Schon zwei Prozent Flüssigkeitsverlust schränken Leistungsfähigkeit ein

Im Jahr 2018 wurden 1.700 Personen stationär behandelt

Landkreis Rottweil. Im vergangenen Jahr mit seinem ebenfalls heißen Sommer mussten im Landkreis Rottweil 960 AOK-Versicherte wegen zu wenig Flüssigkeit im Körper stationär behandelt werden. Hierüber informiert die AOK in einer Pressemitteilung.

Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung im Kreis waren das über 1.700 Personen. „Schon bei einem Flüssigkeitsverlust von zwei Prozent stellen sich Einschränkungen bei der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit ein“, sagt Heidrun Zeller-Thorn, Ernährungsberaterin bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Denn Wasser braucht der Körper für die Verdauung, die Verwertung der Nährstoffe, das Immunsystem und die Wirkung von Hormonen.

Besonders gefährdet sind ältere Menschen. 70- bis 74-Jährige mussten im Landkreis etwa vier Mal häufiger wegen Flüssigkeitsmangel behandelt werden als 30- bis 34-Jährige. „Im Alter geht das Durstgefühl zurück. Daher sind Ältere schnell im Defizit und müssen ganz besonders darauf achten, genug zu trinken“, erklärt AOK-Expertin Heidrun Zeller-Thorn. An heißen Tagen aber einfach mal auf Vorrat trinken gehe nicht, denn der Körper hat keinen Wasserspeicher, aus dem er sich bei Bedarf bedienen könnte. Wasser, das der Körper nicht benötigt, wird direkt wieder in die Ausscheidungskanäle gelenkt – man muss dringend seine Blase entleeren. „Man sollte daher in kleineren Portionen, aber regelmäßig trinken – mindestens eineinhalb bis zwei Liter am Tag, bei höheren Temperaturen und mehr Bewegung auch mehr.“

„Der beste Durstlöscher ist in jedem Fall Wasser“, so Heidrun Zeller-Thorn. „Auch ungesüßter Tee kann bedenkenlos getrunken werden. Vorsicht aber bei Limonaden und auch Säften. Diese enthalten oft viel Zucker, das löscht den Durst nicht, sondern erhöht sogar den Wasserbedarf.“ Der Grund: der Körper möchte die plötzlich erhöhte Zuckerkonzentration wieder verdünnen und benötigt dazu Flüssigkeit, was zu noch mehr Durst führt. Apfelsaft etwa enthält in der Regel gleich viel oder sogar mehr Zucker als Cola. Daher sollte er verdünnt werden; optimal sind zwei bis drei Teile Wasser auf einen Teil Saft.

 

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