Der Ex-Chef von Heck­ler und Koch (HK), Nico­la Mari­nel­li, muss wei­ter war­ten. Weil auch am Diens­tag der Mehr­heits­ei­gen­tü­mer von HK, Andre­as Heeschen, nicht im Land­ge­richt Rott­weil erschien, zieht sich Mari­nel­lis Zivil­kla­ge gegen den Obern­dor­fer Waf­fen­her­stel­ler wei­ter dahin.

Heeschen soll­te aus­sa­gen, ob er noch bei HK  das Sagen hat oder – wie Mari­nel­li glaubt – sei­ne Akti­en an den fran­zö­si­schen Inves­tor Nico­las Walew­ski und des­sen Lon­do­ner Invest­ment­fir­ma Alken ver­pfän­det hat.

Der heu­te 62-jäh­ri­ge Mari­nel­li sagt, er habe eine Klau­sel im Ver­trag, wonach ihm bei einem Kon­troll­wech­sel bei Heck­ler und Koch eine hal­be Mil­li­on Euro Abfin­dung zuste­he.

Ladung erhalten

Um das zu bewei­sen, müss­te Heeschen als Zeu­ge aus­sa­gen. Bei einem ers­ten Ver­fah­ren Anfang August war Heeschen nicht erschie­nen. Das Gericht hat­te ver­geb­lich ver­sucht, ihn in der Schweiz zu laden. Die Ladung für das Ver­fah­ren am 16. Okto­ber dage­gen hat ihn in Lon­don erreicht. Das haben die bri­ti­schen Behör­den dem Rott­wei­ler Gericht bestä­tigt.

Ob ein deut­sches Gericht einen im Aus­land leben­den Deut­schen zu einer Aus­sa­ge in Deutsch­land zwin­gen kann, sei unter Juris­ten strit­tig, so der Vize­prä­si­dent und Pres­se­spre­cher  des Land­ge­richts Rott­weil, Thi­lo Reb­mann, auf Nach­fra­ge der NRWZ.  Erscheint  in Deutsch­land ein hier woh­nen­der Zeu­ge unent­schul­digt nicht, muss er die Ver­fah­rens­kos­ten  und  mög­li­cher­wei­se ein Ord­nungs­geld berap­pen. Erscheint er auch beim zwei­ten Mal nicht, holt ihn ein Gerichts­voll­zie­her.

Das Land­ge­richt wer­de nun die bri­ti­schen Behör­den über ein Rechts­hil­fe­er­su­chen bit­ten, Heeschen vor­zu­la­den, damit er dort eine Aus­sa­ge macht, so Reb­mann. „Ob er dem nach­kommt und eine Aus­sa­ge macht, kann ich nicht beant­wor­ten.“

Was wurde besprochen?

Das Rott­wei­ler Gericht wol­le von Heeschen nicht nur etwas zu den Eigen­tums­ver­hält­nis­sen bei HK erfah­ren son­dern auch: „Was wur­de mit Mari­nel­li im Vor­feld des Ver­trags­ab­schlus­ses ver­ein­bart, wovon konn­te Mari­nel­li aus­ge­hen.“

Ob es zu einer wei­te­ren Ver­hand­lung kommt,  ist noch offen. Wenn eine Heeschen-Aus­sa­ge aus Groß­bri­tan­ni­en ein­geht, wer­de nor­ma­ler­wei­se ein neu­er Ter­min für eine münd­li­che Ver­hand­lung anbe­raumt, so Reb­mann. In Zivil­pro­zes­sen könn­te aber auch das Ver­fah­ren schrift­lich fort­ge­führt wer­den, wenn alle Par­tei­en ein­ver­stan­den sind. „Das wäre durch­aus eine Opti­on.“