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Dienstag, 4. August 2020
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    Kreismitgliederversammlung der Grünen mit MdL Petra Häffner

    Kreis Rottweil (pm) – Die Grünen des Landkreises trafen sich am Donnerstagabend im Sportheim des SV Zimmern. Ein eher ungewöhnlicher Ort, doch das hatte einen guten Grund, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

    Denn zu Gast war MdL Petra Häffner, sie ist die sportpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion. Und das freute auch die Gastgeber vom SV Zimmern, denn sie wünschen sich seit langem eine richtige Sporthalle, wie Vorsitzender Frank Thieringer betonte. „Das ist unser dringendstes Anliegen“, immerhin stammt die Halle, die man jetzt nutzt, noch aus Zeiten des zweiten Weltkriegs. Und der SVZ ist ein sehr aktiver Verein, nicht nur mit 1100 Mitgliedern der größte in Zimmern, sondern auch einer mit sehr viel Jugendarbeit, in Kooperation mit dem SC Freiburg hat man schon einige Talente hervorgebracht, darunter Fußball-Nationalspieler Sebastian Rudy. Derzeit seien die Planungen für die Dreifeldsporthalle in der Ausschreibung, sie soll direkt an das Sportgelände gebaut werden.

    Petra Häffner freute sich ebenfalls über die Einladung, „Ihr seid der erste Kreisverband, der mich zum Thema Sport eingeladen hat!“ Die Sportlehrerin, Heilpraktikerin und Physiotherapeutin weiß, wovon sie spricht, wobei sie neben dem Sport im Land sich auch um die Belange der Polizei kümmert und außerdem stellvertretende Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses ist.

    Baden-Württemberg werde von anderen Bundesländern beneidet um den Solidarpakt Sport, eine Erfindung übrigens des früheren Ministerpräsidenten Günther Oettinger. Mit diesem wurde beispielsweise die Übungsleiterpauschale erhöht, das erste Mal seit 1960, die Olympiastandorte blieben erhalten, und die Integration spielt eine große Rolle. 56 Millionen gibt das Land jährlich für Breitensport aus, 25 Millionen für Übungsleiter.

    Häffner setzt sich außerdem stark für das Schwimmenlernen ein, hier macht sie den Kommunen klar, wie wichtig der Erhalt der Schwimmbäder ist. Für Leistungssportler, die oft nicht vom Sport leben können, gibt es 16 Millionen, 17 Millionen gehen in die Sportstättenförderung. Die Grünenpolitikerin betonte, dass das Interesse an einem freiwilligen sozialen Jahr (FSJ) sehr groß sei und legte dies den Vereinsverantwortlichen ans Herz: So könne das Ehrenamt gestärkt und junge Menschen an den Verein gebunden werden.

    In der anschließenden Diskussionsrunde ging es unter anderem um die Frage, ob Polizeieinsätze bei großen Fußballspielen von den Vereinen bezahlt werden sollten. Petra Häffner machte klar, wie kompliziert dieses Thema ist: Ab wann sind die Vereine zuständig? Schon ab dem Hauptbahnhof oder erst im Stadion? Was gilt als Großveranstaltung? „Das ist juristisch sehr schwierig!“ Daher sei ihr die enge Zusammenarbeit mit den Vereinen und den Fanprojekten sehr wichtig, um Probleme schon im Vorfeld in den Griff zu bekommen.

    Diskutiert wurde auch das Thema E-Sport, dessen Vertreter als Sportart anerkannt werden wollen, natürlich auch um Zuschüsse zu bekommen. Allerdings würde diese spannende Frage nicht von der Politik entschieden, so Häffner, sondern vom Sport selbst, „vom Wesen her gehört das für mich aber nicht zum Sport.“ Hingegen findet sie, dass eigentlich in jede Schultüte ein Springseil gehöre. Und freut sich daher auch über engagierte Schulen und Eltern, die dafür sorgen, dass es an den Grundschulen Bewegungsstunden gibt.

    Als Physiotherapeutin empfehle sie gern, Sport in den Alltag zu integrieren statt sich zu quälen: Treppe statt Aufzug und gern mal ein paar Meter außerhalb der Einkaufsstraße zu parken. „Macht das, was Spaß macht!“, so ihr Rat. Und: „Keiner braucht Sport, aber jeder braucht Bewegung.“

    Petra Häffner setzt sich zudem für den sinnvollen Ausbau des Radwegenetzes ein, „in den Kommunen ist das ein zähes Thema. Ich möchte hier neugierig machen, anpieksen.“ Immerhin komme das Thema allmählich ins Bewusstsein. Zum Abschied überreichte sie den Rottweilern Espresso aus Burundi, dem Partnerland Baden-Württembergs, das sie schon bereist hat. Der Kaffee kommt aus einem Projekt, von dem 700 Familien leben und schmeckt nach Ansicht der erklärten Espressoliebhaberin hervorragend.

     

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