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Mittwoch, 5. August 2020
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    JU Rottweil: sinnvolle Anreize für ein gesellschaftliches Jahr schaffen

    KREIS ROTTWEIL – Im Rahmen der Vorstandssitzung des Kreisverbandes Rottweil der Jungen Union erklärt der Kreisvorsitzende, Fabian Faas: „Die Pflicht zu einem gesellschaftlichen Jahr, egal ob Wehrdienst oder Soziales Jahr, berücksichtigt nicht ausreichend den flächendeckenden Fachkräftemangel und die Interessen vieler Jugendlicher in Deutschland. So kann und darf es nicht sein, dass einem Jugendlichen, der nach seinem Schulabschluss eine Lehre als Schreiner anfangen möchte, diese verwehrt wird und stattdessen ein gesellschaftliches Jahr an deren Stelle rückt. Nichts desto trotz, sollten wir an diesem wichtigen und richtigen Ansatz weiterarbeiten und die Interessen der Jugendlichen berücksichtigen.“

    So wurde in der Kreisvorstandssitzung festgestellt, dass es dennoch sinnvoll ist, mehr Jugendliche für ein gesellschaftliches Jahr zu begeistern. Die Reife und Erfahrung durch ein zusätzliches gesellschaftliches Jahr begleitet viele Menschen noch durch ihr gesamtes Leben. Außerdem kann ein gesellschaftliches Jahr die Attraktivität der Bundeswehr und des sozialen Sektors stärken, eine unserer Säulen eines guten und verträglichen Zusammenlebens.

    Es darf aber nicht die Pflicht sein, die die Jugendlichen dazu bewegt ein gesellschaftliches Jahr zu leisten. Der Kreisvorstand sieht insbesondere aus den Erfahrungen des Zivildienstes Nachteile. So bedarf es Kontrollinstanzen, die die Qualität durch Überwachung sicherstellen müssen. Außerdem bedarf es eines Sanktionsapparates bzw. -mechanismuses und die Institutionen müssen gleichwertige Bedingungen vorweisen, was etwa die Arbeitsbelastung betrifft. Ausnahmeregelungen, wie sie beim Zivildienst vorzufinden waren müssen vermieden werden und eine Gleichbehandlung der Geschlechter muss sichergestellt werden.

    Die Junge Union schlägt deshalb vor, ein Anreizsystem statt einer generalistischen Pflicht zu schaffen. Es sollte möglich sein, durch ein gesellschaftliches Jahr Vorteile in anderen Lebensbereichen zu erlangen. Damit würden Jugendliche dazu bewegt, ein gesellschaftliches Jahr zu leisten, und bereits entschlossene Jugendliche nicht daran gehindert, ihren Weg zu gehen. Diskutiert wurden hier unter anderem Vorteile bei der Vergabe von Studienplätzen oder Ausbildungsplätzen im öffentlichen Dienst. So können Jugendliche, die ein gesellschaftliches Jahr absolviert haben, von dem Dienst für die Gesellschaft umgehend nach Abschluss des Jahres profitieren. Der Kreisvorstand sprach sich auch für längerfristige Benefits aus, wonach Vorteile bei der Berechnung der Rentenpunkte und der Anrechnung des Jahres auf das Renteneintrittsalter entstehen könnten. Weitergehende Qualifikationen könnten gefördert werden durch Zuschüsse, wie z.B. beim Erwerb von Führerscheinklassen.

    Ein weiteres Thema, das die Jugendlichen im Kreise dieser Sitzung diskutiert haben, ist der Trend ein Auslandsjahr zu absolvieren. Deshalb spricht sich der Kreisvorstand für ein europäisches gesellschaftliches Jahr aus. Damit könnten jugendliche Bedürfnisse erkannt und berücksichtigt werden. Es sollte möglich sein, das soziale Jahr in ganz Europa zu gleichwertigen Bedingungen zu absolvieren. Der europäische Gedanke und die europäische Identität wird dadurch gestärkt. Die Kommunikation zwischen den sozialen Milieus innerhalb der Länder und innerhalb von Europa kann dadurch gefördert werden, entgegen der aktuellen nationalistischen Bewegungen.

     

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