Schiltach: Brennstoffzellenzug unterwegs

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Beim Zwischenstopp in Schiltach: Coradia iLint Foto: bes

Zu einem kur­zen Zwi­schen­stopp kam es ges­tern in Schiltach, als der welt­weit ers­te Zug mit Brenn­stoff­zel­len­an­trieb dort am Bahn­hof auf einen Gegen­zug war­ten muss­te.

Der von Alstom im nie­der­säch­si­schen Salz­git­ter gebau­te „Cora­dia iLint“ hat Brenn­stoff­zel­len an Bord. Die­se wan­deln Was­ser­stoff und Sauer­stoff in Strom um und kön­nen so den Schad­stoff­aus­stoß auf Null redu­zie­ren. Der öko­lo­gi­sche Nut­zen aller­dings hängt davon ab, wie Sauer­stoff und Was­ser­stoff erzeugt wur­den. Sei­ne ers­te Fahrt absol­vier­te der Zug im Sep­tem­ber 2018 in Nie­der­sach­sen.

Die Fahrt von Offen­burg nach Freu­den­stadt am Mitt­woch soll­te zei­gen, ob der Zug die Höhen­un­ter­schie­de im Schwarz­wald bewäl­ti­gen kann. Geplant ist näm­lich, den Zug auf der Stre­cke Offen­burg-Freu­den­stadt ab Fahr­plan­wech­sel im Dezem­ber 2022 regu­lär ver­keh­ren zu las­sen.

Mit dem Was­ser­stoff und Sauer­stoff, der in Tanks im Zug­dach gespei­chert ist, hat der Zug eine Reich­wei­te von etwa 1000 Kilo­me­tern. Bat­te­ri­en im Boden des Zuges lie­fern zusätz­li­che Ener­gie zum Beschleu­ni­gen. Die Höchst­ge­schwin­dig­keit beträgt immer­hin 140 Stun­den­ki­lo­me­ter. Gebremst wird  haupt­säch­lich elek­trisch, die ent­ste­hen­de  Ener­gie fließt in die Bat­te­ri­en zurück.

Soll­te sich der Zug bewäh­ren, könn­te Alstom bis zu 20 die­ser Fahr­zeu­ge an die Süd­west­deut­sche Lan­des­ver­kehrs AG  (SWEG) ver­kau­fen, denn  künf­tig sol­len die Züge auf der Stre­cke nach Freu­den­stadt emis­si­ons­frei unter­wegs sein. In der „Badi­schen Zei­tung“ weist Bern­ward Janz­ing aber dar­auf hin, dass  die Was­ser­stoff­zü­ge nur dann öko­lo­gisch sinn­voll sind, wenn der Was­ser­stoff mit Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gi­en gewon­nen wur­de.

 

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