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Mittwoch, 5. August 2020
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    Heckler und Koch: Marc Roth wieder dabei

    Von Scheuch gefeuerter Prokurist zurückgekehrt

    OBERNDORF (him) – Beim Waffenhersteller Heckler und Koch herrscht ein reges Kommen und Gehen. Nachdem Ende August der Vorstandsvorsitzende Norbert Scheuch von einem Tag auf den anderen gefeuert wurde, ist ein anderer prominenter HKler wieder zurück: Marc Roth, Produktentwickler und für viele der strategische Kopf des Unternehmens, sei wieder an Bord.

    Das hat die NRWZ aus den  „gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen“ erfahren. Eine schriftliche Anfrage vom Montag dazu hat das Unternehmen bis zur Stunde (Dienstag, 19 Uhr) nicht beantwortet.

    Roth war vom damaligen Firmenchef Scheuch vor einigen Monaten entlassen worden. Eine „betriebsbedingte Kündigung“ nannte er das im Gespräch mit der NRWZ nach der Aktionärsversammlung am 15. August in Sulz-Glatt.

    Roth sei für zwei Aufgaben zuständig gewesen. Die eine, die Produktstrategie, sei in die Vertriebsabteilung verlagert worden. „Die andere, das Thema Sonderaufgaben das war im wesentlichen das G 36, das ist weggefallen. Wir haben den Prozess mit der Bundesrepublik Deutschland abgeschlossen“, so Scheuch im Interview.  Man habe Roth gekündigt, weil seine „Arbeit weggefallen“ sei, so die wenig überzeugende Erklärung. Für den langjährigen Mitarbeiter Roth wäre eine sehr hohe Abfindung fällig gewesen.

    Gedopte Taliban brauchen dickeres Kaliber

    Roth war nach eigenen Angaben als „Prokurist in den Funktionen Leiter Produktstrategie und Leiter Sonderaufgaben“ bei HK. Er beriet seit etwa 15 Jahren militärische und polizeiliche Spezialkräfte, zwischen 2003 und 2013 schwerpunktmäßig US Special Forces im Zusammenhang mit deren Anti-Terror-Einsätzen in Afghanistan und dem Irak, wie er in  www.polizeipraxis.de über sich schrieb.

    In diesem Zusammenhang hat er im „InfoBrief Heer“ vor fünf Jahren erklärt, die militärischen Probleme mit den Taliban in Afghanistan hätten auch damit zu tun, dass Drogenkonsum in Afghanistan seit der Jugend „sozialüblich“ sei: „Es ist davon auszugehen, dass unsere Soldaten im Gefecht ‚gedopte‘ Gegner beschießen, deren Schmerzempfinden durch Haschisch oder Opiate selbst bei letalen Treffern massiv reduziert ist.“

    In der Sprache des Technokraten erklärt er weiter: “In der Folge kann daher nur ein erhöhter Energietransfer in den Gegner weiterführen, um die Wahrscheinlichkeit seiner Außergefechtsetzung zu erhöhen. Dies kann im Gewehrbereich nur mit dem Kaliber 7.62 mm NATO (doppelte Energie der 5.56 mm NATO) ausreichend realisiert werden.“ (Infobrief Heer 1/2012). Kein Zufall sicher, dass HK mit dem G27k das passende Gewehr mit Kaliber 7,62 mm anbietet, was Roth in besagtem Artikel denn auch gleich noch erwähnt.

    Was bleibt von der neuen Unternehmensausrichtung bei Heckler und Koch?

    Dieser Marc Roth ist nun mutmaßlich wieder in Oberndorf-Lindenhof dabei. Mit der bei ihm so eingesparten Abfindung kann das Unternehmen dann die möglicherweise fällige Auslöse für den geschassten Vorstandschef Scheuch begleichen. Scheuch hatte sich dafür stark gemacht, die Unternehmenskultur bei Heckler und Koch zu ändern.

    Er hatte durchgesetzt, dass das Unternehmen nur noch an „grüne“ Länder Waffen liefert. Umstrittene Staaten wie die Türkei, Saudi-Arabien oder Mexiko sollten tabu sein.  Am 12. Dezember sehen sich die Parteien vor dem Landgericht Rottweil. Da wird Scheuchs Kündigungsschutzklage verhandelt.

    Nachtrag: Bis dato – Freitagmittag – hat das Unternehmen auf eine NRWZ Anfrage vom 16. Oktober nicht geantwortet. Eine zweite Quelle aus dem Unternehmen hat uns aber die Rückkehr Marc Roths zu HK inzwischen bestätigt.

     

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