Kreis Rottweil: 5000 Menschen leiden unter Diabetes und Übergewicht

Zusammenhang zwischen Diabetes und Adipositas / Europäischer Adipositas-Tag am 19. Mai

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Übergewicht ist ein wesentlicher Risikofaktor für Typ-2-Diabetes. Foto: AOK
Diabetes, Insulinpen, Injektion von Insulin mit einem Injektor, an dem man die Menge des benötigten Insulins, in Einheiten, einstellen kann, am Bauch,

Nach Daten des Robert Koch-Insti­tuts haben etwa 24 Pro­zent aller Deut­schen einen Body-Mass-Index (BMI) von über 30 und sind damit stark über­ge­wich­tig. Das teilt die AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg anläss­lich des Euro­päi­schen Adi­po­si­tas-Tags am 19. Mai mit und weist auf den Zusam­men­hang zwi­schen star­kem Über­ge­wicht und der Volks­krank­heit Dia­be­tes Typ 2 hin.

Nach einer aktu­el­len AOK-Aus­wer­tung waren 2016 im Land­kreis Rott­weil 2545 Ver­si­cher­te mit der Dop­pel­dia­gno­se Adi­po­si­tas und Dia­be­tes Typ 2 in ärzt­li­cher Behand­lung. Da im Land­kreis etwa die Hälf­te der Bevöl­ke­rung AOK-ver­si­chert ist, dürf­te die Gesamt­zahl aller Betrof­fe­nen rund dop­pelt so hoch sein.

Was hin­ter die­sem Zusam­men­hang steckt, weiß Bar­ba­ra Wil­helm, Ernäh­rungs­ex­per­tin der AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg: „Über­ge­wicht und Bewe­gungs­man­gel sind die ent­schei­den­den Risi­ko­fak­to­ren für die Ent­ste­hung von Typ-2-Dia­be­tes. Wei­te­re Fak­to­ren, die eine Erkran­kung begüns­ti­gen kön­nen, sind eine Ernäh­rung, die viel Fett und Zucker, aber wenig Bal­last­stof­fe ent­hält, Rau­chen oder ein gene­tisch erhöh­tes Risi­ko.“

Etwa 80 von 100 Typ-2-Dia­be­ti­kern sei­en über­ge­wich­tig. Der hohe Insu­lin­spie­gel bei Über­ge­wicht setzt die Sen­si­bi­li­tät und Dich­te der Insu­lin­re­zep­to­ren her­ab und damit die Wirk­sam­keit des Insu­lins. Dadurch muss der Kör­per die Insu­lin­pro­duk­ti­on wei­ter stei­gern. Bau­en Betrof­fe­ne Über­ge­wicht ab, sinkt der Insu­lin­spie­gel wie­der. Das trägt dazu bei, dass die Insu­lin­re­zep­to­ren wie­der emp­find­li­cher auf das Insu­lin reagie­ren und die Dich­te der Insu­lin­re­zep­to­ren wie­der zunimmt.

So kann sich der Zucker­stoff­wech­sel wie­der nor­ma­li­sie­ren. „Man­che Betrof­fe­nen schaf­fen es, ihre Erkran­kung allein mit sol­chen Ver­hal­tens­än­de­run­gen in den Griff zu bekom­men“, so die AOK-Ernäh­rungs­ex­per­tin. „Wer der Ent­ste­hung von Typ-2-Dia­be­tes vor­beu­gen möch­te, kann selbst aktiv wer­den. Die wich­tigs­ten Maß­nah­men betref­fen den Lebens­stil. Mit­tel­meer­kost und regel­mä­ßi­ge Bewe­gung beu­gen Über­ge­wicht vor oder hel­fen dabei, es wie­der los­zu­wer­den.“

Besonders älter Menschen betroffen

Die Anzahl der Betrof­fe­nen mit der Dop­pel­dia­gno­se Adi­po­si­tas und Dia­be­tes Typ 2 stieg in den letz­ten Jah­ren im Land­kreis um durch­schnitt­lich zwei Pro­zent jähr­lich. Der höchs­te Anteil wird laut AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg in der Alters­grup­pe zwi­schen 70 und 74 Jah­ren erreicht.

Aller­dings sei­en auch zuneh­mend jün­ge­re Alters­grup­pen vom Dia­be­tes-Risi­ko­fak­tor Über­ge­wicht betrof­fen. Auch etwa sechs Pro­zent der Kin­der und Jugend­li­chen in Deutsch­land sind adi­pös. Star­kes Über­ge­wicht hat in den letz­ten Jahr­zehn­ten in allen Alters­grup­pen zuge­nom­men. „Ob Kin­der und Jugend­li­che über­ge­wich­tig wer­den, hängt unter ande­rem davon ab, was und wie viel sie essen und trin­ken. Limo­na­de, Cola­ge­trän­ke und Säf­te ent­hal­ten viel Zucker und dadurch vie­le Kalo­ri­en. Süßig­kei­ten und Snacks zwi­schen­durch trei­ben die Kalo­ri­en­zu­fuhr eben­falls nach oben“, so Bar­ba­ra Wil­helm.

Kin­der ler­nen von ihren Vor­bil­dern. Ihr Ess- und Trink­ver­hal­ten schau­en sie sich vor allem von der Fami­lie ab. Dar­um soll­ten Eltern als Vor­bil­der wir­ken, wobei sich der natür­li­che Bewe­gungs­drang von Kin­dern nut­zen lässt.

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