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Samstag, 7. Dezember 2019
Start Land­kreis Rott­weil JU Rott­weil: sinn­vol­le Anrei­ze für ein gesell­schaft­li­ches Jahr schaf­fen

JU Rottweil: sinnvolle Anreize für ein gesellschaftliches Jahr schaffen

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KREIS ROTTWEIL – Im Rah­men der Vor­stands­sit­zung des Kreis­ver­ban­des Rott­weil der Jun­gen Uni­on erklärt der Kreis­vor­sit­zen­de, Fabi­an Faas: „Die Pflicht zu einem gesell­schaft­li­chen Jahr, egal ob Wehr­dienst oder Sozia­les Jahr, berück­sich­tigt nicht aus­rei­chend den flä­chen­de­cken­den Fach­kräf­te­man­gel und die Inter­es­sen vie­ler Jugend­li­cher in Deutsch­land. So kann und darf es nicht sein, dass einem Jugend­li­chen, der nach sei­nem Schul­ab­schluss eine Leh­re als Schrei­ner anfan­gen möch­te, die­se ver­wehrt wird und statt­des­sen ein gesell­schaft­li­ches Jahr an deren Stel­le rückt. Nichts des­to trotz, soll­ten wir an die­sem wich­ti­gen und rich­ti­gen Ansatz wei­ter­ar­bei­ten und die Inter­es­sen der Jugend­li­chen berück­sich­ti­gen.”

So wur­de in der Kreis­vor­stands­sit­zung fest­ge­stellt, dass es den­noch sinn­voll ist, mehr Jugend­li­che für ein gesell­schaft­li­ches Jahr zu begeis­tern. Die Rei­fe und Erfah­rung durch ein zusätz­li­ches gesell­schaft­li­ches Jahr beglei­tet vie­le Men­schen noch durch ihr gesam­tes Leben. Außer­dem kann ein gesell­schaft­li­ches Jahr die Attrak­ti­vi­tät der Bun­des­wehr und des sozia­len Sek­tors stär­ken, eine unse­rer Säu­len eines guten und ver­träg­li­chen Zusam­men­le­bens.

Es darf aber nicht die Pflicht sein, die die Jugend­li­chen dazu bewegt ein gesell­schaft­li­ches Jahr zu leis­ten. Der Kreis­vor­stand sieht ins­be­son­de­re aus den Erfah­run­gen des Zivil­diens­tes Nach­tei­le. So bedarf es Kon­troll­in­stan­zen, die die Qua­li­tät durch Über­wa­chung sicher­stel­len müs­sen. Außer­dem bedarf es eines Sank­ti­ons­ap­pa­ra­tes bzw. ‑mecha­nis­mu­ses und die Insti­tu­tio­nen müs­sen gleich­wer­ti­ge Bedin­gun­gen vor­wei­sen, was etwa die Arbeits­be­las­tung betrifft. Aus­nah­me­re­ge­lun­gen, wie sie beim Zivil­dienst vor­zu­fin­den waren müs­sen ver­mie­den wer­den und eine Gleich­be­hand­lung der Geschlech­ter muss sicher­ge­stellt wer­den.

Die Jun­ge Uni­on schlägt des­halb vor, ein Anreiz­sys­tem statt einer gene­ra­lis­ti­schen Pflicht zu schaf­fen. Es soll­te mög­lich sein, durch ein gesell­schaft­li­ches Jahr Vor­tei­le in ande­ren Lebens­be­rei­chen zu erlan­gen. Damit wür­den Jugend­li­che dazu bewegt, ein gesell­schaft­li­ches Jahr zu leis­ten, und bereits ent­schlos­se­ne Jugend­li­che nicht dar­an gehin­dert, ihren Weg zu gehen. Dis­ku­tiert wur­den hier unter ande­rem Vor­tei­le bei der Ver­ga­be von Stu­di­en­plät­zen oder Aus­bil­dungs­plät­zen im öffent­li­chen Dienst. So kön­nen Jugend­li­che, die ein gesell­schaft­li­ches Jahr absol­viert haben, von dem Dienst für die Gesell­schaft umge­hend nach Abschluss des Jah­res pro­fi­tie­ren. Der Kreis­vor­stand sprach sich auch für län­ger­fris­ti­ge Bene­fits aus, wonach Vor­tei­le bei der Berech­nung der Ren­ten­punk­te und der Anrech­nung des Jah­res auf das Ren­ten­ein­tritts­al­ter ent­ste­hen könn­ten. Wei­ter­ge­hen­de Qua­li­fi­ka­tio­nen könn­ten geför­dert wer­den durch Zuschüs­se, wie z.B. beim Erwerb von Füh­rer­schein­klas­sen.

Ein wei­te­res The­ma, das die Jugend­li­chen im Krei­se die­ser Sit­zung dis­ku­tiert haben, ist der Trend ein Aus­lands­jahr zu absol­vie­ren. Des­halb spricht sich der Kreis­vor­stand für ein euro­päi­sches gesell­schaft­li­ches Jahr aus. Damit könn­ten jugend­li­che Bedürf­nis­se erkannt und berück­sich­tigt wer­den. Es soll­te mög­lich sein, das sozia­le Jahr in ganz Euro­pa zu gleich­wer­ti­gen Bedin­gun­gen zu absol­vie­ren. Der euro­päi­sche Gedan­ke und die euro­päi­sche Iden­ti­tät wird dadurch gestärkt. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen den sozia­len Milieus inner­halb der Län­der und inner­halb von Euro­pa kann dadurch geför­dert wer­den, ent­ge­gen der aktu­el­len natio­na­lis­ti­schen Bewe­gun­gen.

 

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