NRWZ.de, 7. Januar 2021, Autor/Quelle: Pressemitteilung (pm)

Kreisimpfzentren: Start ist nun der 22. Januar

Das Ministerium für Soziales und Integration hat in Rücksprache mit den Kommunalen Landesverbänden beschlossen, den Start der Kreisimpfzentren um eine Woche auf den 22. Januar zu verschieben. Grund hierfür seien die Impfstofflieferungen durch den Bund, heißt es in einer Mitteilung aus dem Ministerium. Das Land hat bisher knapp 170.000 Impfdosen erhalten, die alle bereits verimpft beziehungsweise verplant seien. Eine weitere Lieferung an Impfstoff wird für dieses Wochenende erwartet und wird den Zentralen Impfzentren mit ihren Mobilen Impfteams zugeteilt.

„Es ist nicht möglich und auch nicht sinnvoll, diesen Impfstoff eine Woche lang bis zum Start der Kreisimpfzentren zu bunkern, wir haben immer gesagt, jede Impfdosis, die hier ankommt, wird auch sofort verimpft“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha am Donnerstag (7. Januar) in Stuttgart. Erst am 18. Januar erwartet Baden-Württemberg die nächste Impfstoff-Lieferung vom Bund, die dann anteilig den Kreisimpfzentren zur Verfügung gestellt werden wird. Ab diesem Zeitpunkt können die KIZ Termine dann auch freischalten – alle bis zum heutigen Zeitpunkt vergebenen Termine behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit, sie betreffen ausschließlich die Zentralen Impfzentren (ZIZ).

Lucha: „Es macht keinen Sinn, die Infrastruktur in den Kreisimpfzentren hochzufahren, wenn wir keinen Impfstoff haben. Die Landkreise und Kommunen sind entsprechend informiert. Wir wissen, dass die Nachfrage groß ist und würden selbstverständlich gerne alle bedienen, die geimpft werden wollen. Aber die Situation ist nun einmal so, dass wir nur sehr wenig Impfstoff haben, den wir verteilen können. Die Lage wird sich dann entspannen, wenn weitere Impfstoffe von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen sind und wir mehr Termine vergeben können.“

Dunningens Bürgermeister Peter Schumacher reagierte mit Kritik auf diese Meldung. Er schrieb auf seiner persönlichen Facebook-Seite:

Es ist schon mehr als ärgerlich, wenn die Kommunen die Strukturen für die Kreisimpfzentren geschaffen haben, diese mangels Impfstoff aber nicht wie geplant in Betrieb gehen können. Mit Verlaub: Auch wenn die Pressemitteilung schön geschrieben ist, heißt es nichts anderes, als dass im Sommer geschlafen und schlichtweg zu wenig Impfstoff geordert wurde. Gerade bei diesen massiven Grundrechtseinschränkungen wäre es angebracht, wenn die politisch Verantwortlichen in Bund und Land endlich alles daran setzen, dass genügend Impfstoff für die Bevölkerung zur Vergügung steht und die Impfstrukturen ins Laufen kommen. Die aktuellen Entwicklungen und latenten Äußerungen vieler Politiker lassen das Ende eines Lockdowns in weite Ferne rücken. Da muss der Beschaffung des Impfstoffs als einziger Lichtblick für ein Ende der Pandemie und damit einem Ende der Geundrechtseinschränkungen doch oberste Priorität eingeräumt werden. Und da darf dann wirklich Geld keine allzu große Rolle spielen.

Kreisimpfzentren: Start ist nun der 22. Januar