Etliche Medien meldeten am Montagabend, das Bundesverteidigungsministerium wolle den Auftrag für ein neues Sturmgewehr für die Bundeswehr an den Waffenhersteller Haenel  in Suhl vergeben. Heckler und Koch gehe leeer aus.
Laut dpa habe das Verteidigungsministerium heute Bundestagsabgeordnete von Union und SPD entsprechend unterrichtet. „Die ostdeutsche Waffenschmiede C.G. Haenel punktet mit Technik und Preis“, so die Agentur. Heckler und Koch war seit 1959 der  Hauslieferant der Bundeswehr bei Sturmgewehren.

Entscheidung noch nicht bestätigt

Laut Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) gehe es um 120.000 neue Gewehre. Der Auftrag habe einen Umfang von knapp 250 Millionen Euro. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums habe die Meldung dem MDR nicht bestätigt, aber erklärt, eine Entscheidung werde wohl in Kürze fallen.
Die Firma Haenel, die der Bundeswehr bereits ein Scharfschützengewehr liefert, gehört zur Merkel Gruppe, die  wiederum Teil der Tawazun Holding  aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist.
Eine Anfrage beim Oberndorfer Waffenhersteller beantwortete H&K-Sprecher Marco Seliger am späteren Monatagabend  knapp: „Uns liegen dazu keine Informationen vor. Daher kann ich das auch nicht kommentieren.“ Sobald er mehr wisse, werde er sich melden.

 

Kritische Aktionäre: „Kockout für die Firma?“

Für den „Kritischen Aktionär“ Jürgen Grässlin bedeutet die Entscheidung für Heckler & Koch den womöglich tödlichen „Knockout, der – gerade angesichts des immens hohen Schuldenstandes – die weitere Existenz des Unternehmens gefährden dürfte“. Viele Aufträge ausländischer Armeen, die H&K durch die Imageverbesserung mit der Produktion des 36-Nachfolgegewehrs an Land ziehen wollte, würden nun  an Haenel  gehen, mutmaßt Grässlin.

H&K  habe sich „völlig verzockt“. Das Unternehmen habe vor einem Jahr General Kujat zum Aufsichtsratschef berufen, damit dieser „seine hervorragenden Connections zum Bundesverteidigungsministerium“  nutze und den Nachfolgeauftrag für das G36 nach Oberndorf holen solle. Wie mehrfach berichtet war Kujat mit dem Mehrheitswechsel  von Andreas Heeschen zu Nicolas Walewski und seiner CDE Ende August zurückgetreten.

Bei einer firmeninternen Jubiläumsfeier hatte Kujat im Januar noch einen „großen Auftritt“ auf dem Lindenhof, wie Teilnehmer berichten. Er habe innerhalb kürzester Zeit zwei Flaschen Rotwein geleert – und sich anschließend entsprechend benommen.