Raub am Bahnhaltepunkt Deißlingen-Mitte: Polizei nimmt zwei mutmaßliche Täter vorläufig fest

Keine Haftgründe

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Die Festnahme zweier mutmaßlicher Täter melden die Ernittlungsbehörden nach einem Raubdelikt in Deißlingen.

(Deißlingen). Ein junger Mann ist am Mittwochabend am Bahnhaltepunkt Deißlingen-Mitte ausgeraubt worden. Das berichten die Staatsanwaltschaft und die Polizei in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Gegen 22 Uhr griffen ein jugendlicher und ein heranwachsender Täter im Alter von 16 und 20 Jahren den 20-jährigen Geschädigten an. „Dabei schlugen beide jungen Männer auf ihr Opfer ein und klauten dessen Mobiltelefon“, heißt es in der Mitteilung. Anschließend flüchteten sie zu Fuß in unbekannte Richtung.

Umfangreiche Fahndungsmaßnahmen hätten anschließend zur vorläufigen Festnahme der beiden Täter geführt. Hierbei leisteten sie noch Widerstand gegen die Beamten, so die Ermittlungsbehörden.

Nach derzeitigen Stand der Ermittlungen verhielten sich die beiden jungen Männer bereits zuvor im Ringzug in Richtung VS-Schwenningen aggressiv und gerieten mit anderen Fahrgästen in Streit. Eine Auseinandersetzung mit einem bislang unbekannten Fahrgast verlagerte sich aus dem Zug auf den Bahnsteig des Bahnhaltepunktes.

Fatal: Der 20-Jährige, der dann ausgeraubt wurde, erkannte diese Situation und ging dazwischen. Daraufhin schlugen die beiden Täter auf ihn ein.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und gemäß Entscheidung der Staatsanwaltschaft Rottweil sind die beiden mutmaßlichen Täter wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Die Kriminalpolizeidirektion Rottweil hat die Ermittlungen übernommen und bittet Zeugen des Angriffs, insbesondere den bislang unbekannten Geschädigten, sich unter der Tel. 0741 477-0, zu melden.

Keine Haftgründe

Auf Facebook hat sich eine Debatte darüber entwickelt,  weshalb die beiden mutmaßlichen Täter wieder auf freien Fuß gesetzt wurden.  Die NRWZ hat beim Sprecher der Staatsanwaltshaft Rottweil nachgefragt. Frank Grundke erklärt: „Die Voraussetzungen für die Beantragung eines Haftbefehls sind in den Paragrafen  112 folgende der Stafprozessordnung (StPO) gesetzlich geregelt, bei Jugendlichen müssen darüber hinaus die Voraussetzungen des Paragrafen 72 des Jugendgerichtsgesetzes vorliegen.“

Haftgründe sind, entweder, dass der Gesuchte flüchtig ist oder Fluchtgefahr besteht. Ein Haftbefehlt kann auch erlassen werden, wenn die Gefahr besteht, dass der mutmaßliche Täter Beweise unterdrücken oder fälschen will, Zeugen beeinflussen oder andere dazu bringen will, dies zu tun. Das nennt sich Verdunkelungsgefahr.

Untersuchungshaft ohne Vorliegen dieser Haftgründe kann die Staatsanwaltschaft auch beispielsweise bei schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern, Bildung  einer terroristischen Vereinigung, Vergewaltigung, schwerer Körperverletzung, schwerer Brandstiftung Totschlag und Mord beantragen. Raub gehört nicht zu diesen Verbrechen.

Bei Jugendlichen Tatverdächtigen sind die Voraussetzungen noch strenger. Daher schreibt Grundke abschließend: „Nachdem die Prüfung des vorliegenden Falles zu dem Ergebnis geführt hat, dass die erforderlichen gesetzlichen Voraussetzungen nicht gegeben waren, konnte ein entsprechender Antrag von der Staatsanwaltschaft Rottweil nicht gestellt werden.“

Zur Nationalität der Tatverdächtigen macht Grundke keine Angaben: „Die Nationalität der Beschuldigten spielt bei der vorgeschriebenen Prüfung keine wesentliche Rolle.“      (him)

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