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Montag, 9. Dezember 2019
Start Land­kreis Rott­weil Koso­vo ver­dient Hil­fe

Kosovo verdient Hilfe

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KREIS ROTTWEIL – In Zusam­men­ar­beit mit dem bil­dungs­po­li­ti­schen Pro­jekt Edu­ca­ti­on Unli­mi­ted, das sich um Koope­ra­ti­on zwi­schen Schu­len in der Repu­plik Koso­vo und Baden-Wür­t­­te­m­berg bemüht, besuch­ten Mit­glie­der und Gäs­te des Lan­des­vor­stan­des der CDU-Seni­o­­ren-Uni­on auf einer sechs­tä­gi­gen Rei­se die Repu­blik Koso­vo.

Edu­ca­ti­on Unli­mi­ted wird von der Deut­schen Bot­schaft in Pris­ti­na mit Bot­schaf­ter Chris­ti­an Heldt sowie dem Vize­prä­si­den­ten des Euro­pa­par­la­ments und Lan­des­vor­sit­zen­den der Seni­o­­ren-Uni­on, Rai­ner Wie­land MdEP, unter­stützt und beglei­tet.

Im poli­ti­schen Teil der Rei­se stell­ten hoch­ran­gi­ge Begeg­nun­gen und inten­si­ve Gesprä­che unter ande­rem mit Var­li Vese­li, dem Prä­si­den­ten des koso­vo­ari­schen Par­la­ments, Ramush Hara­di­naj, dem Pre­mier­mi­nis­ter der Repu­blik und Abge­ord­ne­ten ver­schie­de­ner Par­tei­en Schwer­punk­te der Rei­se dar.

Dazu zähl­te auch der Besuch bei EULEX, einer zivi­len Mis­si­on der Euro­päi­schen Uni­on, in deren Rah­men Poli­zis­ten, Rich­ter, Gefäng­nis­auf­se­her und Zoll­be­am­te in den Koso­vo ent­sandt wur­den, um dort beim Auf­bau von Poli­zei, Jus­tiz und Ver­wal­tung zu hel­fen. Die Vor­stel­lung kom­mu­nal­po­li­ti­scher Pro­jek­te durch Bür­ger­meis­ter Muhar­re­mai aus Suhare­ke bezie­hungs­wei­se Llad­rov­ci aus Dre­nas, sowie Bei­spie­le für indus­tri­el­le „Vor­zei­ge­ob­jek­te“ etwa des Wein­guts Agro­ko­so­va und des Mine­ral­was­ser­pro­du­zen­ten. „Spi­rit of Dri­ni“ in Priz­ren, gaben zusätz­lich Ein­bli­cke in die Arbeit vor Ort.

Das von der Stadt Fell­bach in Suhare­ke geför­der­te „Haus Fell­bach“, die Gesprächs­run­den im Loyo­la – Gym­na­si­um in Priz­ren und im Sken­der­bej Gym­na­si­um in Dre­nas gab Gele­gen­heit in Gesprächs­run­den mit den Schü­lern die Zukunfts­­­vor­­stel­­lun­­gen- und Wün­sche der Kin­der und Jugend­li­chen zu erfah­ren.

Vor­herr­schend waren Rei­­se- und Stu­di­en­mög­lich­kei­ten in Euro­pa. Die der­zeit gel­ten­den Visa­be­stim­mun­gen stel­len dabei ein gro­ßes Hin­der­nis dar. Die Wün­sche, hier zeit­nah Ände­run­gen und Erleich­te­run­gen zu errei­chen, zogen sich durch alle Gesprä­che.

Bei Besich­ti­gun­gen und Gesprä­chen in der katho­li­schen Kir­che St. Abra­ham, der Mosche in Dre­nas und in dem aus dem Mit­tel­al­ter stam­men­den ser­­bisch-ortho­do­­xen Klos­ter Vis­o­ki Deca­ni, das heu­te noch von Öster­rei­chi­schen und Ita­lie­ni­schen KFOR-Sol­da­­ten beschützt wird, wur­den die Bemü­hun­gen deut­lich, über Gren­zen von Volks­zu­ge­hö­rig­keit und Reli­gi­on hin­weg Lösun­gen für ein zukünf­ti­ges fried­li­ches und nach­hal­ti­ges Mit­ein­an­der zu fin­den. Dabei war beson­ders erfreu­lich zu sehen, dass es auch einen libe­ra­len und säku­la­ren Islam geben kann. In Sulz sind mehr Frau­en mit Kopf­tuch zu sehen, als in Pris­ti­na, der Haupt­stadt des Koso­vo. Bei allen Schich­ten der Bevöl­ke­rung – auch bei den jün­ge­ren – stell­te sich her­aus, dass der Krieg mit sei­nen schreck­li­chen Erleb­nis­sen noch sehr „in den Köp­fen“ ver­an­kert ist.

Unter­stri­chen und beson­ders offen­kun­dig wur­den die Pro­ble­me bei Besuch in Mitro­vi­ca, wo eine gesperr­te und von mili­tä­ri­schen Kräf­ten der KFOR über­wach­te Stra­ßen­brü­cke Wohn­be­zir­ke des nörd­li­chen, ser­bi­schen Teils des Koso­vo trennt.

Mit drei wei­te­ren Rei­se­teil­neh­mern hat Hugo Bron­ner den Weg über die Brü­cke in den ser­bi­schen Teil gewagt. Auf Aner­ken­nung bei der deut­schen Dele­ga­ti­on stie­ßen die durch­aus erkenn­ba­ren Ansät­ze, die immer noch weit ver­brei­te­ten gra­vie­ren­den Vor­be­hal­te und Aver­sio­nen der mehr­heit­lich eth­nisch alba­ni­schen Bevöl­ke­rung gegen­über dem ser­bi­schen Volks­teil zu über­win­den. Die Greu­el­ta­ten waren zu groß, des­halb wird es noch lan­ge dau­ern.

Fazit für Hugo Bron­ner: Gemes­sen an der Auf­bau­ar­beit nach den Kriegs­zer­stö­run­gen und vor allem seit der Unab­hän­gig­keit im Jah­re 2008 hat der Koso­vo die Unter­stüt­zung der EU ver­dient. Immer wie­der wur­de der Dele­ga­ti­on ver­si­chert, wir sind ein Euro­päi­sches Land. Denn: Russ­land, Chi­na und die Tür­kei ste­hen in den Start­lö­chern. Was das bedeu­ten wür­de, ver­deut­licht ein Blick auf die Land­kar­te.

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