Mit Elektro-Zügen nach Villingen?

Ringzug

Der „Ringzug 2.0“ ist auf dem Weg. Der Kreistag stimmte in dieser Woche auch dem Plan zu, die Strecke Rottweil – Villingen zu elektrifizieren und eine Vorplanung in Auftrag zu geben. Die Entscheidung darüber trifft dann aber der Zweckverband Ringzug, dem auch die Nachbarkreise Tuttlingen und Schwarzwald-Baar angehören.

 

Die Wagen des Ringzugs erreichen teils 2024, teils 2026 ihr wirtschaftliches Nutzungsende – der Zahn der Zelt macht natürlich vor diesen viel genutzten Wagen nicht Halt. Dem Zug der Zeit folgend setzen die Verantwortlichen auf elektrisch betriebene Züge, also müssen die Strecken elektrifiziert werden. Wenn auch nicht alle, denn es gibt auf dem Markt Züge, die auch mit Batterien betrieben werden und während der Fahrt auf Oberleitungs-Strecken die Akkus wieder aufladen.

Das Land wird die Elektrifizierung der Strecken Rottweil – Villingen mit finanzieren. Das wird nicht nur dem Ringzug nützen, sondern auch dem „Metropolexpress“ (MEX) Rottweil – Stuttgart, der dann bis Villingen verlängert werden soll. So wird es eine stündliche Verbindung Villingen – Rottweil – Stuttgart geben und zusätzlich den Stundentakt des Ringzugs zwischen Villingen und Rottweil. Insgesamt sollen die Kosten der Elektrifizierung für den Kreis (ohne Fördermittel) bei 17,4 Millionen Euro liegen.

Außerdem stehen dann im Kreis Rottweil zwei neue Haltepunkte an: Einer in Lauffen, dazu Rottweil-Stadtmitte vor dem Au-Tunnel. Und hier bahnt sich schon ein Dissens an: Die Freien Wähler haben einen Antrag angekündigt, dass sich die Kommunen an den Kosten der Haltestellen auf ihrem Gebiet beteiligen sollen. Das wiederum fand Deißlingens Schultes Ralf Ulbrich (SPD) ungerecht, denn schließlich wurden die Haltestellen bei der Einführung des Ringzugs auch nicht von den Gemeinden bezahlt. Landrat Wolf-Rüdiger Michel bestätigte das, „aber mit sensationellen 85 Prozent Landesmitteln.“ Oberndorfs Bürgermeister Hermann Acker befürwortete namens der FWV-Fraktion nur Haltestellen mit gutem Fahrgast-Potenzial.

Außerdem wollten auch die anderen Gebiete des Landkreises einen besseren ÖPNV. So erinnerte Acker an die Nord-Erweiterung des Ringzugs. Das sah Michel im Prinzip genau so, aber derzeit könne man da nicht planen, weil noch nicht klar sei, welche Züge 2017 auf der Gäubahn fahren. „Der MEX ist Dreh- und Angelpunkt“, sagte Michel. Eine solche Erweiterung mache Sinn, wenn sie dann bis Horb geführt werde, wo die Fahrgäste dann in Richtugn Tübingen umsteigen können.

Udo Neudeck (FWV) wollte auch den Westkreis besser vernetzt sehen. Nach der erfolgreichen Einführung des Regiobusses Rottweil – Schiltach solle nun auch eine Verbindung zwischen Schramberg oder Schiltach und Villingen gestartet werden – „eine Anbindung an St. Georgen ist nicht akzeptabel, weil die Leute doch nicht dreimal umsteigen wollen“, sagte er. Doch Eberhard Pietsch (CDU) wies auf die größer werdende Zahl an Pendlern zwischen St. Georgen und Sulgen hin.

 

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