Jürgen Bögelspachers neuester Audivisionsvortrag kommt an

DEISSLINGEN – Megacities, modernste Technik, überwältigende Natur, heißen Quellen und Vulkane: Japan ist ein Land der Gegensätze, und die zeigte Fotograf und Globetrotter Jürgen Bögelspacher am Samstag in einer beeindruckenden Audiovisionsshow seinen zahlreichen Gästen im Deißlinger Gemeindezentrum.

Bögelspacher hat schon die halbe Welt bereist, nun also Japan. Gemeinsam mit dem Vulkanexperten Adrian Rohnfelder stieg er auf aktive Vulkane, besuchte verrückte Shows, erlebte den Fang von leuchtenden Tintenfischen, aß den eigentlich giftigen Kugelfisch und war bei rasanten illegalen Autorennen dabei.

Und brachte von all dem faszinierende Aufnahmen mit, aber auch jede Menge spannende Infos über diesen Inselstaat, dessen Bewohner mit der alltäglichen Erdbebengefahr so erstaunlich gelassen leben. Und die so völlig anders ticken wie die Europäer, obwohl sie ihnen in vielem sehr ähnlich sind. Die sich an Tempo 40 im ganzen Land halten und dafür sogar musikalische Straßen gebaut haben: Wer sich genau an das Limit hält, hört unter seinen Reifen „Oh my darling Clementine“. Die sich dafür am Wochenende in ihren unauffällig hochgetunten Familienkutschen illegale Rennen liefern. „Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie so schnell gefahren!“, gestand Motorradfreak Bögelspacher.

Der Aufstieg auf den Fuji verboten? Interessiert kaum jemand, also sind auch Rohnfelder und Bögelspacher über die Absperrung und zum Krater hinauf gestiegen. Ebenso auf den Asama, der im Gegensatz zum Fuji noch aktiv ist und explosionsartig ausbrechen kann. Haben sich berühmte Tempel angeschaut, mit Vorliebe in den frühen Morgen- und späten Abendstunden, denn dann sind die Menschenmassen weg, das Licht überwältigend und die Fotos entsprechend einmalig. Haben kurzerhand eine Hochzeitsgesellschaft aufgemischt und den unerfahrenen Hobbyfotografen das Heft aus der Hand genommen. Haben sich zeigen lassen, wie man einen eigentlich hochgiftigen Kugelfisch auseinandernimmt, damit er zum Leckerbissen wird, frei nach dem Motto: „Wir hätten auch Kobe-Rind essen können. Aber das gibt es ja auch bei uns.“

Leider hat es nicht geklappt mit der geplanten Fahrt im Manga-Shinkansen, der blieb wegen Erdbeben im Lokschuppen. Bilder von diesem erstaunlichen Schnellzug, der auf die Sekunde pünktlich fährt und seit ihrer Jungfernfahrt 1964 keinen einzigen Unfall mit Personenschaden hatte, gab es dennoch. Und noch viele mehr, gewürzt mit spannenden Infos, lustigen Geschichten und untermalt von Musik, für die Jo Hengstler zuständig war – ein toller Abend.

Wer mehr davon haben möchte, der kann mal hier reinschauen: www.http://www.photoaffairs.de/audiovision.html

 

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