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Montag, 13. Juli 2020
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    „Hier kommt das pralle Leben an“

    Grüne besuchen Sonderabfallanlage der Firma ALBA in Dunningen

    Einen ungewöhnlichen Betriebsbesuch haben die Grünen im Kreis Rottweil organisiert: Die Sonderabfallanlage der Firma ALBA in Dunningen. Darüber berichten sie in einer Pressemitteilung:

    „Bitte nichts anfassen“, bittet Geschäftsführer Hannes Oesterle die etwa 20 Interessierten, darunter auch drei Kreis- und Gemeinderäte der Grünen, „wir behandeln viele verschiedene Abfallstoffe.“ Da könne man nicht wissen, was man da gerade an die Hand bekomme. Das Gelände sei „komplett gekapselt“ und werde ständig von Experten aus dem Regierungspräsidium Freiburg überwacht.

    Aus Schrägle wurde Alba

    Oesterle streift kurz die Geschichte des Familienunternehmens Alba aus Berlin, das die Firma U-plus vor über zehn Jahren von der EnBW gekauft hatte. U-plus seinerseits hatte den Dunninger Abfallentsorger Schrägle gekauft.  Die Alba Süd, zu der der Dunninger Betrieb gehöre beschäftige etwa 360 Leute an acht Standorten. Vom Lageristen über den chemisch-technischen Assistenten bis hin zum promovierten Chemiker reichen die Qualifikationen.

    Vor einem großen Tankfahrzeug  schildert Oesterle die Aufgaben des Entsorgers und Recyclingspezialisten. Gefahrstoffe, die in der Produktion der Industrie anfallen, sammeln und aufbereiten. „Während nicht stofflich verwertbares oder chemisch-physikalisch behandelbares Material in der Sonderabfallverbrennung einer schadlosen und umweltgerechten Entsorgung zugeführt wird“, wie das Unternehmen erklärt.

    Mit dem Saugfahrzeug würden beispielsweise Bohremulsionen, Säuren, Laugen, Spülwässer oder andere flüssige Stoffe abgeholt. „Die Fahrer sind besonders geschult für Gefahrguttransport und Chemie“, so Oesterle. Vom Lageristen über den chemisch-technischen Assistenten bis hin zum promovierten Chemiker reichen die Qualifikationen der Alba-Fachleute.

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    Alles unter Unterdruck

    Die Gruppe geht eine Zufahrtsrampe hinauf und betritt die „Halle Nord.“ Hier werden feste Abfälle gelagert.  Ein scharfer Lösemittelgeruch steigt in die Nase. „Draußen haben Sie nichts gerochen, oder?“ Stimmt. „Das liegt daran, dass wir hier immer einen Unterdruck erzeugen.“ Große Ventilatoren saugen die Luft an und geben sie, nachdem sie gefiltert ist, über das Dach ins Freie.

    Die Stoffe hier werden sortiert und – je nachdem mit Sägemehl versetzt – zu einem pastösen Material gemischt, das je nach Zusammensetzung in der Müllverbrennungsanlage oder in eine spezielle Sondermüllverbrennung gebracht und verbrannt wird.  Aus der hiesigen Metallverarbeitung kommen viele Abfälle aus der Galvanik. Chrom und andere hochwertige Metalle würden in speziellen Aufbereitungsanlagen rückgewonnen.

    Von der Halle Nord geht es hinüber in die Halle Süd, in der flüssige Stoffe gelagert sind. Vor einem großen grauen Kasten bleibt Oesterle stehen. Die Vakuumverdampfungsanlage ist eine der neuesten Alba-Errungenschaften in Dunningen. „Hier können wir Bohremulsionen und Kühlmittel wieder in Wasser und Öl trennen“, erläutert er. „Das ist wie eine Riesendestille.“ Am Ende kommt Wasser heraus und ein konzentriertes Öl, das als Ersatzbrennstoff eingesetzt werden kann.

    25.000 Tonnen pro Jahr

    Im Labor zeigt Oesterle der Gruppe, welche Gerätschaften bereit stehen, um die angelieferten Stoffe auf ihre Zusammensetzung zu überprüfen. „Hier kommt das pralle Leben an…“, witzelt er. Da die Dunninger Anlage eine von wenigen derartigen Sammelstellen im Baden-Württemberg ist, kommen die Transporte teilweise von weit her. Im Jahr darf die Anlage 25.000 Tonnen umschlagen.

    Im Gespräch beantwortet Oesterle eine Reihe Fragen zur Müllentsorgung und zum Recycling, etwa von modernen Lithium-Ionen-Batterien wie sie auch in E-Autos eingesetzt werden.

    Im Namen der Grünen bedankt sich Hubert Nowack für den informativen Nachmittag – und Oesterle betont, dass sein Unternehmen jederzeit für Besuchergruppen offen stehe.

     

     

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