Rauchen schadet der Gesundheit, das weiß heute jeder. Aber, dass Nikotin auch rheumatische Erkrankungen negativ beeinflusst, ist kaum bekannt. Raucher haben ein um 40 Prozent höheres Erkrankungsrisiko als Nichtraucher. Darüber berichtet die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg in einer Pressemitteilung aus Anlass des Welt-Nichtrauchertags:

„Man geht davon aus, dass eine von fünf Erkrankungen an rheumatoider Arthritis verhindert werden könnte, wenn nicht geraucht würde“, so Privatdozentin Dr. Sabine Knapstein, Ärztin der AOK Baden-Württemberg. In Baden-Württemberg waren in 2016 über 110.000 Frauen und 72.000 Männer von einer rheumatischen Erkrankung betroffen, insgesamt 183.000 AOK-Versicherte.

In der Region Rottweil waren allein 3253 Menschen betroffen, die wegen einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung in ambulanter oder stationärer Behandlung waren. „Bei diesen Erkrankungen, beispielsweise rheumatoide Arthritis oder Morbus Bechterew, die Verknöcherung der Wirbelsäule, greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe an. Fachleute sprechen daher von einer Autoimmunerkrankung. Die entzündlichen Reaktionen betreffen vor allem den Bewegungsapparat, können aber auch innere Organe wie Herz und Niere schädigen“, so Knapstein.

Bei Rheumatikern, die nicht rauchen, wirken Rheumamedikamente besser als bei Rauchern. Rheumakranke Raucher brauchen daher mehr Medikamente. Studien belegen auch, dass die Zerstörung der erkrankten Gelenke bei Rauchern aggressiver verläuft als bei Nichtrauchern.

Rauchverzicht als wichtiger Faktor der Vorbeugung der rheumatoiden Arthritis ist noch viel zu wenig im Bewusstsein der Ärzte und damit noch viel weniger im Blick der Patienten. Deshalb ist im Rahmen des Facharztprogramms der AOK Baden-Württemberg vorgesehen, dass die teilnehmenden Ärzte ihre Patienten dazu ausführlich beraten und auch bei einem geplanten Rauchverzicht unterstützen“, so die Ärztin.

 

 

 

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