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Mittwoch, 26. Februar 2020

Eschbronn gibt Vollg(l)as

Glasfaserkabel werden nun in Gebäude eingeblasen

„Geil und ich gurk in München immer noch mit 16k rum“, so lautet einer der Kommentare im Internet zum Projekt „Gas und Glas“ in Eschbronn. Am vergangenen Freitag wurde dort das Tor zu einer neuen Ära aufgeschlossen. Darüber berichtet die Gemeinde in einer Pressemitteilung:

Nachdem Bündel von Glasfaserkabel von der Vermittlungsstelle zu den insgesamt 17 neuen Netzverteilern gezogen worden waren, wurde durch die geschaffene Leerrohrstruktur nun das erste Gebäude mit Glasfaser bis ins Gebäude hinein versorgt. Damit kann dort eine Leistung von 1000 MB/s angeboten werden. 200 weitere Gebäude, die schon im Zuge von „Gas und Glas“ erschlossen wurden, werden die nächsten Monate folgen. Bis in zwei bis drei Jahren sollen in Eschbronn alle Gebäude, wo dies gewünscht wird, mit Glasfaserkabeln bis in Haus hinein versorgt sein.

Die Bürgermeister-Stellvertreter Jochen Auber und Dr. Kai Echle konnten eine größere Schar interessierter Bürgerinnen und Bürger begrüßen, die den historischen Moment live mitverfolgen wollten. Am Netzverteiler Schachen wurde in das im Zuge von „Gas und Glas“ geschaffene Leerrohrsystem eingeblasen. Wie erwartet, kam das Glasfaserbündel dann auch wenige Minuten später im Heizraum des Locherhofer Kindergartengebäudes heraus.

Im Zuge des Projekts Gas und Glas hat die Gemeinde im Kindergartengebäude nicht nur einen Gasanschluss installieren lassen sondern gleich auch die bisherige Ölheizung durch eine moderne Gas-Brennwertheizung ausgetauscht. Damit entstand nicht nur zusätzlicher nutzbarer Raum. Vielmehr zeigt sich schon, dass sich erheblich Energie einsparen lässt. Projektleiter Helmut Fleig von der EGT Triberg erläuterte den zahlreichen Interessierten die Technologie und die damit verbundenen Einsparmöglichkeiten.

Erik Hugel, Geschäftsführer der EGT Energie, gab einen Überblick über bisherige Erschließungsmaßnahmen im Zuge von Gas und Glas. Für diejenigen, für die ein Ausbau noch ansteht, zeigte er die erforderlichen Maßnahmen und die Technik auf. Erfreut zeigte er sich über die ungewöhnlich hohe Akzeptanz. In mehreren Straßenzügen ist zwischenzeitlich eine Anschlussquote von 100 Prozent erreicht worden.

Im Gespräch mit den Anschlussnehmern zeige sich, dass die Kombination von mehreren Versorgungsmedien und vor allem der günstige Preis die Anschlussnehmer überzeuge. Es werde erkannt, dass die Anschlüsse den Nutzen und den Wert der Immobilien deutlich erhöhe. Der Umstand, dass Höfe und Vorgärten nur einmal aufgegraben werden müssten, finde Anerkennung.

Für die Telekom erläuterten Winfried Hömann, Planer Tobias Fleischmann und Bauleiter Emre Sevenler den Ausbau. Es wird davon ausgegangen, dass bei entsprechender Witterung die 200 Gebäude in Locherhof und Mariazell, in denen bereits im Zuge von Gas und Glas erschlossen sind, bis März 2019 mit Glasfaserkabeln versorgt werden können. Die restlichen Gebäude in Eschbronn werden dann mit dem Baufortschritt von Gas und Glas erschlossen werden.

Melvin Bubalo (links) und Bauleiter Emre Sevenler von der Telekom nehmen das Glasfaserkabel im Keller des Kindergartengebäudes Locherhof in Empfang.

Der Baufortschritt sei bisher nicht durch die bereit gestellten Finanzbudgets sondern durch Kapazitäten der Bauunternehmen gebremst worden. Winfried Hörmann zeigte die Unterschiede zwischen der herkömmlichen Kupferanbindung und der neuen Welt mit Glasfaser bis in die Gebäude und Wohnungen auf. Interesse fanden naturgemäß seine Ausführungen über die Weiterführung des Glasfasers bis zu den Endgeräten und die Konditionen hierfür. Die Telekom brauche einen Auftrag für das Einblasen von Glasfaserkabel. Für die bisherigen Ausbaugebiete liegen diese vor.

Aktuell sind im Ausbaugebiet Angel zusammen mit einem Informationsschreiben Antragsformulare verschickt worden, die über die Gemeindeverwaltung zurückgegeben werden sollen. Die Telekom werde mit Postkarten die Anwohner über das Einblasen der Glasfaserkabel informieren. Die Mitarbeiter der mit den Arbeiten beauftragten Firma Melvin Bubalo müssten dazu nämlich in der Regel in die Kellerräume der anzuschließenden Gebäude.

Bürgermeister-Stellvertreter Jochen Auber berichtete, dass die Telekom für das Projekt über 30 Kilometer Glasfaserkabel in Eschbronn verlegen werde. Es wird aktuell davon ausgegangen, dass 10 Kilometer Glasfaserkabel zur Anbindung der Außenbereiche oberirdisch verlegt werden. Auber bedankte sich bei der EGT Triberg, die die Gemeinde sehr kooperativ und innovativ die Möglichkeit geschaffen habe, im Zuge des Ausbaus der Gasversorgung auch ein flächendeckendes Glasfasernetz zu schaffen. Dies sei keine Selbstverständlichkeit.

Er sei froh, dass im Zuge einer europaweiten Ausschreibung die Telekom als kompetenter und leistungsstarker Partner für den Ausbau und den Betrieb des Glasfasernetzes gewonnen werden konnte. Die Kooperation mit den Partnern EGT Triberg und Telekom aber auch mit der Tiefbaufirma Leo Hermann aus Vöhrenbach funktioniere hervorragend. Das Projekt Gas und Glas finde zwischenzeitlich landesweit großes Interesse.

In einer Kurzübersicht stellte er auch die umfangreichen Bestrebungen der Gemeinde dar, mit Hilfe von Fördermitteln dem Projekt zur Umsetzung zu verhelfen. Erst durch das Bundesprogramm zur Breitbandförderung wurde das Projekt möglich.

 

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