NRWZ.de, 9. April 2020, Autor/Quelle: Wolf-Dieter Bojus

Rottweiler Spital wird vorsorglich vorbereitet

Entlastung der Krankenhäuser und Pflegeheime – das ist Sinn und Zweck der Maßnahmen, mit denen das städtische Spital in Rottweil für eine stationäre Belegung mit Patienten vorbereitet wird. Ob hier aber überhaupt Patienten untergebracht werden, hängt von dem Verlauf der Pandemie im Kreis ab.

Dies wurde bei der Besichtigung deutlich, an der Vertreter von Stadt, Kreis, Kliniken und Organisationen teilnahmen. „Wir sind in Habachtstellung“, sagte Landrats-Stellvertreter Hermann Kopp. Das Spital wird vorbereitet, um ältere, im Pflegeheim untergebrachte Menschen aufzunehmen, die aus dem Akut-Krankenhaus entlassen werden. Zurück ins Pflegeheim sollten sie noch nicht, solange nicht sicher ist, ob sie mit dem Coronavirus angesteckt sind. Andererseits sollten sie aber auch keine Plätze im Krankenhaus belegen, wenn diese für Corona-Patienten benötigt werden. „Vorsorgliche Quarantäne“ nannte Kopp das. Und das natürlich nicht nur für Patienten aus der Kresstadt.

Betrieben werden soll das Spital dann, wie berichtet, mit Fachkräften, sie sich dieser Tage nach einem Aufruf beim Landratsamt gemeldet haben. Derzeit sei das Amt dabei zu prüfen, wer wann wo eingesetzt werden könne.

Die Stadt Rottweil hat 15.000 Euro ausgegeben, um das Spital so weit zu ertüchtigen. Vom Roten Kreuz wurden Betten aufgestellt. 22 Zimmer stehen zunächst zur Verfügung – wenn sie denn benötigt werden. Ohne die Hilfe der Ehrenamtlichen von Rotem Kreuz, Feuerwehr und THW sei das alles nicht zu bewältigen, hob Oberbürgermeister Ralf Broß hervor.

Michael Häring, Kreisbereitschaftsleiter des Roten Kreuzes, betonte, dass der Kreis Rottweil damit viel weiter sei als die Nachbarkreise.

Rottweiler Spital wird vorsorglich vorbereitet