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Donnerstag, 1. Oktober 2020

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Schnellere Hilfe bei Grippeverdacht

ROTTWEIL – „Mundschutz – bitte bedienen Sie sich!“ Mit dieser Aufforderung begrüßt die Helios Klinik Rottweil momentan Patienten und Besucher. Der Grund: die Grippewelle. Ein neuer Schnelltest verschafft jetzt innerhalb einer Viertelstunde Gewissheit, ob ein Patient die hochansteckende Influenza hat oder eben „nur“ einen grippalen Infekt.

Influenzaviren sind gefährlich. Auch in diesem Jahr mussten im Rottweiler Krankenhaus bereits Patienten auf der Intensivstation behandelt werden, weil sie sich mit der Infektionskrankheit angesteckt hatten. Insgesamt 23 Influenza-Patienten verzeichnet die Klinik seit dem 1. Januar, momentan liegt ein Patient mit Influenza stationär. „Die Anzahl der Influenzafälle ist, gemessen an der Jahreszeit, eher normal. Allerdings gab es einige Patienten, bei denen uns die Schwere der Infektion tatsächlich überrascht hat“ sagt Dr. Martin Maunz, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I in der Helios Klinik Rottweil.

Wer bisher als stationärer Patient mit Influenza-Anzeichen in die Helios Klinik Rottweil kam, wurde zunächst isoliert, um sicherzustellen, dass er niemanden ansteckt. „Diese vorbeugenden Isolationsmaßnahmen sind extrem wichtig, um die Ausbreitung der Influenza zu verhindern“ sagt Susanne Bosch, Hygienefachkraft in der Helios Klinik Rottweil. Besucher, Ärzte und Pflege müssen vor dem Betreten von Isolierzimmern besondere Maßnahmen ergreifen, die über die Händedesinfektion hinausgehen: bereitgelegte Schutzkleidung anziehen und Mund-Nasen-Schutz – bei Influenza eine FFP-Maske – anlegen.

Klarheit hatten Patienten mit Influenza-Verdacht bisher nach rund 48 Stunden – dann lagen die entsprechenden Ergebnisse des externen Labors vor. Der neue Schnelltest hingegen ermöglicht ganz zeitnah im krankenhauseigenen Labor eine verlässliche Diagnose. Der Test identifiziert Influenza-Viren Typ A und Typ B einfach anhand eines Rachen-Nasenabstrichs. Das Verfahren basiert auf einer neuen Technologie, der sogenannten „isothermen Nukleinsäureamplifikation“. Hierbei wird die Influenza-DNA mithilfe molekularbiologischer Techniken und Enzyme bei konstanter Temperatur vervielfältigt, um sie so nachzuweisen.

„Dieser neue Test bringt uns nicht nur ein schnelleres Ergebnis für die stationären Patienten, sondern erleichtert auch das Bettenmanagement“ sagt Martina Hattler, Pflegedirektorin in der Helios Klinik Rottweil. „Bisher mussten wir jeden Patienten bei Verdacht auf Influenza zunächst isolieren, bis das Ergebnis vorlag. Jetzt haben wir schnell eine Diagnose und damit eine klare Handlungsanweisung, wie wir den Patienten unterbringen müssen.“

 

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