Kinder mit Villingendorfer Jägern auf der Pirsch

VILLINGENDORF – Erneut großes Interesse beim Villingendorfer Kinderferienprogramm: die 16 Kinder zwischen fünf und über zehn Jahren, die sich vergangenen Samstag um 14 Uhr im Hochwald zum Kinderferienprogrammpunkt „Auf der Pirsch mit Villingendorfer Jägern“ einfanden, waren gespannt, was sie wohl erwarten würde – denn bezogen auf die Jagd kursieren ja unterschiedliche Vorstellungen.

Um den Kindern einen umfangreichen, aber doch kindgerechten Einblick in die Aufgaben und Gebiete, in denen ein Jäger sich auskennen muss, zu geben, hatten die Jäger der Villingendorfer Jagdbogen Nord und Ost 13 Stationen im Hochwald aufgebaut, an denen die Kinder unter fachkundiger Anleitung lernen, erleben und üben durften, was Jagd ausmacht: Konzentration, Ruhe, Sach- und Fachwissen über Pflanzen und Tiere, und dabei mit anderen Gleichgesinnten zusammen: so erkundeten die Kinder in Kleingruppen den Parcours.

„Guck mal dahinten: ist das echt ein Waschbär?“ – „Und der Kauz, der sieht aber süß aus!“ – mit Fernglas, und dann direkt aus der Nähe konnten die Kinder im Wald versteckte Tierpräparate finden: Die Lebensarten mancher dieser Wildtiere sorgten für Erstaunen: so glaubten die Kinder es zunächst einmal nicht, dass der Dachs so sauber und hygienebewusst ist, dass er sich Aborte gräbt um sich darin zu erleichtern. Auch dass Dachs, Fuchs und Kaninchen (in anderen Gegenden durchaus auch mit einer Gans!) bisweilen zusammen eine Bau bewohnen ohne dass schwächste Tier gefressen wird (der sogenannte ‚Burgfrieden‘), wollte zunächst kaum ein Kind glauben.

„Zu welchem Baum gehört dieses Blatt, dieser Ast?“, „Was gehört in den Wald und was nicht? Welches Trittsiegel gehört zu welchem Wildtier? Welche Pflanze sind für Tier und Mensch genießbar“ – solche und andere Informationen konnten die Kinder auf vielfältige und abwechslungsreiche Art lernen: mittels Fühl- und Hörboxen musste blind erfühlt oder herausgehört werden, welche Gegenstände sich in den jeweiligen Gefäßen befinden. Dass Geschicklichkeit, Konzentration und eine ruhige Hand für eine richtige und waidgerechte Jagdausübung notwendig sind, erfuhren die Kinder bei vielfältigen Übungen: Bogenschießen, Speerwurf , aber auch Zielwerfen mit Bällen wurde geübt und es war schön zu beobachten, wie die Kinder sich gegenseitig Mut machten und lobten, auch wenn nicht gleich alles gelingen wollte.

„Jagd ohne Hund ist Schund!“: warum dies so ist, und wie man mit Hunden zusamenn tolle Jagderlebnisse haben kann, das lernten die Kinder schnell unter fachkundiger Anleitung von Sabine Müller: den Hund einen Parcours entlang führen um ihn danach in ein Suchengebiet schicken gelang auch den Kindern, die zuvor noch wenig bis gar keine Erfahrungen mit dem besten Helfer des Jägers gemacht hatten. Da die Hunde natürlich auch ausgiebig gelobt und gestreichelt werden mussten fiel der Abschied von dieser Station immer schwer.

Ein weiteres Highlight war der „Lernort Natur – Anhänger des Hegeringes Rottweil. Hier durften die Kinder Präparate vieler verschiedener Wildtiere auf engstem Raum bestaunen, dem Betreuer Michael Strittmmatter Löcher in den Bauch fragen oder bereits erworbenes Wissen anbringen – was häufig so lange ging, dass andere Gruppen ein wenig warten mussten um selbst an die Reihe zu kommen.

Nach dem Durchlaufen der Stationen hatte sich bei Kindern wie Betreuern Hunger eingestellt, der am Lagerfeuer bei Emil Ebenhoch durch Stockbrot, Kuchenspenden, und Grillwürste sowie heißen und kalten Getränke gestillt werden konnte.

Zum Abschluss des allgemeinen Teils wurde allen Teilnehmern ein ‚Kinderjägerbrief‘ ausgehändigt, bevor es dann nochmals spannend wurde: die größeren durften mit auf den Beobachtungsansitz um bis Büchsenlichtende gespannt Feld und Flur ‚abzuglasen‘ – dass hier Ruhe besonders wichtig ist, wurde den Kindern zuvor nocheinaml eingeschärft – und so konnte tatsächlich das eine oder andere Tier bestaunt werden.

Am Ende waren sich alle einig: es war ein ereignisreicher, informativer aber auch einfach toller Punkt im Villingendorfer Kinderferienprogramm, der sicherlich wiederholt werden wird.

 

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