Übergabe des Förderbescheids durch Staatssekretär Norbert Barthle an Bürgermeister Franz Moser. Mit dabei sind Vertreter der EGT und Mitglieder des Gemeinderats. Foto: pm

ESCHBRONN (pm)n – Der Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur, Nor­bert Barth­le, war am ver­gan­ge­nen Diens­tag auf Stipp­vi­si­te in Esch­bronn. Im Gepäck hat­te er – laut Pres­se­mit­tei­lung der Gemein­de – einen För­der­be­scheid für den Breit­band­aus­bau in Esch­bronn.

Bei der Über­ga­be des För­der­be­schei­des mit dabei waren neben Mit­glie­dern des Gemein­de­rats auch der Ers­te Lan­des­be­am­te Her­mann Kopp sowie der Geschäfts­füh­rer der EGT Ener­gie GmbH, Erik Hugel, und eben­falls von der EGT Bau­lei­ter Hel­mut Fleig.

Die Gemein­de Esch­bronn hat die Ziel­set­zung, die Gebäu­de direkt mit Glas­fa­ser zu erschlie­ßen. Staats­se­kre­tär Barth­le hat die Gemein­de in die­sem Ansin­nen bestärkt. Zwar wer­de man aktu­el­le Anfor­de­run­gen noch mit Kup­fer­tech­no­lo­gie und Vec­to­ring abde­cken kön­nen. Es sei aber abseh­bar, dass künf­ti­ge Anfor­de­run­gen höhe­re Band­brei­ten erfor­dern, die ein­zig und allein durch Glas­fa­ser­tech­no­lo­gie zu errei­chen sei­en.

Das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um för­dert den Aus­bau in Esch­bronn mit 50 Pro­zent der för­der­fä­hi­gen Kos­ten. Das Bun­des­pro­gramm sieht aus­drück­lich eine Co-Finan­zie­rung durch die Län­der vor. In Baden-Würt­tem­berg beträgt die­se aktu­ell 20 Pro­zent der för­der­fä­hi­gen Gesamt­kos­ten, so dass ein Eigen­an­teil von 30 Pro­zent ver­bleibt. Staats­se­kre­tär Barth­le beschei­nig­te der Gemein­de Esch­bronn, dass sie mit ihrem Enga­ge­ment weit vor­ne mit dabei ist.

Dass die Gemein­de Esch­bronn als Bei­spiel für ande­re in Sachen Breit­band­ver­sor­gung die­nen kann, liegt ganz erheb­lich am Enga­ge­ment der EGT Tri­berg. Mit dem Aus­bau des Gas­net­zes und den damit ver­bun­de­nen Tief­bau­ar­bei­ten in bei­den Orts­tei­len bie­tet es sich an, auch gleich ein Glas­fa­ser­netz auf­zu­bau­en. Aller­dings wür­den hier­zu die Res­sour­cen der Gemein­de bei wei­tem nicht aus­rei­chen.

Die EGT hat zudem inno­va­ti­ve Ver­le­ge­me­tho­den ein­ge­bracht, die ins­be­son­de­re bei den Haus­an­schlüs­sen einer­seits in erheb­li­chem Maße Kos­ten redu­zie­ren und ande­rer­seits es auch ver­mei­den, dass Hof­flä­chen und Vor­gär­ten mehr­fach auf­ge­gra­ben wer­den müs­sen. Geschäfts­füh­rer Erik Hugel hat die Gele­gen­heit genutzt, die inno­va­ti­ven Ansät­ze der EGT auf­zu­zei­gen.

Staats­se­kre­tär Nor­bert Barth­le war vom Enga­ge­ment und der Inno­va­ti­ons­kraft der EGT sehr ange­tan. Aber auch das Enga­ge­ment der EGT ent­fal­tet nur dann Wir­kung, wenn die Gebäu­de­ei­gen­tü­mer in gro­ßer Zahl ange­bo­te­ne Lösun­gen akzep­tie­ren und umset­zen. Die­se Akzep­tanz ist beim bis­he­ri­gen Aus­bau sehr hoch. In der Orts­la­ge Maria­zell sind bis­lang weit über 100 Anschlüs­se für Gas und Glas rea­li­siert wor­den. In ein­zel­nen Stra­ßen­zü­gen liegt die Anschluss­quo­te bei über 90 Pro­zent.

Der Ers­te Lan­des­be­am­te Her­mann Kopp zeig­te auf, dass der Land­kreis Rott­weil auf das so genann­te Deckungs­lü­cken­mo­dell setzt. Bei die­sem Modell gewährt die Kom­mu­ne einem Betrei­ber eine Bei­hil­fe für den Aus­bau der Berei­che, deren Aus­bau unwirt­schaft­lich ist und die des­halb auch von den Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men nicht markt­ge­trie­ben eigen­wirt­schaft­lich aus­ge­baut wer­den. Er wünsch­te sich, dass auch das Land die­ses Modell stär­ker för­dert und sei­ne För­der­po­li­tik auch inso­fern bes­ser mit der Bun­des­för­de­rung koor­di­niert.

Gegen­über dem Betrei­ber­mo­dell, bei dem die Kom­mu­nen auf eige­ne Rech­nung und eige­nes Risi­ko Struk­tu­ren auf­bau­en und an einen Netz­be­trei­ber ver­mie­ten, bie­te das Deckungs­lü­cken­mo­dell im Land­kreis einen schnel­le­ren Erfolg. Zudem sei die finan­zi­el­le Belas­tung und das wirt­schaft­li­che Risi­ko bes­ser über­schau­bar. Bür­ger­meis­ter Franz Moser hofft nun auf der Grund­la­ge der Bun­des­för­de­rung auf einen schrift­lich in Aus­sicht gestell­ten För­der­be­scheid des Lan­des. Er wünsch­te sich eben­falls eine Gleich­be­hand­lung der bei­den Aus­bau­mo­del­le und damit auch eine Annä­he­rung an die För­der­pra­xis ande­rer Bun­des­län­der.

Die Gemein­de Esch­bronn hat par­al­lel zu dem Zuschuss­ver­fah­ren im vor­ge­schrie­be­nen mehr­stu­fi­gen Ver­fah­ren den Aus­bau des Breit­band­net­zes aus­ge­schrie­ben. Das Ver­fah­ren ist bereits sehr weit gedie­hen, so dass bis Okto­ber Ergeb­nis­se vor­lie­gen kön­nen. Wenn dann ein Ver­trags­part­ner fest steht, kön­nen auch aktu­ell an die Ver­wal­tung her­an­ge­tra­ge­ne Fra­gen hin­sicht­lich eines Aus­baus ver­läss­lich beant­wor­tet wer­den.