Besuch auf der Anhalter Hütte, Gruppenbild mit Hüttenwirtin Carmen Kathrein (kniend, dritte von links). Foto: DAV

Regi­on / Imst (pm) – Die Vor­be­rei­tun­gen für die Gene­ral­sa­nie­rung der Anhal­ter Hüt­te in Imst neh­men Fahrt auf. Bereits im März 2018 wur­de bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung der DAV Sek­ti­on Obe­rer Neckar ein­stim­mig das Sanie­rungs­pro­jekt für die Anhal­ter Hüt­te beschlos­sen. Hier­über infor­miert der DAV in einer Pres­se­mit­tei­lung.

Im Rat­haus: Mar­tin Krau­se (von links/Schatzmeister), Diplom-Inge­nieur Jür­gen Ewerz (Imst), Rony Dre­her (Hüt­ten­wart), Ste­fa­nie Arnold (zwei­te Vor­sit­zen­de) und Rudolf Mager (Vor­sit­zen­der).

Dem Beschluss ging ein lan­ger Pro­zess der Ide­en­samm­lung und Ent­wurfs­pla­nung vor­aus. Grund­la­ge bil­de­te die vom Haupt­ver­band in Mün­chen unter­stütz­te Bestands­er­he­bung eines Tiro­ler Inge­nieur­bü­ros aus dem Jah­re 2014, in der die Not­wen­dig­keit einer Gene­ral­sa­nie­rung doku­men­tiert wur­de. Sowohl von der Denk­mal­pfle­ge aus Inns­bruck als auch aus Mün­chen kam die Bit­te den Hüt­ten­stand­ort zu erhal­ten und grund­le­gend, aber im Sin­ne des Denk­mal­schut­zes, zu ertüch­ti­gen.

Das Pro­jekt wird nach dem Sek­ti­ons- und Klet­ter­zen­trum K5 in Rott­weil wie­der eine ganz beson­de­re Her­aus­for­de­rung dar­stel­len. Das Pro­jekt wird mit 60 Pro­zent Bei­hil­fe aus dem DAV-Haupt­ver­band und dem DAV-Lan­des­ver­band unter­stützt. Zusam­men mit der Son­der­um­la­ge, dem soge­nann­ten Hüt­ten­bat­zen“, den alle A-Mit­glie­der mit 40 Euro erbrin­gen, sieht sich die Sek­ti­on finan­zi­ell auf einem guten Weg.

Pla­nung Anhal­ter Hüt­te, Ansicht Nord-West.

Ende Juni star­te­te am frü­hen Frei­tag­mor­gen die Vor­stand­schaft mit Rudolf Mager, Ste­fa­nie Arnold, Mar­tin Krau­se und Hüt­ten­wart Ron­ny Dre­her zu einer Info­ver­an­stal­tung nach Imst. Dort nutz­ten sie die Gele­gen­heit zusam­men mit ihrem Ims­ter Bau­lei­ter Jür­gen Ewerz den Ver­tre­tern der Stadt dar­un­ter Bür­ger­meis­ter Ste­fan Wei­ra­ther, Gemein­de­rä­ten, Ver­tre­tern der umlie­gen­den Gemein­den und von Geneh­mi­gungs­be­hör­den den aktu­el­len Pro­jekt­stand vor­zu­stel­len.

Vor­sit­zen­der Rudolf Mager erin­ner­te in sei­ner Prä­sen­ta­ti­on an das gemein­sam began­ge­ne 100-jäh­ri­ge Hüt­ten­ju­bi­lä­um im Jah­re 2012. Damals gab es bereits Über­ein­stim­mung, dass der beson­de­re Cha­rak­ter die­ser auf 2000 Meter ü.NN am Fuße der Hei­ter­wand gele­ge­nen alpi­nen Schutz­hüt­te ein sehr schüt­zens­wer­tes Gut dar­stellt. Bei einem Besuch 2015 bei der Gemein­de Imst mit einem Archi­tek­tur­se­mes­ter der Uni Stutt­gart wur­de der Start­schuss für die kon­kre­ten pla­ne­ri­schen Über­le­gun­gen gege­ben.

Blick vom Mal­dongrat auf die Anhal­ter Hüt­te.

Der nun vor­lie­gen­de aktu­el­le Ent­wurf der Sek­ti­on gilt als Bei­spiel für nach­hal­ti­ges Bau­en im Alpen­raum, die Robert Kol­bitsch, Res­sort­lei­ter für Hüt­ten und Wege im Haupt­ver­band Mün­chen zuletzt auf der Haupt­ver­samm­lung in Sie­gen im letz­ten Jahr aus­drück­lich lob­te: „Eine sehr gelun­ge­ne Pla­nung, ein Vor­zei­ge­pro­jekt, das Freu­de auf die Umset­zung macht“. Die Betreu­ung der alpi­nen Infra­struk­tur ist eine der Kern­auf­ga­ben der Alpen­ver­ei­ne in Deutsch­land und Öster­reich. Es geht dabei auch um Besu­cher­len­kung und akti­ven Natur­schutz. Die Gemein­de Imst begrüßt und unter­stützt das Vor­ha­ben aus­drück­lich. Wich­ti­ge Fra­gen, wie bei­spiels­wei­se zur künf­ti­gen Hüt­ten­tech­nik konn­ten direkt geklärt wer­den.

Im Lau­fe des Sams­tag füll­te sich die Hüt­te bei schöns­tem Berg­wet­ter. Über 50 Berg­freun­de aus Tros­sin­gen, Schram­berg, Rott­weil, Obern­dorf und Spai­chin­gen fan­den den Weg auf „ihre“ Hüt­te in den Lech­ta­ler Alpen. Klet­tern in der Nord­wand des Fal­schen Kogel, stei­le Kra­xe­lei­en zum Mal­dongrat und der Genuss des Blu­men­pa­ra­die­ses rund um den Tscha­chun waren eini­ge ihrer Unter­neh­mun­gen.

Vie­le woll­ten die Atmo­sphä­re der „alten“ Anhal­ter Hüt­te noch­mals schnup­pern und sich gleich­zei­tig von Car­men Kathrein ver­ab­schie­den, die sich 2018 in ihrer 25. Sai­son als Wir­tin der Anhal­ter Hüt­te befin­det. Die lang­jäh­ri­ge Päch­te­rin geht zum Ende der Sai­son 2018 in den ver­dien­ten Ruhe­stand. Am Sams­tag­abend prä­sen­tier­te Hüt­ten­wart Rony Dre­her allen ange­reis­ten Berg­freun­den anschau­lich vor Ort die Sanie­rungs- und Umbau­plä­ne. Eben­so gab er einen Aus­blick auf die anste­hen­den Arbei­ten ab Ende der Sai­son, die mit einem „Kehr­aus“ am 22. Sep­tem­ber auf der Hüt­te endet.

Da die Bau­maß­nah­me nur mit­tels Heli­ko­pter­flü­ge logis­tisch bewerk­stel­ligt wer­den kann, wur­de mit dem Part­ner­bü­ro aus Imst, DI Jür­gen Ewerz ein Ver­pfle­gungs­kon­zept für die Mon­ta­ge­teams ent­wi­ckelt, um die kur­ze Bau­sai­son in den Ber­gen opti­mal zu nut­zen. Wäh­rend der Bau­sai­son, jeweils 25 Wochen in 2019 und 2020, sol­len Küchen­teams aus der Sek­ti­on im wöchent­li­chen Wech­sel die Betreu­ung der Fir­men und Arbei­ter auf der Hüt­te über­neh­men. Wel­ches Poten­ti­al in die­ser Idee steckt, zeig­te sich, da nach der Vor­stel­lung bereits die ers­ten Anmel­dun­gen vor­la­gen und Ein­satz­plä­ne dis­ku­tiert wur­den. Mit­te Juli gab dann auch der Gesamt­vor­stand grü­nes Licht, dass die­ser ambi­tio­nier­te Ansatz ver­bind­lich in die Aus­schrei­bung der Hand­wer­k­erleis­tun­gen über­nom­men wer­den kann. Mit die­sem Ein­satz der Mit­glie­der kann die Kos­ten­ent­wick­lung bei die­sem zwei Mil­lio­nen-Euro-Pro­jekt wie­der ein Stück weit bes­ser abge­si­chert wer­den.

Der Vor­stand hofft bei die­sem Ein­satz der Mit­glie­der auch auf ergän­zen­de Unter­stüt­zung aus den Kom­mu­nen der Berg­stei­ger­grup­pen, von Freun­den und Gön­nern der Sek­ti­on Obe­rer Neckar.