Schlimmer als AIDS: Syphilis auch im Kreis Rottweil auf dem Vormarsch

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In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ist die Anzahl der Syphi­lis­in­fek­tio­nen in Deutsch­land stark gestie­gen. Das Robert Koch-Insti­tut (RKI) ver­zeich­ne­te im Jahr 2015 bun­des­weit 6834 Fäl­le. Dies bedeu­tet einen Anstieg um 19,7 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr. Auch im Land Baden-Würt­tem­berg war im Jahr 2015, wie in den bereits vor­an­ge­gan­ge­nen Jah­ren, eine wei­te­re Zunah­me der Syphi­lis-Fäl­le fest­zu­stel­len. Im Ver­gleich zum Jahr 2014 stieg die Anzahl der Mel­dun­gen um 23,4 Pro­zent. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat die Anzahl der jähr­li­chen Neu­erkran­kun­gen an Syphi­lis die Anzahl der HIV- Neu­in­fek­tio­nen deut­lich über­holt. Die Zah­len nennt das Gesund­heits­amt Rott­weil.

Die Syphi­lis ist leicht über­trag­bar und kann durch kleins­te Ver­let­zun­gen in Haut oder Schleim­haut beim Geschlechts- und Oral­ver­kehr über­tra­gen wer­den. Da die Erkran­kung sehr unter­schied­li­che Ver­läu­fe und Beschwer­den her­vor­ruft und sie zu Beginn sogar sym­ptom­los ver­lau­fen kann, wird sie oft über­se­hen oder mit ande­ren Krank­hei­ten ver­wech­selt, erklärt das Gesund­heits­amt wei­ter. Aber auch Men­schen, die kei­ne Sym­pto­me ver­spü­ren, kön­nen ande­re Men­schen dem­nach mit Syphi­lis anste­cken.

Zu Beginn der Erkran­kung ent­steht oft ein klei­nes Geschwür an der Stel­le, an der der Erre­ger in den Kör­per ein­ge­drun­gen ist. Hin­zu kommt eine Schwel­lung der Lymph­kno­ten. In spä­te­ren Erkran­kungs­sta­di­en tre­ten wei­te­re Geschwü­re auf, aber auch Orga­ne und das Ner­ven­sys­tem kön­nen geschä­digt wer­den. Eine Syphi­lis­in­fek­ti­on kann außer­dem das Risi­ko erhö­hen, sich mit HIV zu infi­zie­ren, weil dadurch dem Virus der Weg in den Kör­per erleich­tert wird.

Im Land­kreis Rott­weil wur­den im Rah­men der Bera­tung für sexu­ell über­trag­ba­re Krank­hei­ten Syphi­lis-Fäl­le dia­gnos­ti­ziert und einer Behand­lung zuge­führt, wodurch die Ver­brei­tung der Syphi­lis ein­ge­dämmt wer­den konn­te, teilt das Gesund­heits­amt wei­ter mit. Eine recht­zei­ti­ge Dia­gno­se und Bera­tung zu der Infek­ti­on sei dem­nach wich­tig, da sich die Erkran­kung vor allem in einem frü­hen Sta­di­um mit Anti­bio­ti­ka gut behan­deln lässt.

Info: Das Gesund­heits­amt Rott­weil bie­tet in einer offe­nen Sprech­stun­de jeden Don­ners­tag von 14 bis 17.30 Uhr eine anony­me Bera­tung und Test­mög­lich­keit zu Syphi­lis und ande­ren sexu­ell über­trag­ba­ren Erkran­kun­gen (zum Bei­spiel Hepa­ti­tis, Chla­my­di­en und Gonor­rhoe) an. Dar­über hin­aus kön­nen Ter­mi­ne außer­halb die­ser Sprech­stun­de tele­fo­nisch unter der Num­mer 0741 174450 oder per E-Mail an aidsberatung@landkreis-rottweil.de ver­ein­bart wer­den.