Flak-Fund in Deißlingen: Kopfschütteln und eine abwinkende Polizei

Gemeinsames Dorfputzete-Abschlussessen im Bauhof am Samstag. Währenddessen lagerte die gefundene Flak-Munition auch dort. Foto: Moni Marcel

DEISSLINGEN – Bür­ger fin­den bei der Deiß­lin­ger Dorf­putze­te schar­fe Flak-Muni­ti­on, und weder Poli­zei noch Kampf­mit­tel­räum­dienst kom­men, statt­des­sen nimmt der Revier­förs­ter die Din­ger mit nach Hau­se, um sie übers Wochen­en­de in sei­nem Waf­fen­schrank auf­zu­be­wah­ren und dann am Mon­tag zur Poli­zei zu brin­gen: Ein Vor­ge­hen, das bei vie­len für Kopf­schüt­teln sorg­te. Also haben wir mal bei der Poli­zei nach­ge­fragt.

Deren Pres­se­ab­tei­lung erst­mal selbst nach­fra­gen muss, und dann rück­mel­det: Es habe sich um ein­fa­che Gewehr­mu­ni­ti­on gehan­delt, da müs­se der Kampf­mit­tel­räum­dienst nicht tätig wer­den. Hat es sich aber nicht, da waren sich alle einig, die die drei Tei­le gese­hen haben, die­je­ni­gen unter ihnen mit Bun­des­wehr­erfah­rung beton­ten: Mit so einem Ding kann man ein Flug­zeug run­ter­ho­len.

Also wird bei der Poli­zei noch­mal nach­ge­fragt, und dann kommt die Ant­wort: Es sei Geschütz­mu­ni­ti­on, und man habe das mit dem Revier­förs­ter abge­klärt. Der sei schließ­lich sach­kun­dig im Umgang mit Waf­fen und Muni­ti­on und habe außer­dem eben­falls Bun­des­wehr­erfah­rung. „In Abspra­che mit der Poli­zei wur­den die Patro­nen von ihm am Mon­tag an das Poli­zei­re­vier Rott­weil über­ge­ben, da Fach­dienst­stel­len über das Wochen­en­de nicht erreich­bar waren. Die Poli­zei in Rott­weil prüft der­zeit die Her­kunft der Muni­ti­on. Wären die Gegen­stän­de von Per­so­nen gefun­den wor­den ‚die nicht wis­sen, was das ist‘ wäre sicher anders ent­schie­den wor­den.”, schreibt Har­ri Frank von der Pres­se­stel­le des Poli­zei­prä­si­di­ums.

Soll­te die Poli­zei aller­dings nach Spu­ren auf der Muni­ti­on suchen, wird es schwie­rig, denn die Deiß­lin­ger Fin­der haben ihre Fin­ger­ab­drü­cke auch dar­auf hin­ter­las­sen.