Andreas Krieger und sein Kollege haben Bündel mit Kartons aus dem Grüngut gefischt. Foto: him

Man soll­te es nicht für mög­lich hal­ten“, empört sich Klaus And­reae aus Schram­berg:  „Da wech­selt jemand sei­ne WC-Schüs­sel aus. Wohin mit der alten Kera­mik­schüs­sel? Ganz ein­fach in den Wald.“ And­reae fin­det die aus­ge­dien­te Klo­schüs­sel  in der Nähe des Wan­der­park­plat­zes beim Feu­ren­moos auf dem Sul­gen. Außer­dem noch direkt neben dem Abfall­ei­mer eine Tüte mit Haus­ab­fäl­len. Und das, obwohl doch die Haus­müll- und Sperr­müll­ab­fuhr eigent­lich gut funk­tio­nie­re.

Kaput­te Klo­schüs­sel …
.…und Müll­tü­te beim Park­platz am Feu­ren­moos Fotos: And­reae

Auch beim Grün­gut fin­den die Müll­wer­ker vom Ent­sor­gungs­un­ter­neh­men Alba immer wie­der  Sachen, die dort nichts ver­lo­ren haben. Kürz­lich zogen Andre­as Krie­ger und sein Kol­le­ge meh­re­re dicke Bün­del Kar­ton­ver­pa­ckun­gen unter den Zwei­gen und Gras­schnitt­hau­fen her­vor. „Wir schau­en, ob wir eine Adres­se fin­den“, erzählt er. Bei den Möbel­ver­pa­ckun­gen könn­te es über die Adres­se des Geschäfts gelin­gen, den Käu­fer her­aus­zu­fin­den, glaubt Krie­ger.

Im Ord­nungs­amt der Stadt Schram­berg haben Cor­ne­lia Pen­ning und ihr Team immer wie­der mit der „ille­ga­len Abfall­be­sei­ti­gung“ zu tun: „Ich kann mir bild­haft vor­stel­len, woher das wie­der kommt.“  Sie wer­de den „Stadts­he­riff“ vor­bei­schi­cken, damit die­ser ver­su­che, den Ver­ur­sa­cher zu ermit­teln. Wenn nicht fest­stell­bar sei, wer den Müll so ent­sorgt hat, sei es an sich Sache des Land­krei­ses, den Müll zu besei­ti­gen.

Gele­gent­lich gelin­ge es sogar, die Ver­ur­sa­cher aus­fin­dig zu machen. An der Alten Stei­ge sei­en vor eini­ger Zeit Müll­tü­ten im Wald gele­gen. Dar­in fand sich ein Hin­weis auf die Ver­ur­sa­che­rin. „Da war auch die Poli­zei invol­viert“, erzählt Pen­ning. „Als die Frau eine Anzei­ge vom  Land­kreis bekam, hat sie erklärt, sie habe gar nicht gewusst, dass das nicht recht ist, den Müll in den Wald zu wer­fen.“ Immer­hin habe sie die Ver­war­nung  bezahlt.

Bru­no Rees, der Lei­ter des Abfall­wirt­schafts­amts beim Kreis Rott­weil bestä­tigt, dass sein Amt die Buß­geld­be­schei­de aus­stel­le: „Das kann ganz schön teu­er wer­den.“ Neben der Geld­bu­ße müs­sen die Ver­ur­sa­cher auch die Kos­ten für die Ent­sor­gung tra­gen. Aller­dings müs­se sei­ne Behör­de nach­wei­sen, dass  jemand tat­säch­lich den Müll ille­gal ent­sorgt hat. „Wir hat­ten den Fall, da hat jemand behaup­tet, ein Unbe­kann­ter habe die Sachen aus sei­ner Gara­ge gestoh­len und dann in den Wald gewor­fen….“ Wenn man Zeu­gen habe, sei es ein­fa­cher mit dem Nach­weis. Was die Kar­tons beim Grün­gut in Schram­berg betrifft, kün­digt Rees an, man wer­de der Sache nach­ge­hen.

Klaus And­reae ist aller­dings pes­si­mis­tisch, was die Müll­sün­der angeht:  „Die Idio­ten ster­ben nicht aus.“