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Mittwoch, 19. Februar 2020

Schiltach: Brennstoffzellenzug unterwegs

Zu einem kurzen Zwischenstopp kam es gestern in Schiltach, als der weltweit erste Zug mit Brennstoffzellenantrieb dort am Bahnhof auf einen Gegenzug warten musste.

Der von Alstom im niedersächsischen Salzgitter gebaute „Coradia iLint“ hat Brennstoffzellen an Bord. Diese wandeln Wasserstoff und Sauerstoff in Strom um und können so den Schadstoffausstoß auf Null reduzieren. Der ökologische Nutzen allerdings hängt davon ab, wie Sauerstoff und Wasserstoff erzeugt wurden. Seine erste Fahrt absolvierte der Zug im September 2018 in Niedersachsen.

Die Fahrt von Offenburg nach Freudenstadt am Mittwoch sollte zeigen, ob der Zug die Höhenunterschiede im Schwarzwald bewältigen kann. Geplant ist nämlich, den Zug auf der Strecke Offenburg-Freudenstadt ab Fahrplanwechsel im Dezember 2022 regulär verkehren zu lassen.

Mit dem Wasserstoff und Sauerstoff, der in Tanks im Zugdach gespeichert ist, hat der Zug eine Reichweite von etwa 1000 Kilometern. Batterien im Boden des Zuges liefern zusätzliche Energie zum Beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt immerhin 140 Stundenkilometer. Gebremst wird  hauptsächlich elektrisch, die entstehende  Energie fließt in die Batterien zurück.

Sollte sich der Zug bewähren, könnte Alstom bis zu 20 dieser Fahrzeuge an die Südwestdeutsche Landesverkehrs AG  (SWEG) verkaufen, denn  künftig sollen die Züge auf der Strecke nach Freudenstadt emissionsfrei unterwegs sein. In der „Badischen Zeitung“ weist Bernward Janzing aber darauf hin, dass  die Wasserstoffzüge nur dann ökologisch sinnvoll sind, wenn der Wasserstoff mit Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wurde.

 

 

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