Sie haben ihn! Streife nimmt mutmaßlichen Dreifachmörder von Villingendorf in Rottweil-Neufra fest

Mann war bewaffnet / Widerstandslose Festnahme / Hinweis aus der Bevölkerung führt zum Ziel / Lob vom Innenminister

Weit war Drazen D. nicht gelaufen. Nur ins vom Tatort vielleicht 15 Kilometer entfernte Neufra. Foto: SDMG/Maurer

Der mut­maß­li­che Drei­fach­mör­der von Vil­lin­gen­dorf ist am frü­hen Diens­tag­abend gefasst wor­den. Das hat die Poli­zei bestä­tigt. Dem­nach erfolg­te der Zugriff im Rott­wei­ler Teil­ort Neuf­ra. Der Gesuch­te ist am Leben. Er hat laut Poli­zei kei­nen Wider­stand geleis­tet, war offen­bar ein­fach zu Fuß unter­wegs. Der Tipp kam nach Infor­ma­tio­nen der NRWZ von einem Bür­ger. Die­ser soll die Poli­zei ange­ru­fen haben, weil ihm ein Mann mit Plas­tik­tü­te ver­däch­tig vor­ge­kom­men war. Es han­del­te sich um den Gesuch­ten. Inzwi­schen hat Innen­mi­nins­ter Tho­mas Stro­bl der Poli­zei für ihre gute Arbeit gra­tu­liert.

Die Fest­nah­me des mut­maß­li­chen Drei­fach­mör­ders geschah in Neuf­ra, in der Spai­chin­ger Stra­ße. Durch zwei Strei­fen­po­li­zis­ten. Fotos: SDMG/Maurer

Dra­zen D., der mit inter­na­tio­na­lem Fahn­dungs­auf­ruf gesuch­te drin­gend Tat­ver­däch­ti­ge zu dem drei­fa­chen Tötungs­de­likt am Don­ners­tag­abend in Vil­lin­gen­dorf, ist nach einem Hin­weis aus der Bevöl­ke­rung heu­te, am Diens­tag­abend, um 16.40 Uhr bei Neuf­ra im Land­kreis Rott­weil von Beam­ten des Poli­zei­re­viers Rott­weil wider­stands­los vor­läu­fig fest­ge­nom­men wor­den. Das erklä­ren die Staats­an­walt­schaft Rott­weil und das Poli­zei­prä­si­di­um Tutt­lin­gen in einer gemein­sa­men Pres­se­mit­tei­lung.

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D. war zu die­sem Zeit­punkt bewaff­net.

Den­noch: Bei der Fest­nah­me des 40-jäh­ri­gen Man­nes fiel kein Schuss,  heißt es sei­tens der Poli­zei. Zwei Strei­fen­be­am­te des Poli­zei­re­viers Rott­weil hät­ten den Ver­däch­ti­gen dem­nach direkt in Neuf­ra gestellt. Dra­zen D. soll zu Fuß unter­wegs gewe­sen sein.

Wie die NRWZ inzwi­schen erfuhr, war Dra­zen D. ganz nor­mal geklei­det und mit wenigs­tens einer Kauf­haus-Plas­tik­tü­te aus­ge­stat­tet in Neuf­ra unter­wegs. Mit­ten im Ort. Er soll eini­gen Bür­gern in dem klei­nen Dorf auf­ge­fal­len sein. Offen­bar hat ihn einer auch wegen der am Frei­tag ver­öf­fent­lich­ten Fahn­dungs­fo­tos erkannt. Er rief die Poli­zei.

Die Fest­nah­me durch zwei Strei­fen­be­am­te erfolg­te in der Spai­chin­ger Stra­ße. Einer Durch­gangs­stra­ße in dem klei­nen Rott­wei­ler Teil­ort mit gut 1100 Ein­woh­nern.

Die Flucht­rou­te des mut­maß­li­chen Mör­ders hat von Her­ren­zim­mern aus durch einen dich­ten Wald, wei­ter in Rich­tung des Dun­nin­ger Orts­teils Lacken­dorf, des Zim­mer­ner Orts­teils Hor­gen und nach Neuf­ra geführt. Alles zu Fuß. Das hat die NRWZ aus Poli­zei­krei­sen erfah­ren. In Her­ren­zim­mern hat­te der Mann sein Flucht­au­to abge­stellt. Dem­nach muss er in einem gro­ßen Bogen um Vil­lin­gen­dorf her­um gewan­dert sein. Und für einen Fuß­weg von viel­leicht fünf Stun­den fünf Tage gebraucht haben.

Die Poli­zei war also nicht falsch gele­gen mit ihrer Ver­mu­tung, der Ver­däch­ti­ge kön­ne sich in dem Wald­ge­biet ”Hoch­wald” auf­hal­ten. Bezie­hungs­wei­se es kön­ne sein Leich­nam dort lie­gen.

Die Staats­an­walt­schaft wird zusam­men mit dem Poli­zei­prä­si­di­um Tutt­lin­gen am mor­gi­gen Mitt­woch, um 14 Uhr, eine Pres­se­kon­fe­renz für (aus­ge­wie­se­ne­Pres­se­ver­tre­ter in Vil­lin­gen­dorf, abhal­ten.

Tho­mas Stro­bl, Innen­mi­nis­ter von Baden-Würt­tem­berg, dank­te kurz nach der Fest­nah­me in einem Tele­fo­nat dem Stell­ver­tre­ten­den Poli­zei­prä­si­den­ten Gerold Sigg für die her­vor­ra­gen­de Ermitt­lungs­ar­beit. „Die Poli­zei hat erneut exzel­len­te Arbeit geleis­tet. Ich bin erleich­tert, dass der Tat­ver­däch­ti­ge gefasst ist und kei­ne Gefahr mehr für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger dar­stellt“, wird Stro­bl in einer Mit­tei­lung des Innen­mi­nis­te­ri­ums zitiert. Die ”schreck­li­che Blut­tat und der flüch­ti­ge Tat­ver­däch­ti­ge” hät­ten die Men­schen ”tief auf­ge­wühlt und ver­un­si­chert.” Der Innen­mi­nis­ter dank­te den 63 Beam­ten der SOKO Hoch­wald und allen bei der Fahn­dung betei­lig­ten Poli­zis­tin­nen und Poli­zis­ten. Sein beson­de­rer Respekt gel­te dem Hin­weis­ge­ber aus der Bevöl­ke­rung und den Strei­fen­be­am­ten, die den bewaff­ne­ten Täter letzt­end­lich fest­ge­nom­men haben.

In der Gemein­de Vil­lin­gen­dorf (3300 Ein­woh­ner, Kreis Rott­weil) waren in einem Wohn­haus in der Klip­pen­eck­stra­ße am spä­ten Don­ners­tag­abend drei Men­schen getö­tet wor­den: ein 34-jäh­ri­ger Mann und ein sechs­jäh­ri­ger Jun­ge. Eine 29-jäh­ri­ge Frau starb spä­ter, sie hat­te die Tat zunächst schwer ver­letzt über­lebt. Der mut­maß­li­che Täter, der aus Kroa­ti­en stam­men­de, 40-jäh­ri­ge Ex-Sol­dat Dra­zen D. konn­te zunächst ent­kom­men. Nach Tagen inten­si­ver Suche durch die Poli­zei und nun auch nach einer gestar­te­ten Öffent­lich­keits­fahn­dung ist D. nach Infor­ma­tio­nen der NRWZ bei Neuf­ra gefasst wor­den. Der getö­te­te Bub war sein Sohn. Hin­ter­grund der Tra­gö­die ist mut­maß­lich ein Fami­li­en­dra­ma.

D. blieb zunächst nach der Tat ver­schwun­den – wenn­gleich hun­der­te Poli­zis­ten in Baden-Würt­tem­berg und Bay­ern nach ihm fahn­de­ten. Die Suche kon­zen­trier­te sich auf ein Wald­stück nahe des Tat­orts und auf die Rou­te nach Kroa­ti­en.

Die NRWZ hat­te als ers­te Zei­tung über die Tat berich­tet.

 

8 Kommentare

  1. Was ist denn das für ein bou­le­vard­jour­na­lis­ti­sches, mit Feh­lern durch­setz­tes Geschreib­sel?? Kann man soet­was nicht viel­leicht vor der Publi­ka­ti­on noch ein­mal redi­gie­ren?

    • An dem Arti­kel ist seit vor­ges­tern, 22 Uhr gear­bei­tet wor­den. Fast durch­ge­hend. Da lässt auch mal die Kon­zen­tra­ti­on nach. Ent­schul­di­gung für die so ent­stan­de­nen Feh­ler. Was mei­nen Stil anbe­trifft: Bit­te sur­fen Sie ein­fach weg, wenn Sie ihn nicht mögen. LG

  2. Da über­schlägt sich die Bericht­erstat­tung, natür­lich.

    Über das, was Vätern von der deut­schen Jus­tiz und femi­nis­tisch zer­setz­tem Frau­en­lob­by­is­mus ange­tan wird, schweigt man.

    Sol­che ”Bezie­hungs­dra­men” lie­ßen sich regel­haft lan­ge im Vor­feld ver­hin­dern, indem man end­lich prä­ven­tiv gegen die Aus­gren­zung, struk­tu­rel­le Gewalt und trau­ma­ti­sie­ren­de Ent­rech­tung von Vätern bei Tren­nung und Paar­kon­flikt vor­geht, die in die­sem Land längst ”nor­mal” gewor­den ist.

    Jeder Vater in Deutsch­land muss damit rech­nen, dass er sei­ne Kin­der nie wie­der­sieht, wenn Frau sich ”trennt” und infol­ge ver­wei­gert.

    Mar­tin Deeg,

    Poli­zei­be­am­ter a.D.

    • Ein Mann erschießt drei Leu­te, sei­nen klei­nen unschul­di­gen Sohn inklu­si­ve, und Ihnen fällt nichts Bes­se­res ein, als den ”Frau­en­lob­by­is­mus” ver­ant­wort­lich zu machen? Das ein über­wäl­ti­gen­der Teil der Täter­sta­tis­tik in Gewalt­fäl­len männ­lich ist, ist wahr­schein­lich auch haupt­säch­lich der ach so bösen Gesell­schaft anzu­krei­den, die Män­ner ein­fach unge­recht behan­delt. Was hat die­se Frau ihm nur ange­tan, dass er sich gezwun­gen sah – gezwun­gen, sage ich Ihnen! – ande­re Men­schen zu töten? Die­ser arme Mann!

      Ich weiß ja nicht, in was für einer Welt Sie leben, aber einen drei­fa­chen Mord mit Sexis­mus zu beant­wor­ten ist geschmack­los. Der Mör­der ist ein Mör­der und für sei­ne Taten ver­ant­wort­lich. Eine Tren­nung von sei­ner Frau ist noch lan­ge kein Grund, nach einer Waf­fe zu grei­fen und wild um sich zu schie­ßen. Selbst wenn alle erschos­se­nen Leu­te nebst sei­ner Frau ihn wüst beschimpft hät­ten, hät­te er kein Recht gehabt, eine töd­li­che Waf­fe zu zie­hen und sie zu benut­zen.

      Falls Sie tat­säch­lich Poli­zei­be­am­ter waren, wis­sen Sie sehr genau, dass die Pha­se in der Tren­nung, in der der Täter merkt, dass er die Kon­trol­le ver­liert, die Sta­tis­tik mit den meis­ten Gewalt­ta­ten berei­chert – wenn eine Frau sich von einem Mann trennt und es ein Ver­bre­chen gibt, liegt das Opfer mit 90%iger Wahr­schein­lich­keit auf der weib­li­chen Sei­te, und ich schät­ze hier noch groß­zü­gig.

      Es gibt über­le­ben­de Fami­lie in die­ser Tra­gö­die, der ich sehr viel Kraft wün­sche und hof­fe, dass der Täter als­bald ding­fest gemacht wird. Offen­bar kann man die­sem Men­schen näm­lich nicht trau­en, kei­nen töd­li­chen Scha­den anzu­rich­ten.

      • Jeder liest das was er lesen will. Ihre künst­li­che Empö­rung ist so sinn­frei wie erwart­bar und kommt immer NACH sol­chen ”Dra­men”.

        Es geht mir nicht um ”Recht­fer­ti­gung” oder was Sie sonst hier eifernd rein­pro­ji­zie­ren – es geht um Prä­ven­ti­on. Wer Män­ner und Väter zuneh­mend ent­rech­tet und vor­aus­ei­lend kri­mi­na­li­siert, wird wei­ter sol­che Eska­la­tio­nen beför­dern. So ein­fach ist das.

        • Es tut mir auf­rich­tig Leid, was Ihnen zuge­sto­ßen ist. Ich geriet auch in eine Lage, in wel­cher die Mut­ter mich absicht­lich von dem Vater ent­frem­de­te. Ich kann die­se Situa­ti­on also sehr wohl nach­voll­zie­hen und möch­te beto­nen, dass nie­mand eine der­ar­ti­ge Behand­lung ver­dient. Mit der Mut­ter rede ich seit Jah­ren nicht mehr – das ist die logi­sche Kon­se­quenz von elter­li­cher Ent­frem­dung.

          Ich glau­be aller­dings nicht, dass Frus­tra­ti­on und Ver­lust einen Mord recht­fer­ti­gen, oder wie in die­sem Fall einen drei­fa­chen Mord.

          Prä­ven­ti­on beginnt mei­ner Ansicht nach in der Ein­stel­lung. Was hilft es kon­kret, von ”Frau­en­lob­by­is­mus” zu reden? Ihre Agen­da ist zu respek­tie­ren und ich per­sön­lich fin­de eben­falls, dass dies eine der weni­gen sehr guten Punk­te ist, die MRAs machen. Dies erfor­dert aller­dings nicht nur eine Ände­rung der Gesell­schaft und eine Auf­lö­sung der übli­chen Rol­len (denn eine Mut­ter wird stets als pri­mä­res Eltern­teil gese­hen, was das Recht wider­spie­gelt). Sie sehen also, dass wir bei­de grund­sätz­lich die glei­che Mei­nung ver­tre­ten.

          Ich empör­te mich an Ihrem Post, weil ich nicht nur Gleich­gül­tig­keit gegen­über des in die­sem Arti­kel dar­ge­stell­ten Ver­bre­chens wahr­nahm, son­dern auch eine sehr schnel­le und zutiefst per­sön­li­che Reak­ti­on, die sofort in Feind­se­lig­keit umschlug. Mord ist nicht zu recht­fer­ti­gen. Mora­li­sche Über­le­gen­heit wird nicht durch Gewalt ver­tre­ten.

          Bit­te grei­fen Sie die ”Frau­en­lob­by” nicht an. Femi­nis­mus strebt nach Gleich­stel­lung, nicht nach Über­le­gen­heit, und jeder der etwas ande­res behaup­tet ist ein Heuch­ler. Lei­der ver­ur­tei­len Sie näm­lich damit eben­falls Situa­tio­nen, ohne deren Hin­ter­grund zu ken­nen – bedau­er­li­cher­wei­se ist dies die­sel­be Her­an­ge­hens- und Denk­wei­se, die von Ihnen zurecht im aktu­el­len Recht kri­ti­siert wird. Viel­leicht war die Mut­ter feind­se­lig und unge­recht. Viel­leicht wur­de das Kin­des­wohl nicht beach­tet. Aber viel­leicht war der Vater auch gewalt­tä­tig und die Mut­ter tat ihre Pflicht, als sie das Kind von dem Vater fern­hielt. Viel­leicht wur­de das Kind nicht vor­ent­hal­ten und der Streit hat­te einen ande­ren Aus­lö­ser.

          Ich möch­te nicht, dass Sie Ihre Ein­stel­lung oder gar Ihr Ziel ändern, aber ich wür­de mich über Nach­denk­lich­keit und vor­sich­ti­ges Abwä­gen freu­en.

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