Gastronomie im Kreis Rottweil fordert finanzielle Hilfe

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Die Gastronomie ist auch im Kreis Rottweil nach wie vor stark betroffen von den Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Der Vorsitzende der Dehoga-Kreisstelle Rottweil, Rainer Gaiselmann, macht daher auf den Handlungsbedarf in der Branche aufmerksam.

„Wir leisten durch die Schließung unseren Beitrag, um die weitere Ausbreitung zu verlangsamen. Wir wünschen uns aber von der Politik auch Unterstützung bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen auf unsere Betriebe,“ stellt Gaiselmann klar. Vor allem in der Gastronomie handle es sich oft um Kleinstbetriebe, die nur geringe Rücklagen hätten, so der Dehoga-Kreis-Vorsitzende. Deshalb sei man auf staatliche Unterstützung angewiesen, da ein reiner Liefer- oder Abholbetrieb nur einen kleinen Teil der verlorenen Umsätze wieder reinbringen könne.

„Wir sind sehr dankbar für die schnellen Soforthilfen des Landes,“ betont der erfahrene Gastronom. „Da wir aber immer noch nicht öffnen dürfen, befürchte ich, dass die bisherigen Hilfen nicht reichen werden.“ Kredite könne man kaum ablösen, da der fehlende Konsum nicht wieder hereinkomme. Gaiselmanns Kollegen wünschten sich außerdem eine Perspektive dazu, wie es in der Branche weitergehen könne.

„Während in den vergangenen Tagen erste schrittweise Öffnungsmaßnahmen für den Handel getroffen wurden, blieb die Gastronomiebranche unbeachtet,“ kritisiert der Rottweiler Landtagsabgeordnete Daniel Karrais. Darum hätten seine Kollegen und er auch auf Landesebene gefordert den Betrieben unter hohen Auflagen zum Beispiel Bewirtung im Außenbereich zu erlauben.

Karrais hoffe, dass spätestens mit den nächsten Gesprächen über weitere Maßnahmen Aussagen getroffen werden. „Ein Sonderprogramm für die Gastronomie in Höhe von 328 Millionen Euro ist in Vorbereitung. Damit will das Land dazu beitragen, ein Gaststättensterben zu vermeiden,“ erklärt Karrais, der im Europaausschuss des Landtags sitzt und dort mit dem Bereich Tourismus betraut ist. Das Hilfsprogramm sehe dabei nicht rückzahlbare Hilfen in Höhe von 3000 Euro pro Betrieb und weitere 2000 Euro je rechnerischer Vollzeitstelle vor.

Die veranschlagten 328 Millionen Euro sollen aus dem Fünf-Milliarden-Euro-Kreditrahmen genommen werden, mit dem die Wirtschaft unterstützt werden soll. „Wir unterstützen das Vorgehen der Landesregierung“, so Karrais. „Gaststätten und Hotels sind Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor zugleich.

Landesweit hat die Gastronomie die höchste Beschäftigtenzahl aller Branchen. Außerdem kommt diesen Betrieben ein hoher Anteil am gesellschaftlichen Leben zu, gerade im ländlichen Raum. Darum muss hier geholfen werden,“ so der Politiker weiter. Weiterhin werbe Karrais für eine Absenkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie sowie eine generelle Einführung der negativen Besteuerung, um die künftigen wirtschaftlichen Herausforderungen längerfristig in den Griff zu bekommen.

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