NRWZ.de, 11. Mai 2021, Autor/Quelle: Pressemitteilung (pm)

Schreiben der SPD-Kreistagsfraktion an Landrat Dr. Michel

KREIS ROTTWEIL – Die SPD-Kreistagsfraktion Rottweil hat sich in einem Offenen Brief zur Gemeinwohlökonomie an Landrat Dr. Rüdiger Michel gewandt.

Der Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Dr. Michel, sehr geehrte Damen und Herren des Kreistages,

die Corona- Krise hat gezeigt, wie verwundbar wir als Einzelne sind und wie nötig ein durchsetzungsfähiger Staat ist. Nicht nur das. Ein „Weiter so!“, haben viele Denker und Lenker erkannt, führt darüber hinaus in die Klima- Katastrophe und verschärft das soziale Auseinanderdriften der Gesellschaft weiter. In der Bekämpfung des Klimawandels und der Pandemie und ihrer Auswirkungen wurden folgerichtig eine ganze Reihe von neo- liberalen Glaubenssätzen als unwirksam über Bord geworfen. Dies galt insbesondere für die Auffassung, der Markt würde Probleme immer besser regeln als der Staat dies könne.

Es scheint, als müsse eine andere volkswirtschaftliche Theorie an die Stelle der herrschenden Lehre treten.

Viele Firmen, viele Kommunen, viele kommunale Betriebe haben sich inzwischen entschieden, ihre Geschäftstätigkeit nach den Prinzipien der Gemeinwohlökonomie zu gestalten. Die GWÖ, in einem Satz, will ihre Bilanzen nicht nur nach Gewinnen und Verlusten erstellen ( das gibt es weiterhin ), sondern auch nach einem Punktesystem ökologisches und soziales Gebaren zertifizieren. Dahinter stecken eine ganze Philosophie und eine Wirtschaftstheorie.

Die SPD- Fraktion schlägt daher vor, dass der Landkreis eine /n Fachfrau /mann zu einem Vortrag in den Kreistag beziehungsweise einen Ausschuss über die Gemeinwohlökonomie (GWÖ) und deren Nutzen und gegebenenfalls Aufwand für den Landkreis einlädt. Gerne helfen wir, falls gewünscht, auch bei der Herstellung von Kontakten. Soweit erforderlich behalten wir uns vor, gegebenenfalls einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Berthold Kammerer, Fraktionsvorsitzender

 

 

Schreiben der SPD-Kreistagsfraktion an Landrat Dr. Michel