Podiumsdiskussion mit drei Generationen

KREIS ROTTWEIL – Dem Kreisseniorenrat Rottweil ist es ein Anliegen, den Dialog zwischen den Generationen zu fördern und zu intensivieren. So nahmen beim Festakt zum 25-jährigen Bestehen des Kreisseniorenrats Vertreter von drei Generationen auf dem Podium Platz, um unter der Moderation von Johannes Jäger vom Kreisseniorenrat das Thema „Senioren heute – Ihre Bedeutung für die Entwicklung unserer Gesellschaft“ zu diskutieren: der BAGSO-Vorsitzende Franz Müntefering, Thaddäus Kunzmann, Demografiebeauftragter des Landes, als Vertreter der mittleren Generation sowie die beiden Schüler des Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Rottweil, Jan Schrem und Bjarne-Elias Stern.

Kunzmann umriss auf die Frage Jägers nach den Auswirkungen des demografischen Wandels bis 2060 die drohenden Probleme: Derzeit kämen auf einen 90-Jährigen noch sieben 55-Jährige, 2060 werde das Verhältnis zwei 55-Jährige auf einen 90-Jährigen. Da müsse die Gesellschaft beispielsweise die Frage beantworten, „wer die alten Menschen pflegen kann.“ Die beiden Schüler sahen dann auch auf „uns schwere Zeiten“ zukommen. „Wie sollen wir das ganze bezahlen, wenn immer weniger Zahler für immer mehr ältere Menschen aufkommen müssen.“ Für Müntefering liegt „ein Teil der Lösung dieses Problems bei der älteren Generation selbst.“ Man könne eine Menge dafür tun, um so lange wie möglich sein Leben selbst gestalten zu können. „Wir sterben nicht nur später, wir werden auch später pflegebedürftig.“ 80 Prozent der über 85-Jährigen könnten für sich sorgen.

Kunzmann sah es als Aufgabe aller Generationen an, durch Ernährung, Bewegung, soziale Kontakte der Vereinsamung entgegenzuwirken. Die heutigen Senioren seien bereits wesentlich fitter als die der Generation seiner Eltern, meinte Kunzmann. Er sah die Zukunft nicht so schwarz wie die beiden Schüler. Eine gute Ausbildung sei die Grundlage, die Herausforderungen des demografischen Wandels zu bestehen. Es sei notwendig, bereits in jungen und mittleren Jahren die Basis dafür zu legen, gesund zu altern, betonte Müntefering. Sport, Bewegung sei die beste Sturzprophylaxe. „Bei Unfällen im Haus beziehungsweise in der Wohnung gibt es doppelt so viele Tote wie im Straßenverkehr.“

Für den Vorsitzenden des Kreisseniorenrats, Matthias Kohlhase, ist es wichtig, dabei mitzuwirken, wie jung und alt gegenseitig befruchtend ins Gespräch kommen können. Dieser „belebende Tag“ habe gezeigt, dass es umfassende Aufgaben gebe, denen sich die Gesellschaft stellen müsse, zog Kohlhase Bilanz. Entscheidend sei, dass alle Lebensabschnitte gelängen. „Wir Senioren müssen auch immer wieder daran erinnern, dass Wohlstand, Frieden und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind.“

 

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