JU Rottweil: sinnvolle Anreize für ein gesellschaftliches Jahr schaffen

JU Rottweil: sinnvolle Anreize für ein gesellschaftliches Jahr schaffen

KREIS ROTTWEIL –
Im Rahmen
der Vorstandssitzung des Kreisverbandes Rottweil der Jungen Union
erklärt der Kreisvorsitzende, Fabian Faas:
„Die
Pflicht zu einem gesellschaftlichen Jahr, egal ob Wehrdienst oder
Soziales Jahr, berücksichtigt nicht ausreichend den flächendeckenden
Fachkräftemangel und die Interessen vieler Jugendlicher in
Deutschland. So kann und darf es nicht sein, dass einem Jugendlichen,
der nach seinem Schulabschluss eine Lehre als Schreiner anfangen
möchte, diese verwehrt wird und stattdessen ein gesellschaftliches
Jahr an deren Stelle rückt. Nichts desto trotz, sollten wir an
diesem wichtigen und richtigen Ansatz weiterarbeiten und die
Interessen der Jugendlichen berücksichtigen.”

So wurde
in der Kreisvorstandssitzung festgestellt, dass es dennoch sinnvoll
ist, mehr Jugendliche für ein gesellschaftliches Jahr zu begeistern.
Die Reife und Erfahrung durch ein zusätzliches gesellschaftliches
Jahr begleitet viele Menschen noch durch ihr gesamtes Leben. Außerdem
kann ein gesellschaftliches Jahr die Attraktivität der Bundeswehr
und des sozialen Sektors stärken, eine unserer Säulen eines guten
und verträglichen Zusammenlebens.

Es darf aber nicht die Pflicht sein, die die Jugendlichen dazu bewegt ein gesellschaftliches Jahr zu leisten. Der Kreisvorstand sieht insbesondere aus den Erfahrungen des Zivildienstes Nachteile. So bedarf es Kontrollinstanzen, die die Qualität durch Überwachung sicherstellen müssen. Außerdem bedarf es eines Sanktionsapparates bzw. -mechanismuses und die Institutionen müssen gleichwertige Bedingungen vorweisen, was etwa die Arbeitsbelastung betrifft. Ausnahmeregelungen, wie sie beim Zivildienst vorzufinden waren müssen vermieden werden und eine Gleichbehandlung der Geschlechter muss sichergestellt werden.

Die Junge
Union schlägt deshalb vor, ein Anreizsystem statt einer
generalistischen Pflicht zu schaffen. Es sollte möglich sein, durch
ein gesellschaftliches Jahr Vorteile in anderen Lebensbereichen zu
erlangen. Damit würden Jugendliche dazu bewegt, ein
gesellschaftliches Jahr zu leisten, und bereits entschlossene
Jugendliche nicht daran gehindert, ihren Weg zu gehen. Diskutiert
wurden hier unter anderem Vorteile bei der Vergabe von Studienplätzen
oder Ausbildungsplätzen im öffentlichen Dienst. So können
Jugendliche, die ein gesellschaftliches Jahr absolviert haben, von
dem Dienst für die Gesellschaft umgehend nach Abschluss des Jahres
profitieren. Der Kreisvorstand sprach sich auch für längerfristige
Benefits aus, wonach Vorteile bei der Berechnung der Rentenpunkte und
der Anrechnung des Jahres auf das Renteneintrittsalter entstehen
könnten. Weitergehende Qualifikationen könnten gefördert werden
durch Zuschüsse, wie z.B. beim Erwerb von Führerscheinklassen.

Ein weiteres Thema, das die Jugendlichen im Kreise dieser Sitzung diskutiert haben, ist der Trend ein Auslandsjahr zu absolvieren. Deshalb spricht sich der Kreisvorstand für ein europäisches gesellschaftliches Jahr aus. Damit könnten jugendliche Bedürfnisse erkannt und berücksichtigt werden. Es sollte möglich sein, das soziale Jahr in ganz Europa zu gleichwertigen Bedingungen zu absolvieren. Der europäische Gedanke und die europäische Identität wird dadurch gestärkt. Die Kommunikation zwischen den sozialen Milieus innerhalb der Länder und innerhalb von Europa kann dadurch gefördert werden, entgegen der aktuellen nationalistischen Bewegungen.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 4. November 2019 von Pressemitteilung (pm). Erschienen unter https://www.nrwz.de/kreis-rottweil/ju-rottweil-sinnvolle-anreize-fuer-ein-gesellschaftliches-jahr-schaffen/244362