Leitsysteme für Blinde- und Sehbehinderte frei halten

Weltbrailletag am 4. Januar / Blinden- und Sehbehinderten Verein informiert Süd-Baden

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Am 4. Januar jeden Jahres wird der Geburtstag eines bemerkenswerten Mannes gefeiert: Louis Braille. Braille war ein französischer Erfinder, der im 19. Jahrhundert ein revolutionäres System zur Schrift- und Notenschrift für blinde Personen erfunden hat.

Region. Durch die Verwendung von erhabenen Punkten auf Papier konnten Blinde endlich schreiben, Bücher lesen und nach Musiknoten musizieren. Seine Erfindung ist heute noch weit verbreitet und hat das Leben von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt verbessert.
“Sein Erbe erinnert uns nicht nur an die Bedeutung der Zugänglichkeit, sondern auch daran, dass Fortschritt und Innovation keine Grenzen kennen”, schreiben Dieter Nutto ud Mischa Knebel vom Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden in einer Pressemitteilung.

In einer zunehmend vernetzten Welt ist es wichtig, die Bedürfnisse aller Bürgerinnen und Bürger zu berücksichtigen. Eines dieser Hilfsmittel sind speziell gestaltete Leitsysteme, die sehbehinderten und blinden Menschen helfen, sich sicher und unabhängig durch die Stadt zu bewegen.

Leitsysteme nicht  versperren

Manch Einem sind diese Leitsysteme sicher schon einmal begegnet. Es handelt sich dabei um zumeist weiße Rillenplatten, die an einer Haltestelle, an Straßenkreuzungen oder an Ampelüberwegen verlegt sind. Diese Rippenplatten und Noppenfelder bieten blinden und sehbehinderten Menschen eine gut fühlbare Orientierung, um sich mit Hilfe eines weißen Blindenstockes zurechtzufinden.

Eine wichtige Anforderung an diese Leitsysteme ist, dass sie frei von Hindernissen gehalten werden müssen!

Auch am neu gestalteten Schramberger Paradiesplatz helfen leitsysteme blinden und sehbehinderten Menschen, sich zu orientieren. Foto: him

In diesem Zusammenhang gibt es ein Problem, das mit dem wachsenden Trend von Elektroscootern und Fahrrädern in vielen Städten immer drängender wird. Oft werden diese Leitstreifen oder die taktilen Noppensteine als Parkplatz oder als Abstellplatz für Elektrofahrzeuge genutzt und ganz oft von Fahrrädern zugestellt.

Das behindert die Sicherheit und Bewegungsfreiheit von blinden und sehbehinderten Personen, die diese Leitsysteme benötigen.

Leitsysteme helfen Blinden und Sehbehinderten

Um die Mobilität und Unabhängigkeit von Menschen mit Sehbehinderungen zu gewährleisten, ist es daher unabdingbar, dass diese Bereiche freigehalten werden! Das Freihalten von Leitsystemen für blinde Menschen trägt mit dazu bei, dass sie sich sicher und unabhängig durch unsere Städte bewegen können.

Die Verbindung zwischen Louis Brailles Geburtstag und dem Appell für barrierefreie Blinden-Leitsysteme liegt in der gemeinsamen Vision: Menschen mit Sehbehinderungen sollen uneingeschränkten Zugang zu Bildung, Information und Fortbewegung haben. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es entscheidend, die Prinzipien der Inklusion in all unseren täglichen Aktivitäten zu verankern.

Berim Neujahrsempfang 2015 im Elisabetha- Glöckler-Saal in Heiligenbronn lag das Programm auch in Brailleschrift vor. Archiv-Foto: him

“In einer rasant voranschreitenden Welt sollten wir uns stets daran erinnern, dass Fortschritt für Alle gelten muss”, appellieren Nutto und Knebel. “Lasst uns gemeinsam sicherstellen, dass Louis Brailles Vermächtnis in einer Gesellschaft, die von Respekt und Gleichberechtigung geprägt ist, weiterlebt.”

Leitsystem bekannter machen

Daher ist es wichtig, dass nicht nur die Bedeutung und Wichtigkeit von Leitsystemen für Blinde in der Gesellschaft bekannter wird, sondern auch, dass diese frei von Hindernissen gehalten werden. So kann auch die Erinnerung an den großen Erfinder Louis Braille in unserer modernen Gesellschaft dafür sorgen, dass wir uns besser um die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen kümmern.

“Bei Bedarf lassen wir allen Interessierten gerne weiterführende Informationen zukommen, wie blinde und sehbehinderte Menschen die für sie konzipierten Leitsysteme im öffentlichen Verkehrsraum nutzen, beziehungsweise stellen den persönlichen Kontakt zu Vertretern der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe her”, heißt es abschließend.

Info: Der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden setzt sich als erster Ansprechpartner im Südwesten Deutschlands für die Belange blinder und sehbehinderter Menschen ein. Er berät betroffene Personen, deren Angehörige und Freunde sowie andere öffentliche Stellen, die mit der Thematik Blindheit und Sehbehinderung in Verbindung stehen.

Geschäftsstelle: Wölflinstr. 13, 79104 Freiburg, Telefon: 0761 36122, Telefax: 0761 36123, Mail: [email protected]

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