Sie waren die Hauptakteure bei dieser dreistündigen Mitgliederversammlung der Senioren-Union: (von links) CDU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Stefan Teufel, der neu gewählte Kreisvorsitzende der Senioren-Union, Karl-Heinz Glowalla und der Demografiebeauftragte der baden-württembergischen Landesregierung, Thaddäus Kunzmann. Foto: pm

ROTTWEIL – Über ein „vol­les Haus“ freu­te sich Karl-Heinz Glow­al­la bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung der Senio­ren-Uni­on im Gast­haus „Kreuz“ in Schram­berg-Ober­reu­te. Zei­ge es doch die Ver­bun­den­heit und den Wil­len der CDU-Senio­ren, dass nach dem Tod des lang­jäh­ri­gen Vor­sit­zen­den Hel­mut Spre­ter die von ihm mit so gro­ßem Ein­satz geführ­te Ver­ei­ni­gung auch unter neu­er Füh­rung in sei­nem Sin­ne wei­ter aktiv tätig sein möge.

So konn­te es auch nicht ver­wun­dern, dass der 73-jäh­ri­ge bis­he­ri­ge Stell­ver­tre­ter ein­stim­mig zum neu­en Vor­sit­zen­den gewählt wur­de. „Ich weiß, dass ich in gro­ße Fuß­stap­fen tre­te“, sag­te Karl-Heinz Glow­al­la, beschei­den und vol­ler Ach­tung vor der Leis­tung sei­nes Vor­gän­gers, der noch die­se Ver­an­stal­tung und das gesam­te Jah­res­pro­gramm vor­ge­plant hat­te. Und in sei­nem Sin­ne will der neu gewähl­te Kreis­vor­stand aktu­el­le The­men bear­bei­ten und über den Tag hin­aus den­ken. Wie bis­her auch immer wie­der in der bewähr­ten Zusam­men­ar­beit mit ande­ren Grup­pie­run­gen, so wie jüngst immer wie­der mit der Jun­gen Uni­on.

Als stell­ver­tre­ten­de Kreis­vor­sit­zen­de wur­den Hugo Bron­ner wie­der und Ilo­na Gra­thwol neu in das Gre­mi­um beru­fen. Schatz­meis­ter  Eber­hard Barth, dem die eben­falls bestä­tig­ten Kas­sen­prü­fer  Kas­sen­prü­fer Vol­ker Schmeh und Peter Ruf eine ein­wand­freie Füh­rung der von ihm als „Käss­le“ bezeich­ne­ten  Finan­zen beschei­nig­ten, wur­de in sei­nem Amt bestä­tigt. Wolf­gang Schuler dage­gen, bis­he­ri­ger Schrift­füh­rer, trat nicht mehr an; für ihn über­nahm Rudi Glow­ka den Pos­ten und gleich den des Pres­se­re­fe­ren­ten mit dazu.

Ver­voll­stän­digt wird der Vor­stand durch die Bei­sit­zer Mar­kus Ban­hol­zer, Wal­ter Erath, Win­fried Halu­sa, Wil­fried Henne­muth, Mar­git Hin­kel (neu), Alfons Kuon, Doris Moser (neu), Franz Sau­ter, Her­bert Sau­ter und Wolf­gang Vater. Und dabei fällt auf: bei der Frau­en­quo­te holt die Senio­ren-Uni­on behut­sam zwar behut­sam, aber ste­tig auf.

Zur Freu­de auch von Ste­fan Teu­fel, dem CDU-Kreis­vor­sit­zen­den und Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten, der auch in Zukunft auf die Senio­ren-Uni­on als „Trieb­fe­der um Impuls­ge­ber“ und setzt und der beim Blick auf eini­ge wesent­li­che lan­des­po­li­ti­sche The­men wie der ärzt­li­chen Ver­sor­gung und der Zukunft der Pfle­ge Berei­che ansprach, die für die Senio­ren-Uni­on von Belang sind. Aber die gesam­te Gesell­schaft betref­fen. So stellt Ste­fan Teu­fel sei­ne gesam­te Arbeit und die der CDU unter die Über­schrift „Was hält unse­re Gesell­schaft zusam­men?“ Für ihn, und nicht nur für ihn, eine zen­tra­le Fra­ge­stel­lung in einer Zeit, in der vie­les im Umbruch ist und in der Ver­un­si­che­rung greif­bar ist wie sel­ten.

Drei­ßig Jah­re nach der Grün­dung der Senio­ren-Uni­on, wie der nun­mehr fünf­te SU-Vor­sit­zen­de im Kreis Rott­weil, Karl-Heinz Glow­al­la in sei­nem Schluss­wort fest­stell­te.

Genau die Hälf­te davon, ein „fünf­zehn­jäh­ri­ges Zeit­fens­ter“ sieht der Demo­gra­fie­be­auf­trag­te der Lan­des­re­gie­rung, Thad­dä­us Kunz­mann, damit unse­re Gesell­schaft  den dra­ma­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen des demo­gra­fi­schen Wan­dels bewäl­tigt. Eine Stun­de lang refe­rier­te der seit 14 Mona­ten im Amt befind­li­che frü­he­re Land­tags­ab­ge­ord­ne­te aus Nür­tin­gen anhand von power-point-auf­be­rei­te­ten Zah­len, Fak­ten und Schau­bil­dern vor den Mit­glie­dern der Senio­ren-Uni­on.

Und ver­blüff­te nicht wenig mit der Fest­stel­lung, dass die Ein­woh­ner­zahl  von Baden-Würt­tem­berg in den nächs­ten drei­ßig Jah­ren nicht abneh­men, aber sich dra­ma­tisch ver­än­dern wird. Mit jetzt noch unvor­stell­ba­ren Fol­gen für alle, für die gesam­te Gesell­schaft. Anhand sei­ner eige­nen Bio­gra­fie, Thad­dä­us Kunz­mann ist 54 Jah­re alt, zeig­te er auf, wel­che immense Anstren­gun­gen im Hin­blick auf das Älter­wer­den der gebur­ten­star­ken Jahr­gän­ge in den 60er Jah­ren not­wen­dig sind: „Es wer­den weni­ge sein, die dann für uns da sein wer­den.“ Viel Tech­nik wer­de benö­tigt, Ver­net­zun­gen, Digi­ta­li­sie­rung: „Es benö­tigt die Anstren­gung von Poli­tik, von Gesell­schaft und von jedem Ein­zel­nen.“ Gera­de weil Thad­dä­us Kunz­mann sei­ne Erläu­te­run­gen, sei­ne Schluss­fol­ge­run­gen und sein Fazit so unauf­ge­regt und ruhig vor­trug, schlu­gen die­se ein wie eine Bom­be. Eine jedoch, die wirkt, unmerk­lich und umso mehr spür­bar.

Dass die Stadt Rott­weil um das Jahr 2050 etwa gleich viel Ein­woh­ner haben wird wie heu­te, ist das eine; die alters­mä­ßi­ge Zusam­men­set­zung mit all den bis dahin not­wen­dig wer­den­den Ver­än­de­run­gen ist das ande­re. „Beherz­tes Vor­ge­hen ist drin­gend gebo­ten“, beton­te der

Exper­te für einen Bereich nach­drück­lich, der in wei­ten Tei­len noch immer nicht die Beach­tung fin­det, die erfor­der­lich ist.

Es ist gut, dass es uns als CDU-Frak­ti­on gelun­gen ist, die­ses Amt mit dem Mega­the­ma zu schaf­fen und mit Thad­dä­us Kunz­mann erst­mals einen Demo­gra­fie­be­auf­trag­ten zu betrau­en“, sag­te Ste­fan Teu­fel bei sei­nen Dan­kes­wor­ten. Eines nur sähe er ger­ne anders: „Sein Bereich betrifft alle The­men und des­we­gen gehört er nicht ins Sozi­al­mi­nis­te­ri­um, son­dern müss­te im Staats­mi­nis­te­ri­um ange­glie­dert sein.“