thyssenkrupp-Test­turm, geplan­te Hän­ge­brü­cke, ein erhoff­ter Besu­cher­an­sturm, mehr Park­plät­ze, mehr Eigen­wer­bung, neue kris­tal­lin-schim­mern­de Attrak­tio­nen: Das sind die Stich­wor­te, die gera­de aus Alex­an­der Mül­ler spru­deln. Gemein­sam mit sei­ner Frau Bir­git betreibt er die Die­tin­ger „Welt der Kris­tal­le”, ein Hoch­glanz-Muse­um mit Shop, das sich edlen Stei­nen und Fos­si­li­en gewid­met hat. Im März fei­er­te das Muse­um bereits sei­nen sechs­ten Geburts­tag. Emma (12) und Paul (14) aus Vöh­rin­gen (Kreis Rott­weil) haben es besucht.

Blick ins Muse­um Welt der Kris­tal­le. Links vor­ne eine Attrak­ti­on auf Initia­ti­ve der Inh­ga­be­rin Bir­git Mül­ler: ein Kris­tall­tun­nel, in dem sich Bli­cke begeg­nen kön­nen. Foto: gg

Edel. Ganz in Schwarz – Gebäu­de, Inven­tar, selbst die Mit­ar­bei­ter des Muse­ums. Damit die Kris­tal­le und Fos­si­li­en bes­ser zur Gel­tung kom­men. Und tat­säch­lich: Die Aus­stel­lungs­stü­cke leuch­ten, strah­len, glän­zen. Sele­nit, Anhy­drit, selbst ein ver­gleichs­wei­se ordi­nä­rer Quarz sieht beein­dru­ckend aus.

Dazwi­schen Hai­zäh­ne, Tri­lo­bi­ten, die 380 Mil­lio­nen Jah­re alt sein sol­len. Eine ver­stei­ner­te Krab­be, 100 Mil­lio­nen Jah­re alt, aus Uru­gu­ay. Der Schä­del eines Tyran­no­sau­rus Rex. Eine Dame, sie heißt Sue. Kommt aus South Dako­ta. Viel­mehr: kam. Lebt nicht mehr, Gott sei Dank.

Kris­tal­le nach Kon­ti­nen­ten geord­net. Und mit Paul als Betrach­ter. Foto: gg

Farb­reich­tum und Viel­falt am Orts­ein­gang von Die­tin­gen, Kreis Rott­weil. Seit sechs Jah­ren schon. Ein ste­tig wach­sen­des Muse­um. Für die Betrei­ber, das Ehe­paar Mül­ler, ist das offen­bar Kon­zept, das ste­ti­ge Wachs­tum. „Um dem erwar­te­ten Besu­cher­an­sturm durch wei­te­re Neu­ig­kei­ten, mehr Wer­bung, Turm und Hän­ge­brü­cke gerecht zu wer­den, bau­en wir gera­de auf 1000 Qua­drat­me­ter neue Park­plät­ze”, erklär­te Alex­an­der Mül­ler gegen­über der NRWZ im März.

Ste­hen stau­nend vor der mut­maß­li­chen Rekord-Dru­se: Paul und Emma. Foto: gg

Auch will das Haus immer wie­der für neue Attrak­tio­nen sor­gen. Die wohl welt­weit größ­te Ame­thyst­dru­se steht dort im beschau­li­chen schwä­bi­schen Dorf. Es ist ein über vier Meter hoher und 100 Mil­lio­nen Jah­re alter, mit Ame­thyst­kris­tal­len bewach­se­ner vul­ka­ni­scher Hohl­raum.

War die Rekord-Dru­se län­ge­re Zeit der Stolz des Hau­ses, ist es jetzt ganz aktu­ell ein Sele­nit, auch Mari­en­glas genannt, aus einem Zink-Berg­werk in Chi­na. „Die­ser Stein wiegt mehr als 2000 Kilo­gramm und wur­de von zehn Mann in ein­jäh­ri­ger Arbeit von Hand aus 1000 Metern Tie­fe aus dem Berg geholt”, berich­tet Alex­an­der Mül­ler. Der Stein ist 245 Zen­ti­me­ter lang, 160 Zen­ti­me­ter hoch und 150 Zen­ti­me­ter tief. „Wir haben den Stein mit einem Sie­ben-Ton­nen-Stap­ler auf 3,3 Meter Höhe auf ein extra ange­fer­tig­tes Stahl­ge­stell gestellt, so dass man ihn von der zwei­ten Eta­ge, von der Gale­rie aus anschau­en kann”, berich­tet Mül­ler. „Man kann auch direkt unter den Stein ste­hen und ihn von unten anschau­en, da der Hohl­raum kom­plett durch geht und die Kris­tal­le den gan­zen Stein durch­wach­sen”, so Mül­ler wei­ter. Der Stein wird von oben und unten beleuch­tet und die Sele­nit­kris­tal­le lei­ten in dün­nen Fasern das Licht wie ein Glas­fa­ser­ka­bel.

„WOW!” Foto: gg

Ein atem­be­rau­ben­der Stein.” Sagt Mül­ler. „WOW!”, ruft Emma, als sie unter dem Stein steht und über ein klei­nes Schild dar­auf auf­merk­sam gemacht wird, dass der Blick nach oben loh­ne. Tut er tat­säch­lich.

Jetzt, am Oster­sams­tag gegen 11.15 Uhr ist das Muse­um bereits gut besucht. Da hat es gera­de mal eine Vier­tel­stun­de geöff­net. Im infor­ma­ti­ven Film über die Kris­tall­ge­win­nung, gedreht von Mül­ler, sit­zen bereits 15 Besu­cher. Ein klei­nes Kino ist dafür geschaf­fen wor­den, alles in Schwarz gehal­ten.

Infos und Aus­stel­lungs­stü­cke. Foto: gg

Ohne­hin sind es die mul­ti­me­dia­len Muse­um­s­tei­le, die Freu­de machen. Der Film, aber auch der extra etwas ver­steckt gele­ge­ne Ein­gang zum soge­nann­ten „Kris­tall­wun­der”, gleich bei der Aus­stel­lung der Kris­tal­le nach Kon­ti­nen­ten auf der zwei­ten Ebe­ne des Muse­ums. Ein Wun­der der Natur im Inne­ren der Erde, gibt es dort zu ent­de­cken. Ein Spre­cher erzählt von vul­ka­ni­schen Gas­bla­sen, die an die Erd­ober­flä­che gedrückt wer­den. Eine Ame­thyst­dru­se kommt zum Vor­schein. Es öff­net sich mit der leuch­ten­den Dru­se auch ein Blick ins Herz der Aus­stel­lungs­ma­cher Bir­git und Alex­an­der Mül­ler, die den strah­len­den Stei­nen ver­fal­len zu sein schei­nen. Und die ihre Freu­de ger­ne tei­len wol­len.

Emmas und Pauls Fazit

Emma. Foto: gg

Emma anschlie­ßend: 

Ich fand es sehr gut, dass man in den Glas-Vitri­nen sehen konn­te, wel­che Kris­tal­le es in ver­schie­de­nen Kon­ti­nen­ten gibt. Mir hat auch gefal­len, dass der Innen­bau eher schlicht und schwarz ist, da man sich dann eher auf die Aus­stel­lung fokus­sie­ren kann. Vor allem der Raum mit dem Kris­tall, der sich öff­net, hat mir sehr gut gefal­len, da es infor­ma­tiv und trotz­dem span­nend ist. Die Mit­ar­bei­ter waren alle sehr freund­lich und haben Paul und mir noch ein klei­nes Geschenk mit­ge­ge­ben, wor­über ich mich sehr gefreut habe.

Paul. Foto: gg

Paul sagt: 

Ich per­sön­lich inter­es­sie­re mich nicht wirk­lich für Kris­tal­le, aber die­ses Muse­um hat mir gut gefal­len. Es war schön ein­ge­rich­tet und gab vie­le Infos wie­der: Her­kunfts­ort, Alter und so wei­ter. Vie­le schö­ne und inter­es­san­te Kris­tal­le sind dort zu sehen und mir hat es sehr gefal­len. Schön fand ich auch das klei­ne Kino, in dem man sehen konn­te, woher sol­che Kris­tal­le denn eigent­lich her­kom­men. Aber auch der Teil mit dem sich auf­klap­pen­den Ame­thyst, bei dem alles noch­mal in einer eher kür­ze­ren Form erklärt wur­de, war sehr anspre­chend.

Der Ursprung des Muse­ums. Foto: gg

Infos: Mine­ra­li­en- und Fos­si­li­en­mu­se­um Welt der Kris­tal­le,  Fron­stra­ße 9, 78661 Die­tin­gen,  Tel: 0741 / 26950110. www.welt-der-kristalle.de