Die Firma Knauf in Lauffen wird weiter expandieren. Foto: Moni Marcel

LAUFFEN – Die Knauf­gru­ben bei Lauf­fen sind fast voll­stän­dig mit Aus­hub der Stutt­gar­ter Tief­bahn­hof-Bau­stel­le ver­füllt, 1,3 Mil­lio­nen Ton­nen sind drin, doch dort fällt wei­ter­hin wel­cher an, und die Fir­ma Gfrö­rer wür­de ger­ne noch grö­ße­re Men­gen nach Lauf­fen brin­gen. Das führ­te am Mon­tag im Ort­schafts­rat für län­ge­re Dis­kus­sio­nen.

Ein­ge­la­den war Mark Aretz, Werks­lei­ter von Knauf, der kei­ne leicht ver­dau­li­chen Infor­ma­tio­nen für die Räte dabei hat­te. Denn zum Einen ist der Bahn­halt, den die Lauf­fe­ner eigent­lich als Gegen­leis­tung für den Aus­hub ver­spro­chen bekom­men hat­ten, in wei­te Fer­ne gerückt, die Ver­hand­lun­gen mit der Bahn hät­ten da nichts gebracht, so Aretz.

Und auch der Wunsch aus der Gemein­de, über die Stra­ße ins Ver­fül­lungs­ge­biet, die oft sehr ver­schmutzt ist, eine Brü­cke zu bau­en, wird wohl nicht erfüllt. Aretz schätz­te die Kos­ten auf eine Vier­tel­mil­li­on Euro, sein Chef habe bei dem Lauf­fe­ner Vor­schlag tat­säch­lich Schnapp­at­mung bekom­men. Ergo: Nicht mach­bar. Ganz so schlimm fan­den das die Räte aber nicht. So beton­te Tho­mas Fischin­ger (SPD), der in dem Gebiet sein Tier­ge­he­ge hat und als Jäger unter­wegs ist, dass man bis­lang trotz des Drecks immer durch­ge­kom­men sei. Im Übri­gen dür­fe die Stra­ße doch ohne­hin nur von weni­gen Befug­ten befah­ren wer­den, und für ein paar Spa­zier­gän­ger eine Brü­cke zu bau­en, das müs­se ja nicht unbe­dingt sein.

Aretz stell­te auch die Geschäfts­zah­len sei­ner Fir­ma vor, die bes­tens aus­se­hen: Knauf mach­te welt­weit sie­ben Mil­li­ar­den Euro Umsatz und hat jetzt vier Pro­zent mehr Mit­ar­bei­ter. In Deutsch­land liegt der Knauf-Umsatz bei 1,6 Mil­li­ar­den Euro, und in Lauf­fen wur­den wie­der viel inves­tiert. Der Stuck­gips­küh­ler ist neu, das spart Trans­port­we­ge und Strom und damit 1,5 Mil­lio­nen Euro.

In den kom­men­den zwei Jah­ren wird wei­ter inves­tiert, so weicht der LKW-Park­platz einem 5000 Qua­drat­me­ter gro­ßen Zelt, denn Knauf braucht für die stän­dig stei­gen­de Pro­duk­ti­on mehr Platz. Vor allem die Fran­zo­sen sei­en wie­der im Boot, bestell­ten ihre Gips­plat­ten bei Knauf, nach jah­re­lan­ger Pau­se. Daher wird man in Lauf­fen dem­nächst in vier Schich­ten arbei­ten, aller­dings wird es ein Pro­blem geben, wie Mark Aretz beton­te: „Wir müs­sen erst Per­so­nal fin­den.” Was der­zeit nicht ein­fach ist ange­sichts des leer­ge­feg­ten Faach­kräf­te­markts.

Der sorgt auch für einen wei­te­ren Hemm­schuh, denn den Spe­di­tio­nen feh­len eben­falls Arbeits­kräf­te, ein Pro­blem, das jetzt durch eine wei­te­re Rege­lung noch ver­schärft wur­de. Denn seit Kur­zem ist es den LKW-Fah­rern nicht mehr erlaubt, die Wochen­en­den in ihren Las­tern zu ver­brin­gen. Damit loh­ne es sich für ost­eu­ro­päi­sche Fah­rer nicht mehr, in Deutsch­land zu arbei­ten, so Aretz. Mit mehr LKWs hät­te Knauf einen noch grö­ße­ren Zuwachs, beton­te der Werks­lei­ter.

Mehr Aus­hub im Knauf-Gelän­de, das sehen offen­bar man­che in der Bevöl­ke­rung skep­tisch, befürch­ten, dass durch höhe­re Auf­schüt­tun­gen ein klei­nes, dunk­les Tal im hin­te­ren Bereich ent­ste­hen könn­te. Doch das muss nicht sein, da lie­ße sich ver­schie­de­nes model­lie­ren, so Aretz. Er emp­fahl den Räten, sich mit der Fir­ma Gfrö­rer ins Ver­neh­men zu set­zen, denn die hat einen Fach­mann, der Varia­tio­nen in 3D-Model­len vor­stel­len kann. Immer­hin: Umsonst muss Lauf­fen den S21-Aus­hub nicht anneh­men. Und mit Blick auf die Gemein­de­kas­se waren sich die Räte einig, in die Ver­hand­lun­gen mit der Spe­di­ti­on ein­zu­stei­gen.