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Rottweil
Donnerstag, 12. Dezember 2019
Start Land­kreis Rott­weil Mit Elek­tro-Zügen nach Vil­lin­gen?

Mit Elektro-Zügen nach Villingen?

Ring­zug


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Der „Ring­zug 2.0“ ist auf dem Weg. Der Kreis­tag stimm­te in die­ser Woche auch dem Plan zu, die Stre­cke Rott­weil – Vil­lin­gen zu elek­tri­fi­zie­ren und eine Vor­pla­nung in Auf­trag zu geben. Die Ent­schei­dung dar­über trifft dann aber der Zweck­ver­band Ring­zug, dem auch die Nach­bar­krei­se Tutt­lin­gen und Schwar­z­­wald-Baar ange­hö­ren.

 

Die Wagen des Ring­zugs errei­chen teils 2024, teils 2026 ihr wirt­schaft­li­ches Nut­zungs­en­de – der Zahn der Zelt macht natür­lich vor die­sen viel genutz­ten Wagen nicht Halt. Dem Zug der Zeit fol­gend set­zen die Ver­ant­wort­li­chen auf elek­trisch betrie­be­ne Züge, also müs­sen die Stre­cken elek­tri­fi­ziert wer­den. Wenn auch nicht alle, denn es gibt auf dem Markt Züge, die auch mit Bat­te­ri­en betrie­ben wer­den und wäh­rend der Fahrt auf Ober­­lei­­tungs-Stre­­cken die Akkus wie­der auf­la­den.

Das Land wird die Elek­tri­fi­zie­rung der Stre­cken Rott­weil – Vil­lin­gen mit finan­zie­ren. Das wird nicht nur dem Ring­zug nüt­zen, son­dern auch dem „Metro­pol­ex­press“ (MEX) Rott­weil – Stutt­gart, der dann bis Vil­lin­gen ver­län­gert wer­den soll. So wird es eine stünd­li­che Ver­bin­dung Vil­lin­gen – Rott­weil – Stutt­gart geben und zusätz­lich den Stun­den­takt des Ring­zugs zwi­schen Vil­lin­gen und Rott­weil. Ins­ge­samt sol­len die Kos­ten der Elek­tri­fi­zie­rung für den Kreis (ohne För­der­mit­tel) bei 17,4 Mil­lio­nen Euro lie­gen.

Außer­dem ste­hen dann im Kreis Rott­weil zwei neue Hal­te­punk­te an: Einer in Lauf­fen, dazu Rot­t­­weil-Stadt­­­mit­­te vor dem Au-Tun­­­nel. Und hier bahnt sich schon ein Dis­sens an: Die Frei­en Wäh­ler haben einen Antrag ange­kün­digt, dass sich die Kom­mu­nen an den Kos­ten der Hal­te­stel­len auf ihrem Gebiet betei­li­gen sol­len. Das wie­der­um fand Deiß­lin­gens Schul­tes Ralf Ulb­rich (SPD) unge­recht, denn schließ­lich wur­den die Hal­te­stel­len bei der Ein­füh­rung des Ring­zugs auch nicht von den Gemein­den bezahlt. Land­rat Wolf-Rüdi­ger Michel bestä­tig­te das, „aber mit sen­sa­tio­nel­len 85 Pro­zent Lan­des­mit­teln.“ Obern­dorfs Bür­ger­meis­ter Her­mann Acker befür­wor­te­te namens der FWV-Frak­­ti­on nur Hal­te­stel­len mit gutem Fahr­gast-Poten­zi­al.

Außer­dem woll­ten auch die ande­ren Gebie­te des Land­krei­ses einen bes­se­ren ÖPNV. So erin­ner­te Acker an die Nord-Erwei­­te­­rung des Ring­zugs. Das sah Michel im Prin­zip genau so, aber der­zeit kön­ne man da nicht pla­nen, weil noch nicht klar sei, wel­che Züge 2017 auf der Gäu­bahn fah­ren. „Der MEX ist Dreh- und Angel­punkt“, sag­te Michel. Eine sol­che Erwei­te­rung mache Sinn, wenn sie dann bis Horb geführt wer­de, wo die Fahr­gäs­te dann in Rich­tugn Tübin­gen umstei­gen kön­nen.

Udo Neu­deck (FWV) woll­te auch den West­kreis bes­ser ver­netzt sehen. Nach der erfolg­rei­chen Ein­füh­rung des Regio­bus­ses Rott­weil – Schiltach sol­le nun auch eine Ver­bin­dung zwi­schen Schram­berg oder Schiltach und Vil­lin­gen gestar­tet wer­den – „eine Anbin­dung an St. Geor­gen ist nicht akzep­ta­bel, weil die Leu­te doch nicht drei­mal umstei­gen wol­len“, sag­te er. Doch Eber­hard Pietsch (CDU) wies auf die grö­ßer wer­den­de Zahl an Pend­lern zwi­schen St. Geor­gen und Sul­gen hin.

 

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