Forstamt und Stadt Rottweil warnen vor Aufenthalt unter Bäumen – Rettungswagen bereits von Baum getroffen

Forstamt und Stadt Rottweil warnen vor Aufenthalt unter Bäumen – Rettungswagen bereits von Baum getroffen

Die starken Schneefälle der vergangenen Tage haben für eine hohe Belastung der Wälder gesorgt. Das teilt das Rottweiler Forstamt mit und warnt vor einem Aufenthalt im Wald. Wie hoch die Gefahr aktuell ist, zeigt ein Unfall, der in der Nacht zu Freitag bei Deißlingen geschah. Ein Rettungswagen auf Einsatzfahrt ist von einem umstürzenden Baum getroffen worden. Die Stadtverwaltung Rottweil meldet zudem Straßensperrungen und warnt vor der herrschenden Lebensgefahr.

Samstagmorgen am Neckar bei Rottweil und im Stadtgraben (Bild unten). Einige, teils dickere Äste sind gebrochen. Fotos: gg

“Da die Schneemassen durch das dichte, oft auch gefrorene Kronendach der Bäume nicht abgleiten können, ist die Schneelast auf den Baumkronen extrem hoch”, heißt es in der Pressemitteilung des Rottweiler Forstamts. Die Bäume neigten sich zum Teil bereits stark. Und wenn sie dann nicht mehr halten, müsse mit plötzlich herabstürzenden Ästen, spontanen Gipfelbrüchen oder sogar mit umstürzenden Bäumen gerechnet werden.

Wegen der damit verbundenen Gefahr bittet das Forstamt die Bevölkerung, den Wald vorerst zu meiden. Die Waldwege seien in der Regel stark verschneit, nur selten geräumt und meist nicht begehbar. Autofahrer sollten in Waldpassagen besonders vorsichtig fahren und diese wo immer möglich umgehen. Sperrungen von Waldstraßen müssen unbedingt beachtet werden.

Zugleich seien die Mitarbeiter des Forstamts, die sogenannte Forstpartie, bemüht die Gefahrenbereiche schnellstmöglich zu beseitigen. Wie lange die Gefahr anhält, werde von der Wetterlage der nächsten Tage abhängen.

Baum trifft Rettungswagen

Wie hoch die Gefahr zurzeit ist, zeigt ein Fall aus dem Kreisgebiet, über den die Polizei berichtet: Ein Rettungswagen, der am heutigen Freitag gegen 1.30 Uhr bei einer Einsatzfahrt auf der L 433 von Trossingen kommend in Richtung Deißlingen fuhr, wurde von einem umstürzenden Baum getroffen. Das Geäst prallte auf die Windschutzscheibe und beschädigte diese.

Die Insassen wurden laut Polizei nicht verletzt. Die Patientin wurde durch einen anderen hinzugezogenen Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Die Freiwillige Feuerwehr Deißlingen, die mit drei Fahrzeugen und zehn Einsatzkräften vor Ort kam, zersägte den Baum und beseitigte diesen. Da in dem Bereich zahlreiche Bäume unter der Schneelast bereits in Richtung Fahrbahn neigten, wurde die L 433 zwischen dem Kreisverkehr Deißlingen und der Einmündung zur K 5939 (Trossingen) gesperrt.

Straßen gesperrt

Wegen der heftigen Schneefälle der vergangenen Stunden drohen viele Äste und ganze Bäume unter der Last zusammenzubrechen, meldet am Mittag auch die Stadtverwaltung Rottweil. Daher habe die Verwaltung einzelne Straßen, Parkplätze und Flächen mit großem Baumbestand gesperrt. “Die weiteren Flächen, die nicht sichtbar gesperrt sind, wie Park- und Grünanlagen sowie Spielplätze mit Bäumen sollten generell gemieden werden”, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Die gleiche Gefahr bestehe für sämtliche Geh- und Wanderwege im gesamten Stadt- und Forstgebiet.

Die Warnung: “Es besteht Lebensgefahr durch herunterbrechende Äste.” Außerdem empfiehlt die Verwaltung, Autos, die unterhalb von Bäumen geparkt sind, umzustellen, um Schäden zu vermeiden.

Die Lage werde sich erst wieder bessern, wenn die Schneemassen von den Bäumen sind. Angebrochene Äste können zeitverzögert ohne Schneelast abbrechen. “Daher mahnen wir auch bei weniger Schneefall oder leichtem Tauwetter in den kommenden Tagen eindringlich zur Vorsicht. Die Stadt ist intensiv zur Kontrolle der Bäume unterwegs”, heißt es in der Mitteilung abschließend.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 16. Januar 2021 von Pressemitteilung (pm). Erschienen unter https://www.nrwz.de/kreis-rottweil/forstamt-rottweil-warnt-vor-aufenthalt-im-wald/296785