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Rottweil
Donnerstag, 12. Dezember 2019
Start Land­kreis Rott­weil Gefähr­dungs­la­ge durch den Bor­ken­kä­fer im Kreis steigt

Gefährdungslage durch den Borkenkäfer im Kreis steigt

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KREIS ROTTWEIL – Das tro­­cken-hei­­ße Jahr 2018 mit kaum Nie­der­schlä­gen hat dazu geführt, dass der Buch­dru­cker als gefähr­lichs­ter Bor­ken­kä­fer an der Baum­art Fich­te idea­le Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten fand und sich stark ver­meh­ren konn­te, so heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung der Forst­am­tes Rott­weil.

Durch die Stur­mer­eig­nis­se im letz­ten Jahr und Schnee­druck in den höhe­ren Lagen im Janu­ar 2019 stand und steht viel Brut­ma­te­ri­al für den Käfer zur Ver­fü­gung. Da sich zum Teil bis zu drei Käfer­ge­nera­tio­nen und zusätz­li­che Geschwis­ter­bru­ten im ver­gan­ge­nen Jahr bil­den konn­ten, ist die Aus­gangs­po­pu­la­ti­on im Jahr 2019 äußerst hoch. Durch den Regen im Mai hat sich in wei­ten Tei­len des Land­krei­ses der Schwärm­flug ver­zö­gert und die Ent­wick­lung der bereits ein­ge­bohr­ten Käfer ging lang­sa­mer vor­wärts.

Die aktu­el­len Fang­zah­len in den Käfer­fal­len, die im Kreis­ge­biet zum Bor­ken­kä­fer­mo­ni­tor­ring auf­ge­hängt sind, zei­gen jedoch, daß sich in den letz­ten zwei bis drei Wochen die Fang­zah­len mas­siv erhö­hen. Die Revier­lei­ter mel­den ver­ein­zelt bereits Befall an ste­hen­den Fich­ten, der gut durch Bohr­mehl­an­samm­lun­gen am Stamm­fuß zu erken­nen ist. Durch die aktu­ell sehr war­men Wet­ter­be­din­gun­gen wird sich der Buch­dru­cker opti­mal ver­meh­ren kön­nen und gleich­zei­tig wird die Abwehr­be­reit­schaft der Fich­te sin­ken.

Kenn­zei­chen eines fri­schen Käfer­be­fal­les sind vor allem: Brau­nes Bohr­mehl auf der Rin­de, unter Rin­den­schup­pen, auf Spinn­we­ben, am Stamm­fuß und auf der Boden­ve­ge­ta­ti­on; Harz­t­röpf­chen und Harz­fluss am Stamm, vor allem am Kro­nen­an­satz; Ver­blas­send fahl-grün wer­den­de bis ver­gil­ben­de Nadeln.

”Kon­trol­lie­ren Sie ihre Wäl­der ab jetzt bis Ende Sep­tem­ber am bes­ten im ein bis zwei­wö­chi­gen Tur­nus! Zu kon­trol­lie­ren sind:

Vor­jäh­ri­ge Befall­sor­te
Rän­der von Win­d­wurf- und Schnee­bruch­nes­tern
Haupt­au­gen­merk haben die oben genann­ten Flä­chen, jedoch sind auch alle sons­ti­gen ste­hen­den Fich­ten­be­stän­de zu kon­trol­lie­ren, die Jung­kä­fer befal­len nicht
nur Sturm- und Schnee­bruch­holz

Auf­ge­ar­bei­te­tes, in der Nähe gefähr­de­ter Bestän­de lagern­des Nadel­holz
Nach Stark­re­gen die Kon­trol­le kurz­zei­tig aus­set­zen, da das Bohr­mehl dann abge­wa­schen wird

Nach der Kon­trol­le geht es ans Auf­ar­bei­ten: Auch Gip­fel­ma­te­ri­al muss ent­fernt wer­den, da es als per­fek­tes Brut­ma­te­ri­al vor allem für den Kup­fer­ste­cher, den zwei­ten bedeu­ten­den Fich­ten­schäd­ling dient. Durch Hacken oder Ver­bren­nen bei feuch­ter Wit­te­rung kön­nen Gip­fel unschäd­lich gemacht wer­den. Beim Ver­bren­nen ist zwin­gend auf die der­zei­ti­ge tro­cke­ne Wit­te­rung zu ach­ten. Es ist die Orts­po­li­zei­be­hör­de und die Feu­er­wehr zu infor­mie­ren!

Das befal­len­de Stamm­holz muss vor dem Aus­flug der Käfer aus dem Wald ent­fernt wer­den. Da die Säge­wer­ke der­zeit über­füllt sind mit Sturm- und Schnee­bruch­holz aus allen Lan­des­tei­len ist es oft nicht mög­lich, das befal­le­ne Holz zei­tig vor dem Aus­flug aus dem Bestand abzu­fah­ren.
Wenn abseh­bar ist, daß das befal­le­ne Holz nicht abge­fah­ren wer­den kann, ist es zu ent­rin­den oder mit einer Schutz­sprit­zung zu behan­deln.

Die bereit­ge­stell­te Holz­men­ge pro Säge­werk muss min­des­tens zehn Fest­me­ter betra­gen, bes­ser sind 20 Fest­me­ter. Klein­men­gen wer­den von den Holz­käu­fern erst gar nicht über­nom­men.

Immer stär­ke­re Pro­ble­me mit Bor­ken­kä­fer an der Weiß­tan­ne: Die Weiß­tan­nen lei­den eben­falls unter den Wit­te­rungs­be­din­gun­gen. Über­all aus dem Kreis­ge­biet mel­den die Revier­lei­ter teils mas­si­ven Befall durch den klei­nen und den krumm­zäh­ni­gen Tan­nen­bor­ken­kä­fer. Ein Befall ist zuerst im Kro­nen­be­reich sicht­bar. Die geschä­dig­ten Tan­nen zei­gen sich durch rote Nadeln im Kro­nen­be­reich. Der krumm­zäh­ni­ge und der klei­ne Tan­nen­bor­ken­kä­fer kön­nen durch Aus­bil­dung von zwei Genera­tio­nen auch zur Mas­sen­ver­meh­rung nei­gen. Des­halb ist es unab­ding­bar, auch bei befal­le­nen Tan­nen bei der Bekämp­fung ana­log der Fich­te zu ver­fah­ren.

Kön­nen Wald­be­sit­zer die erfor­der­li­chen Maß­nah­men nicht selbst durch­füh­ren, kön­nen sie die Bera­tung des ört­lich zustän­di­gen Revier­lei­ters in Anspruch neh­men”.

 

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