Nach den bei­den star­ken Hagel­un­wet­tern der letz­ten Woche wer­den auch im Kreis Rott­weil die Rufe nach dem Hagel­flie­ger wie­der laut. Ein Vil­lin­gen­dor­fer, der das Jahr­hun­der­t­un­wet­ter 2006 in Schwen­nin­gen mit­er­leb­te, wand­te sich des­halb an den Ver­ein, der den in Donau­eschin­gen sta­tio­nier­ten Flie­ger orga­ni­siert.

„Am ver­gan­ge­nen Frei­tag – spät­nach­mit­tag – hät­ten wir Vil­lin­gen­dor­fer den Ein­satz des Hagel­flie­gers gebraucht, denn mit unge­heu­rer Wucht feg­te ein Hagel­ge­wit­ter über die Raum­schaft Rott­weil-Nord und Vil­lin­gen­dorf und hin­ter­ließ durch den groß­kör­ni­gen Hagel vie­le Schä­den. Spon­tan erin­ner­te ich mich an den Jahr­hun­der­tha­gel­schlag in VS im Jah­re 2006 – glau­be ich -.“ schreibt der Vil­lin­gen­dor­fer.

Doch Vil­lin­gen­dorfs Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Bucher winkt ab. Man das habe im Kreis­tag und auch im Rat der Bür­ger­meis­ter vor Jah­ren schon the­ma­ti­siert und Fach­leu­te befragt, vor allem Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter. Denn gera­de die Ver­si­che­run­gen müss­ten ja Inter­es­se dar­an haben, Schä­den zu ver­hin­dern.

„Die Pra­xis­wirk­sam­keit ist nicht nach­weis­bar“, so Bucher. Daher hät­ten die Gre­mi­en das The­ma ruhen las­sen. Und dass eine Gemein­de für sich allein den Hagel­flie­ger nut­ze und die umlie­gen­den nicht, mache ja auch kei­nen Sinn. Da müs­se dann schon eine Lösung für die gan­ze Regi­on her. In Rott­weil hat es der Gemein­de­rat schon vor vier Jah­ren abge­lehnt, dem Ver­ein zur Hagel­ab­wehr bei­zu­tre­ten.

Bis­lang lässt es sich wis­sen­schaft­lich nicht nach­wei­sen, dass das in die Gewit­ter­wol­ken geimpf­te Sil­ber­jo­did wirk­lich dafür sorgt, dass die Hagel­kör­ner klei­ner wer­den. Das funk­tio­niert im Labor­ver­such, aber nie­mand kann sagen, wie groß geimpf­te Hagel­kör­ner gewe­sen wären, wären sie nicht geimpft wor­den.

Ande­rer­seits ist man bei­spiels­wei­se in Deiß­lin­gen, seit der Hagel­flie­ger hier im Ein­satz ist, von schwe­rem Hagel ver­schont geblie­ben. Die Kos­ten für den Flie­ger lie­gen hier bei 1200 Euro jähr­lich, pro Ein­woh­ner sind das 20 Cent.