Jusos im Kreis Rottweil nehmen die Fachkräftemangel im Kreis unter die Lupe

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Die kürzlich durchgeführte Gemeindebefragung 2023 im Kreis Rottweil, initiiert durch die Jusos im Kreis Rottweil, gibt Einblicke in die aktuelle Ausbildungssituation in verschiedenen Gemeinden. Mit insgesamt 13 Rückmeldungen – darunter zehn von Gemeinden – liefert die Befragung eine detaillierte Analyse der Herausforderungen, Erfolge und geplanten Maßnahmen.

Rottweil. In der Stadt Rottweil spiegeln die Ergebnisse einen anhaltenden Fachkräftemangel in den Bereichen Gastronomie und Pflege wider. Oberbürgermeister Christian Ruf hatte bereits beim Neujahrsempfang 2024 auf diese Herausforderung hingewiesen. Die Stadt setzt auf Maßnahmen wie die Ausbildungsmesse „starter“ und ein Speed-Dating zur Ausbildungsplatzsuche. Die Förderung von „weichen Standortfaktoren“ wie einem lebendigen Kultur- und Freizeitangebot soll die Attraktivität der Stadt für Lehrlinge steigern. Die Unterstützung von politischen Akteuren, insbesondere in Bezug auf Ausländerbehörden, Betreuungsförderung und Ganztagesbetreuung, wird als essenziell angesehen.

In Schramberg hingegen bleiben Stellen im Abwasser- und Gärtnerbereich unbesetzt. Die Stadt setzt auf eine umfassende Azubi-Starterwoche und stetige Verbesserungen im Arbeitgebermarketing. Die Lokalpolitik unterstützt die Stellenbesetzung, während auf höheren Politikebenen eine kluge Einwanderungs- und Bildungspolitik gewünscht wird. Deißlingen verzeichnet Schwierigkeiten bei der Besetzung von Lehrstellen im Sozial- und Erziehungsdienst. Maßnahmen wie ein Naturschutzprojekt für Azubis und Zugang zu Sport- und Gesundheitsangeboten sollen die Attraktivität steigern. Entbürokratisierung wird als hilfreich angesehen, insbesondere im Erzieherinnenberuf. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz wird hier kritisch betrachtet, da Azubis nicht als Fachkräfte gelten und die Anwerbung junger und ungelernter Menschen als schwierig erachtet wird.

Die Stadt Oberndorf freut sich über die erfolgreiche Besetzung aller Ausbildungsplätze, mit Ausnahme eines Platzes im gehobenen Dienst. Hier steht das Einführungspraktikum gehobener Dienst im Fokus. Die Stadt setzt auf eine Ausbildungsoffensive, Teilnahme an Ausbildungstagen und Angebote im Gesundheitsmanagement. Aktuell wird keine spezifische Unterstützung von politischen Akteuren im Ausbildungsbereich benötigt.

In Fluorn-Winzeln hingegen konnten alle Lehrstellen der Gemeinde erfolgreich besetzt werden, insbesondere im Bereich Kindergärten. Die Gemeinde setzt auf ein gutes Arbeitsklima, den Ausbau von Arbeitsplätzen und Betriebsausflüge. Forderungen nach einem besseren Ansehen öffentlicher Berufe, wettbewerbsfähigen Gehältern und höheren Zuschüssen für Kommunen werden von politischen Akteuren erwartet.

Die Gemeindebefragung gibt somit nicht nur Aufschluss über die Ausbildungssituation in den Gemeinden des Kreises Rottweil, sondern verdeutlicht auch die vielfältigen Bemühungen der Gemeinden, Unternehmen und politischen Akteure, die Situation kontinuierlich zu verbessern.Die Daten signalisieren deutlich, dass der Fachkräftemangel uns stark herausfordert. Um dieser Krise zu begegnen, hat die Bundesregierung durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz einen wirksamen Schritt zur Bekämpfung des Fachkräftemangels unternommen, der unsere Wirtschaft verstärkt. Allerdings bestehen weiterhin Unsicherheiten seitens der Kommunen, die zu beachten sind.

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz wird von vielen Gemeinden als Chance gesehen, wobei Deißlingen anmerkte, dass Azubis nicht als Fachkräfte gelten und die Anwerbung junger und ungelernter Menschen als schwierig erachtet wird.

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