Eschbronn gibt Vollg(l)as

Glasfaserkabel werden nun in Gebäude eingeblasen

Die Bürgerschaft nimmt die Beratungsangebote der EGT Triberg und der Telekom in Sachen Gas und Glas gern in Anspruch. Die Eschbronner sind Vorreiter. Insofern besteht viel Gesprächsbedarf. Fotos: pm

Geil und ich gurk in Mün­chen immer noch mit 16k rum“, so lau­tet einer der Kom­men­ta­re im Inter­net zum Pro­jekt „Gas und Glas“ in Esch­bronn. Am ver­gan­ge­nen Frei­tag wur­de dort das Tor zu einer neu­en Ära auf­ge­schlos­sen. Dar­über berich­tet die Gemein­de in einer Pres­se­mit­tei­lung:

Nach­dem Bün­del von Glas­fa­ser­ka­bel von der Ver­mitt­lungs­stel­le zu den ins­ge­samt 17 neu­en Netz­ver­tei­lern gezo­gen wor­den waren, wur­de durch die geschaf­fe­ne Leer­rohr­struk­tur nun das ers­te Gebäu­de mit Glas­fa­ser bis ins Gebäu­de hin­ein ver­sorgt. Damit kann dort eine Leis­tung von 1000 MB/s ange­bo­ten wer­den. 200 wei­te­re Gebäu­de, die schon im Zuge von „Gas und Glas“ erschlos­sen wur­den, wer­den die nächs­ten Mona­te fol­gen. Bis in zwei bis drei Jah­ren sol­len in Esch­bronn alle Gebäu­de, wo dies gewünscht wird, mit Glas­fa­ser­ka­beln bis in Haus hin­ein ver­sorgt sein.

Die Bür­ger­meis­ter-Stell­ver­tre­ter Jochen Auber und Dr. Kai Ech­le konn­ten eine grö­ße­re Schar inter­es­sier­ter Bür­ge­rin­nen und Bür­ger begrü­ßen, die den his­to­ri­schen Moment live mit­ver­fol­gen woll­ten. Am Netz­ver­tei­ler Schach­en wur­de in das im Zuge von „Gas und Glas“ geschaf­fe­ne Leer­rohr­sys­tem ein­ge­bla­sen. Wie erwar­tet, kam das Glas­fa­ser­bün­del dann auch weni­ge Minu­ten spä­ter im Heiz­raum des Locher­ho­fer Kin­der­gar­ten­ge­bäu­des her­aus.

Im Zuge des Pro­jekts Gas und Glas hat die Gemein­de im Kin­der­gar­ten­ge­bäu­de nicht nur einen Gas­an­schluss instal­lie­ren las­sen son­dern gleich auch die bis­he­ri­ge Ölhei­zung durch eine moder­ne Gas-Brenn­wert­hei­zung aus­ge­tauscht. Damit ent­stand nicht nur zusätz­li­cher nutz­ba­rer Raum. Viel­mehr zeigt sich schon, dass sich erheb­lich Ener­gie ein­spa­ren lässt. Pro­jekt­lei­ter Hel­mut Fleig von der EGT Tri­berg erläu­ter­te den zahl­rei­chen Inter­es­sier­ten die Tech­no­lo­gie und die damit ver­bun­de­nen Ein­spar­mög­lich­kei­ten.

Erik Hugel, Geschäfts­füh­rer der EGT Ener­gie, gab einen Über­blick über bis­he­ri­ge Erschlie­ßungs­maß­nah­men im Zuge von Gas und Glas. Für die­je­ni­gen, für die ein Aus­bau noch ansteht, zeig­te er die erfor­der­li­chen Maß­nah­men und die Tech­nik auf. Erfreut zeig­te er sich über die unge­wöhn­lich hohe Akzep­tanz. In meh­re­ren Stra­ßen­zü­gen ist zwi­schen­zeit­lich eine Anschluss­quo­te von 100 Pro­zent erreicht wor­den.

Im Gespräch mit den Anschluss­neh­mern zei­ge sich, dass die Kom­bi­na­ti­on von meh­re­ren Ver­sor­gungs­me­di­en und vor allem der güns­ti­ge Preis die Anschluss­neh­mer über­zeu­ge. Es wer­de erkannt, dass die Anschlüs­se den Nut­zen und den Wert der Immo­bi­li­en deut­lich erhö­he. Der Umstand, dass Höfe und Vor­gär­ten nur ein­mal auf­ge­gra­ben wer­den müss­ten, fin­de Aner­ken­nung.

Für die Tele­kom erläu­ter­ten Win­fried Hömann, Pla­ner Tobi­as Fleisch­mann und Bau­lei­ter Emre Seven­ler den Aus­bau. Es wird davon aus­ge­gan­gen, dass bei ent­spre­chen­der Wit­te­rung die 200 Gebäu­de in Locher­hof und Maria­zell, in denen bereits im Zuge von Gas und Glas erschlos­sen sind, bis März 2019 mit Glas­fa­ser­ka­beln ver­sorgt wer­den kön­nen. Die rest­li­chen Gebäu­de in Esch­bronn wer­den dann mit dem Bau­fort­schritt von Gas und Glas erschlos­sen wer­den.

Mel­vin Buba­lo (links) und Bau­lei­ter Emre Seven­ler von der Tele­kom neh­men das Glas­fa­ser­ka­bel im Kel­ler des Kin­der­gar­ten­ge­bäu­des Locher­hof in Emp­fang.

Der Bau­fort­schritt sei bis­her nicht durch die bereit gestell­ten Finanz­bud­gets son­dern durch Kapa­zi­tä­ten der Bau­un­ter­neh­men gebremst wor­den. Win­fried Hör­mann zeig­te die Unter­schie­de zwi­schen der her­kömm­li­chen Kup­fer­an­bin­dung und der neu­en Welt mit Glas­fa­ser bis in die Gebäu­de und Woh­nun­gen auf. Inter­es­se fan­den natur­ge­mäß sei­ne Aus­füh­run­gen über die Wei­ter­füh­rung des Glas­fa­sers bis zu den End­ge­rä­ten und die Kon­di­tio­nen hier­für. Die Tele­kom brau­che einen Auf­trag für das Ein­bla­sen von Glas­fa­ser­ka­bel. Für die bis­he­ri­gen Aus­bau­ge­bie­te lie­gen die­se vor.

Aktu­ell sind im Aus­bau­ge­biet Angel zusam­men mit einem Infor­ma­ti­ons­schrei­ben Antrags­for­mu­la­re ver­schickt wor­den, die über die Gemein­de­ver­wal­tung zurück­ge­ge­ben wer­den sol­len. Die Tele­kom wer­de mit Post­kar­ten die Anwoh­ner über das Ein­bla­sen der Glas­fa­ser­ka­bel infor­mie­ren. Die Mit­ar­bei­ter der mit den Arbei­ten beauf­trag­ten Fir­ma Mel­vin Buba­lo müss­ten dazu näm­lich in der Regel in die Kel­ler­räu­me der anzu­schlie­ßen­den Gebäu­de.

Bür­ger­meis­ter-Stell­ver­tre­ter Jochen Auber berich­te­te, dass die Tele­kom für das Pro­jekt über 30 Kilo­me­ter Glas­fa­ser­ka­bel in Esch­bronn ver­le­gen wer­de. Es wird aktu­ell davon aus­ge­gan­gen, dass 10 Kilo­me­ter Glas­fa­ser­ka­bel zur Anbin­dung der Außen­be­rei­che ober­ir­disch ver­legt wer­den. Auber bedank­te sich bei der EGT Tri­berg, die die Gemein­de sehr koope­ra­tiv und inno­va­tiv die Mög­lich­keit geschaf­fen habe, im Zuge des Aus­baus der Gas­ver­sor­gung auch ein flä­chen­de­cken­des Glas­fa­ser­netz zu schaf­fen. Dies sei kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit.

Er sei froh, dass im Zuge einer euro­pa­wei­ten Aus­schrei­bung die Tele­kom als kom­pe­ten­ter und leis­tungs­star­ker Part­ner für den Aus­bau und den Betrieb des Glas­fa­ser­net­zes gewon­nen wer­den konn­te. Die Koope­ra­ti­on mit den Part­nern EGT Tri­berg und Tele­kom aber auch mit der Tief­bau­fir­ma Leo Her­mann aus Vöh­ren­bach funk­tio­nie­re her­vor­ra­gend. Das Pro­jekt Gas und Glas fin­de zwi­schen­zeit­lich lan­des­weit gro­ßes Inter­es­se.

In einer Kurz­über­sicht stell­te er auch die umfang­rei­chen Bestre­bun­gen der Gemein­de dar, mit Hil­fe von För­der­mit­teln dem Pro­jekt zur Umset­zung zu ver­hel­fen. Erst durch das Bun­des­pro­gramm zur Breit­band­för­de­rung wur­de das Pro­jekt mög­lich.