Jeder braucht mal einen Handwerker. Die Handwerkskammer gibt Tipps zum Umgang mit den Rettern in der Not. Archivfoto: Handwerkskammer

KREIS ROTTWEIL – Sie machen Lärm, sind manch­mal kurz ange­bun­den, aber oft Ret­ter in der Not. Die Hand­werks­kam­mer Kon­stanz gibt zehn prak­ti­sche Tipps, wie Kun­den einen guten Draht zu Hand­wer­kern auf­bau­en.

Das gebro­che­ne Was­ser­rohr im Kel­ler oder neue Tape­ten fürs Wohn­zim­mer ­– irgend­wann braucht jeder einen Hand­wer­ker. Damit im Not­fall und auch bei nicht so eili­gen Reno­vie­rungs­ar­bei­ten der Fach­mann ger­ne vor­bei­kommt, hilft ein guter Umgang mit den Betrie­ben – von der ers­ten Anfra­ge bis zur Zah­lung. Mit die­sen zehn Tipps bau­en Ver­brau­cher einen guten Kon­takt zu Hand­wer­kern auf und sichern sich Vor­zugs­be­hand­lung für alle Fäl­le.

Lie­ber E‑Mail als Tele­fon: Vie­le Hand­wer­ker bevor­zu­gen schrift­li­che Kon­takt­auf­nah­me per Mail. Gera­de klei­ne­re Betrie­be wer­den so bei der Arbeit nicht unter­bro­chen und kön­nen sich zu einem güns­ti­gen Zeit­punkt zurück­mel­den. Je detail­lier­ter die Anfra­ge for­mu­liert ist, des­to prä­zi­ser kann auch der Hand­wer­ker ant­wor­ten.

 Offen und ehr­lich sein: Wie die meis­ten Men­schen arbei­ten Hand­wer­ker lie­ber und moti­vier­ter mit Kun­den, die ihnen ein gewis­ses Maß an Ver­trau­en ent­ge­gen­brin­gen. Auf­trag­ge­ber spa­ren daher am bes­ten schon bei der Kon­takt­auf­nah­me nicht mit Infor­ma­tio­nen über sich: Neben Kon­takt­da­ten wie E‑Mail, Han­dy­num­mer und Adres­se erleich­tern Anga­ben zu Beruf und auf­trags­re­le­van­ten Beson­der­hei­ten das Mit­ein­an­der. Wer ganz gro­ßes Ver­trau­en in einen Betrieb hat, ver­rät sein Bud­get für das Vor­ha­ben. Mit die­sen Anga­ben ist ein maß­ge­schnei­der­tes Ange­bot bezüg­lich Aus­stat­tung und Qua­li­täts­ni­veau mög­lich. Wei­te­rer Vor­teil: Der Hand­wer­ker kann gleich dar­auf hin­zu­wei­sen, wenn das Bud­get für die Ansprü­che zu klein oder zu üppig ist.

Auf­trä­ge schrift­lich ver­ge­ben: Grö­ße­re Auf­trä­ge, vor allem im Bau­be­reich, soll­te man nur schrift­lich ver­ge­ben. Leis­tungs­um­fang und ‑inhalt soll­ten im Ver­trag prä­zi­se gere­gelt und wich­ti­ge Ter­mi­ne, bei einem Bau­vor­ha­ben bei­spiels­wei­se der Fer­tig­stel­lungs­ter­min, fixiert wer­den.

Umfang der Arbei­ten vor Auf­trags­ver­ga­be klä­ren: „Es ist von gro­ßem Vor­teil, wenn die Kun­den im Vor­feld gut dar­über nach­ge­dacht haben, was sie eigent­lich wol­len“, sagt Maler­meis­ter Rai­ner Ken­z­ler. Hier­bei denkt der Hand­wer­ker aus Vol­kerts­hau­sen nicht an fach­li­che Details, son­dern an ver­bind­li­che Abspra­chen beim Auf­trag­ge­ber. „Es ist immer gut, wenn sich etwa Paa­re dar­über einig sind, was und in wel­chem Umfang gear­bei­tet wer­den soll“, weiß Ken­z­ler aus Erfah­rung.

Genaue Anga­ben machen: Im Vor­feld sämt­li­cher Auf­trä­ge soll­ten mög­lichst genaue Anga­ben über Art und Umfang der aus­zu­füh­ren­den Arbei­ten gemacht wer­den. Der Hand­wer­ker kann damit den Zeit‑, Werkzeug‑, Mate­ri­al- und Per­so­nal­be­darf bes­ser pla­nen. Das erspart auch dem Kun­den unnö­ti­ge Kos­ten.

Nur einen Ansprech­part­ner bestim­men: Gera­de bei kom­ple­xe­ren Auf­trä­gen müs­sen Hand­wer­ker wis­sen, wer wel­che Ent­schei­dun­gen trifft. Auf­trag­ge­ber soll­ten daher mög­lichst nur einen Ansprech­part­ner benen­nen, vor allem, wenn noch ein Pla­ner oder Archi­tekt betei­ligt ist. Die­ser Ansprech­part­ner soll­te zuver­läs­sig auch per Tele­fon erreich­bar sein.

Bei grö­ße­ren Arbei­ten gemein­sa­men Ter­min orga­ni­sie­ren: „Bei Bau­ar­bei­ten, an denen meh­re­re Gewer­ke betei­ligt, bie­tet sich an, mit mög­lichst allen Hand­wer­kern im Vor­feld einen gemein­sa­men Ter­min zu ver­ein­ba­ren“, rät Maler­meis­ter Ken­z­ler. Die­ses Tref­fen soll­te gut vor­be­rei­tet sein, damit am Ende die Schnitt­stel­len bespro­chen sind und alle Betei­lig­ten sich auf einen Bau­zei­ten­plan eini­gen.

Zufrie­den­heit zei­gen: Wäh­rend der Bau­ar­bei­ten moti­viert es, wenn der Kun­de den Hand­wer­kern hin und wie­der zeigt, dass er mit der sicht­ba­ren Arbeit bis­lang zufrie­den ist.

Pri­vat­ge­sprä­che nach Fei­er­abend füh­ren: Gegen eine Unter­hal­tung mit dem Hand­wer­ker ist nichts ein­zu­wen­den. Schließ­lich ver­bes­sert ein guter Kon­takt gegen­sei­ti­ges Ver­ständ­nis und Arbeits­kli­ma. Doch auch die­se Zeit ist Arbeits­zeit und muss bezahlt wer­den. Gesprä­che über gemein­sa­me Hob­bys füh­ren Auf­trag­ge­ber des­halb bes­ser außer­halb der Arbeits­zeit.

Pro­ble­me sofort anspre­chen: Auf­trag­ge­ber soll­ten sofort auf ver­mu­te­te Män­gel oder Ärger­nis­se hin­wei­sen. Ernst­haf­te Pro­ble­me räumt man am bes­ten in einem offe­nen Gespräch aus dem Weg. Ist das nicht mög­lich, kön­nen Kun­den die Ver­mitt­lungs­stel­le der Hand­werks­kam­mer ein­schal­ten.