch den sehr erfahrenen Projektkoordinator Robert Helm-Pleuger von der deutschen Zentralstelle in Bonn können nun das Kinder- und Jugendreferat Rottweil, die Stadtjugendpflege Sulz, das Jugendreferat Dunningen / Eschbronn, die Jugendarbeit Dornhan und das Berufsinformationszentrum (BIZ) Rottweil der Agentur für Arbeit ihren Kunden kompetente Erstberatung auf kurzem Weg anbieten.

Partnerschaften über die Landkreisgrenzen hinweg konnten auch geschlossen werden. Teilgenommen an der Ausbildung haben nämlich auch das Netzwerk International in Tuttlingen und das BIZ in Villingen-Schwenningen.

 

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