Neuer Schultes trägt das schwere Los mit Humor

Die neu gegründete Teenie-Showtanzgruppe unter der Leitung von Alina Schäfer, Sabrina Bühl und Sabrina Fiedler wurde mit viel Applaus belohnt. Fotos: Uwe Sauerland

VILLINGENDORF – Nar­ren­va­ter Tobi­as Schuh­ma­cher begrüß­te nach dem Ein­marsch der Nar­ren die Gäs­te beim Bür­ger­ball in Vil­lin­gen­dorf. Er über­gab danach die Bütt an den neu­en Schul­tes Mar­cus Türk, der sich in sei­ner Rede beklag­te, wie schwer man es doch in der Fas­nets­zeit als neu­er Schul­tes habe. Kaum im Amt, schon sei man wie­der abge­setzt, bis­her habe ihn allein der Schmot­zi­ge vier Kara­wat­ten gekos­tet und er habe doch nicht so viel Geld. Spon­tan wur­de eine Akti­on gestar­tet, die mit­tels Crowd-Fun­ding dem Schul­tes zu einem Bau­ern­kit­tel ver­hel­fen soll­te.

Kari­na Nes­ter und Luis Bonil­lo führ­ten als „dum­me Augus­ti­ne” & „Don Pro­mil­lo” mit Charme und Witz durch das Pro­gramm in der „alten, bau­fäl­li­gen Hal­le”. Die Haber­müas­ler­tän­zer, trai­niert von Toni Krug  und Alex­an­dra Fries, erhiel­ten für Ihre Vor­füh­rung viel Bei­fall und leg­ten mit ihrem Show­tanz anschlie­ßend noch einen drauf. In der Bütt gefiel Kath­rin Sauer­land als Stadt­füh­re­rin, die neben den Erklä­run­gen zu den Ört­lich­kei­ten auch die dort jeweils vor­ge­fal­le­nen Nar­ren­stück­le vor­ge­tra­gen hat. So berich­te­te sie von einem ob des Bier­ge­nus­ses an Säu­le 5 ein­ge­schla­fe­nen Gas­tes, Ein­käu­fen im fal­schen Auto, einer intel­li­gen­ten Geschwin­dig­keits­an­zei­ge ohne Zeit­um­stel­lung und einem Nar­ren­va­ter, der die Namen sei­ner neu­en Elfer­rä­te nur schwer erin­nern konn­te.

Anschlie­ßend zeig­ten klei­ne Gar­de unter der Lei­tung Sabri­na Bühl und Sabri­na Fied­ler sowie die gro­ße Gar­de unter der Lei­tung von Janin Gai­sel­mann und Nico­le Haag ihre Gar­de­tän­ze, die von den Zuschau­ern mit viel Applaus belohnt wur­den. Die Über­gän­ge zwi­schen den Gar­den waren flie­ßend, so dass nur der Wech­sel der Musik die gekonn­ten Dar­bie­tun­gen trenn­te.

In „Mepp’s Room” wur­de von Mar­kus Nes­ter und dem Röss­le (Sebas­ti­an Mül­ler) mit schar­fer Zun­ge Poin­ten aus­ge­teilt, unter ande­rem zu den The­men Bür­ger­meis­ter­wahl (Wer­ner Schau­mann fehl­ten nur 182 Stim­men auf den zwei­ten Platz), WM (frü­hes Aus abseh­bar, weil ein Bösin­ger dabei war) und Jahr­hun­dert­som­mer (Nar­ren­va­ter ließ sich zum Pool-Kauf vom ita­lie­ni­schen Star­fri­seur bera­ten).

Die klei­ne Gar­de begeis­ter­te pfif­fig mit ihrem „Pip­pi Langstrumpf“-Showtanz, bevor die Zunftsän­ger über die vie­le klei­nen Miss­ge­schi­cke ihre Lie­der zum Bes­ten gaben. Da wur­de die gegen­sei­ti­ge Bera­tung der Haus­frau­en ange­spro­chen, ob man 30-Grad-Wäsche denn bei 40 Grad Außen­tem­pe­ra­tur drau­ßen trock­nen dür­fe oder aber ein Zusam­men­hang zwi­schen der immer gerin­ger wer­den­den Spei­sen­an­ge­bo­te im Ort und der geplan­ten Schnit­zel­gru­be des SVV beim Neu­bau der Hal­le her­ge­stellt. Auch wur­de ein Rück­blick über die Amts­zeit des Ex-Schul­tes Karl-Heinz Bucher mit Dan­kes­wor­ten gege­ben, die Kan­di­da­ten­si­tua­ti­on zur Bür­ger­meis­ter­wahl 2018 über bestehen­de und befürch­te­te Kan­di­da­ten zusam­men­ge­fasst, deren Höhe­punkt in der Bür­ger­meis­ter­wahl noch­mals auf­ge­zeigt und vie­le wei­te­re Nar­ren­stück­le gesang­lich kom­men­tiert.

Als „Welt­pre­mie­re am Bür­ger­ball” zeig­te die zur Fas­net 2019 neu gegrün­de­te Tee­nie-Show­tanz­grup­pe unter der Lei­tung von Ali­na Schä­fer, Sabri­na Bühl und Sabri­na Fied­ler ihren Show­tanz, der vom Publi­kum mit viel Bei­fall hono­riert wur­de.

Das Schmotz­käp­pe­le war die­ses Jahr inves­ti­ga­tiv unter­wegs und hat unter der Lei­tung von Ange­li­ka Grimm die wah­re Geschich­te von Rot­käpp­chen und dem bösen Wolf erzählt. Vie­le der Tex­te wur­den in Anleh­nung an Klas­si­ker der NDW (Neue Deut­sche Wel­le) gesun­gen und letzt­lich ende­te das Werk dank des vor­bei­schie­ßen­den Jägers weni­ger blu­tig als in der bekann­ten Mär­chen­ver­si­on. Die Akteu­re wur­den abschlie­ßend noch für 25 Jah­re Teil­nah­me an den Schmot­zi­gen­grup­pen geehrt.

Die Musik­ka­pel­le begann mit einem Stamm­tisch, der dann live zu DSDS umschal­te­te. Nach­dem der vor­he­ri­ge Teil­neh­mer Bene­dikt Schanz in den Recall kam, sah es für Nar­ren­va­ter Tobi­as Schuh­ma­cher ob sei­ner Beklei­dung, Beweg­lich­keit und vor allem der gesang­li­chen Dar­bie­tung nicht ganz so rosig aus. Die Jury ließ an ihm kein gutes Haar, so dass der Nar­ren­va­ter erregt die Büh­ne ver­ließ. Zu die­sem Zeit­punkt war in der Hal­le bereits bekannt, dass Jonas Weis­ser aus Vil­lin­gen­dorf beim rea­len DSDS die Jury in Ischgl über­zeu­gen konn­te und bei der nächs­ten Run­de in Thai­land dabei sein wird, was zum Zeit­punkt der Ver­kün­dung Bei­fall und Jubel in der gan­zen Hal­le aus­lös­te.

Der anschlie­ßen­de Show­tanz der gro­ßen Gar­de war dem The­ma Wikin­ger gewid­met, und schlug das Publi­kum mit sei­nen Klän­gen und der pas­sen­den Cho­reo­gra­fie in den Bann. Die frei­wil­li­ge Feu­er­wehr (Lei­tung Achim Riess) prä­sen­tier­te eine Moden­schau der beson­de­ren Art mit Models, die jeder kennt: dunk­le Lam­pi­ne, die (Diesel-)Säuline, die schwar­ze Nata­scha (wir haben Leh­rer­man­gel aber Schorn­stein­fe­ger im Über­fluß) sowie die gel­be Sacki­ne (trotz stei­gen­der Gebüh­ren immer dün­ne­re Gel­be Säcke), um nur eine klei­ne Aus­wahl zu nen­nen.

Im Anschluss ans Pro­gramm spiel­ten die Ber­ros zum Tanz auf. Die Par­ty in Hal­le und Bars ging noch Stun­den in die Nacht hin­ein.