Kreismitgliederversammlung der Grünen mit MdL Petra Häffner

Petra Häffner und Sonja Rajsp. Foto: pm

Kreis Rott­weil (pm) – Die Grü­nen des Land­krei­ses tra­fen sich am Don­ners­tag­abend im Sport­heim des SV Zim­mern. Ein eher unge­wöhn­li­cher Ort, doch das hat­te einen guten Grund, wie es in einer Pres­se­mit­tei­lung heißt.

Denn zu Gast war MdL Petra Häff­ner, sie ist die sport­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen-Land­tags­frak­ti­on. Und das freu­te auch die Gast­ge­ber vom SV Zim­mern, denn sie wün­schen sich seit lan­gem eine rich­ti­ge Sport­hal­le, wie Vor­sit­zen­der Frank Thier­in­ger beton­te. „Das ist unser drin­gends­tes Anlie­gen”, immer­hin stammt die Hal­le, die man jetzt nutzt, noch aus Zei­ten des zwei­ten Welt­kriegs. Und der SVZ ist ein sehr akti­ver Ver­ein, nicht nur mit 1100 Mit­glie­dern der größ­te in Zim­mern, son­dern auch einer mit sehr viel Jugend­ar­beit, in Koope­ra­ti­on mit dem SC Frei­burg hat man schon eini­ge Talen­te her­vor­ge­bracht, dar­un­ter Fuß­ball-Natio­nal­spie­ler Sebas­ti­an Rudy. Der­zeit sei­en die Pla­nun­gen für die Drei­feld­sport­hal­le in der Aus­schrei­bung, sie soll direkt an das Sport­ge­län­de gebaut wer­den.

Petra Häff­ner freu­te sich eben­falls über die Ein­la­dung, „Ihr seid der ers­te Kreis­ver­band, der mich zum The­ma Sport ein­ge­la­den hat!” Die Sport­leh­re­rin, Heil­prak­ti­ke­rin und Phy­sio­the­ra­peu­tin weiß, wovon sie spricht, wobei sie neben dem Sport im Land sich auch um die Belan­ge der Poli­zei küm­mert und außer­dem stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des NSU-Unter­su­chungs­aus­schus­ses ist.

Baden-Würt­tem­berg wer­de von ande­ren Bun­des­län­dern benei­det um den Soli­dar­pakt Sport, eine Erfin­dung übri­gens des frü­he­ren Minis­ter­prä­si­den­ten Gün­ther Oet­tin­ger. Mit die­sem wur­de bei­spiels­wei­se die Übungs­lei­ter­pau­scha­le erhöht, das ers­te Mal seit 1960, die Olym­pia­stand­or­te blie­ben erhal­ten, und die Inte­gra­ti­on spielt eine gro­ße Rol­le. 56 Mil­lio­nen gibt das Land jähr­lich für Brei­ten­sport aus, 25 Mil­lio­nen für Übungs­lei­ter.

Häff­ner setzt sich außer­dem stark für das Schwim­men­ler­nen ein, hier macht sie den Kom­mu­nen klar, wie wich­tig der Erhalt der Schwimm­bä­der ist. Für Leis­tungs­sport­ler, die oft nicht vom Sport leben kön­nen, gibt es 16 Mil­lio­nen, 17 Mil­lio­nen gehen in die Sport­stät­ten­för­de­rung. Die Grü­nen­po­li­ti­ke­rin beton­te, dass das Inter­es­se an einem frei­wil­li­gen sozia­len Jahr (FSJ) sehr groß sei und leg­te dies den Ver­eins­ver­ant­wort­li­chen ans Herz: So kön­ne das Ehren­amt gestärkt und jun­ge Men­schen an den Ver­ein gebun­den wer­den.

In der anschlie­ßen­den Dis­kus­si­ons­run­de ging es unter ande­rem um die Fra­ge, ob Poli­zei­ein­sät­ze bei gro­ßen Fuß­ball­spie­len von den Ver­ei­nen bezahlt wer­den soll­ten. Petra Häff­ner mach­te klar, wie kom­pli­ziert die­ses The­ma ist: Ab wann sind die Ver­ei­ne zustän­dig? Schon ab dem Haupt­bahn­hof oder erst im Sta­di­on? Was gilt als Groß­ver­an­stal­tung? „Das ist juris­tisch sehr schwie­rig!“ Daher sei ihr die enge Zusam­men­ar­beit mit den Ver­ei­nen und den Fan­pro­jek­ten sehr wich­tig, um Pro­ble­me schon im Vor­feld in den Griff zu bekom­men.

Dis­ku­tiert wur­de auch das The­ma E-Sport, des­sen Ver­tre­ter als Sport­art aner­kannt wer­den wol­len, natür­lich auch um Zuschüs­se zu bekom­men. Aller­dings wür­de die­se span­nen­de Fra­ge nicht von der Poli­tik ent­schie­den, so Häff­ner, son­dern vom Sport selbst, „vom Wesen her gehört das für mich aber nicht zum Sport.“ Hin­ge­gen fin­det sie, dass eigent­lich in jede Schul­tü­te ein Spring­seil gehö­re. Und freut sich daher auch über enga­gier­te Schu­len und Eltern, die dafür sor­gen, dass es an den Grund­schu­len Bewe­gungs­stun­den gibt.

Als Phy­sio­the­ra­peu­tin emp­feh­le sie gern, Sport in den All­tag zu inte­grie­ren statt sich zu quä­len: Trep­pe statt Auf­zug und gern mal ein paar Meter außer­halb der Ein­kaufs­stra­ße zu par­ken. „Macht das, was Spaß macht!“, so ihr Rat. Und: „Kei­ner braucht Sport, aber jeder braucht Bewe­gung.“

Petra Häff­ner setzt sich zudem für den sinn­vol­len Aus­bau des Rad­we­ge­net­zes ein, „in den Kom­mu­nen ist das ein zähes The­ma. Ich möch­te hier neu­gie­rig machen, anpiek­sen.“ Immer­hin kom­me das The­ma all­mäh­lich ins Bewusst­sein. Zum Abschied über­reich­te sie den Rott­wei­lern Espres­so aus Burun­di, dem Part­ner­land Baden-Würt­tem­bergs, das sie schon bereist hat. Der Kaf­fee kommt aus einem Pro­jekt, von dem 700 Fami­li­en leben und schmeckt nach Ansicht der erklär­ten Espres­so­lieb­ha­be­rin her­vor­ra­gend.