WELLENDINGEN – Not­fall im ers­ten Stock eines Ein­fa­mi­li­en­hau­ses – und eine zu schma­le Wen­del­trep­pe, um den Pati­en­ten zu ber­gen. Vor die­sem Fall stand das Rote Kreuz am frü­hen Mor­gen in Wel­len­din­gen (Kreis Rott­weil). Die Feu­er­wehr kam zu Hil­fe, mit der Hub­ar­beits­büh­ne aus Rott­weil. 

In wie vie­len Ein­fa­mi­li­en­häu­sern lebt Oma und/oder Opa unterm Dach? Und ist damit nur über schma­le Trep­pen erreich­bar? Was im All­tag, etwa für die wei­te­ren Fami­li­en­mit­glie­der, kein Pro­blem dar­stellt, wird im Not­fall mög­li­cher­wei­se zum Hin­der­nis. So in Wel­len­din­gen am frü­hen Mon­tag­mor­gen.

Dort war das Rote Kreuz mit einem Not­arzt zu einem Pati­en­ten geeilt. Er soll­te in ein Kran­ken­haus. Ein Trans­port des Man­nes per Tra­ge über die stei­le Trep­pe – unmög­lich, ent­schied das Rote Kreuz. Kurz nach halb sie­ben ist des­halb die Feu­er­wehr hin­zu geru­fen wor­den. „Hil­fe­leis­tung”, so das Ein­satz­stich­wort, der Ret­tungs­dienst benö­ti­ge eine Dreh­lei­ter.

Die Wel­len­din­ger Feu­er­wehr war schnell mit einer Fahr­zeug­be­sat­zung vor Ort. Und die Rott­wei­ler rück­ten mit vier Mann und ihrer Hub­ar­beits­büh­ne an. Die­ses Gerät ist für so einen Fall geschaf­fen: das punkt­ge­naue Anfah­ren eines Fens­ters in einem obe­ren Stock­werk mit der Arbeits­büh­ne, über Sträu­cher im Gar­ten hin­weg und an Bäu­men vor­bei.

Auf die Arbeits­büh­ne und durch das Fens­ter hin­durch wird der Pati­ent mit einer Tra­ge gescho­ben. Beglei­tet vom Not­arzt. Sanft glei­tet die Arbeits­büh­ne, gesteu­ert vom Maschi­nis­ten der Feu­er­wehr, zu Boden, dort kön­nen die Ret­ter des DRK den älte­ren Mann über­neh­men. Mit einem Ret­tungs­wa­gen kommt er schließ­lich in ein Kran­ken­haus.

Fotos: gg

Zehn bis 15 Ein­sät­ze die­ser Art fährt die Rott­wei­ler Feu­er­wehr jähr­lich mit ihrer Hub­ar­beits­büh­ne, so Stadt­brand­meis­ter Frank Mül­ler zur NRWZ. Etwa bis nach Sulz. Dort sei etwa mal ein beson­ders schwer­ge­wich­ti­ger Pati­ent zu ber­gen gewe­sen (ber­gen kann man auch leben­de Men­schen, nicht dass hier wie­der eine Dis­kus­si­on unter Feu­er­wehr­ex­per­ten aus­bricht, Anm. des Ver­fas­sers). Des­halb ver­fügt die Feu­er­wehr Rott­weil über eine beson­ders geeig­ne­te Tra­ge, der DRK-Kreis­ver­band über einen Ret­tungs­wa­gen für XXL-Pati­en­ten.