SeppDeppSeptett: Virtuoses Blödelblech

Das SeppDeppSeptett begeisterte am Sonntag das Deißlinger Publikum. Fotos: Jürgen Bögelspacher

DEISSLINGEN — Das Sep­pDeppSeptett ist eine Klasse für sich. Am Son­ntagabend begeis­terte die (achtköp­fige!) bayrisch-schwäbis­che  Truppe das Pub­likum in der rap­pelvollen Deißlinger Halle.

Wer sich unter Blas­musik Walz­er, Pol­ka und bayrische Mel­do­di­en, vielle­icht auch die eine oder andere adap­tierte Film- oder Pop­melodie oder  vorstellt, liegt richtig. Denn das ist auch, was diese  Truppe aus ehe­ma­li­gen Trossinger Musik­stu­den­ten macht, die aber schon mit ihrem Namen klar­ma­chen: Ernst zu nehmen ist das nicht. Und es ist etwas völ­lig Eigenes, ein Genre, das man vielle­icht Blödel­blech nen­nen kön­nte. Vir­tu­os­es Blödel­blech.

Denn drauf haben die sechs Jungs und zwei  Mädels ihre Instru­mente, und wie. Als Affen über die Bühne zu  hüpfen , mit Bana­nen zu schmeißen und dabei hochkarätig Musik zu machen, das ist schon beein­druck­end. Oder in rosa Röckchen, auf einem Bein, die Augen weit aufgeris­sen und die Mund­winkel nach unten gezo­gen die Flamin­gos zu geben — da  war das Pub­likum nicht mehr zu hal­ten, der Lach­muskelkater vor­pro­gram­miert.

 Ihre ver­rück­ten Ideen haben die Sep­pdep­pler in die Geschichte ihres Namensge­bers gepackt, den Sepp eben, der sich mit sein­er Trompete auf eine Wel­treise macht, und mit seinen Ver­suchen, seine geliebte bayrische Volksmusik an den Mann beziehungsweise die Frau zu brin­gen, meist scheit­ert. Dafür ständig in abstruse Sit­u­a­tio­nen kommt, verse­hentlich mit ein­er Sojus-Rakete startet oder in ein Ser­gio Leone-Duell gerät.

Let­zteres wird mit ein­er Gurke und ein­er Banane aus­ge­tra­gen, unter­malt von Ennio Mor­ri­cone-Klän­gen. In Afri­ka schließt er sich der Ele­fan­tepa­rade aus dem Dschun­gel­buch an, in Rumänien besiegt er Graf Niko­la im Trompe­tendu­ell — aus zweien davon lässt sich näm­lich auch ein Kreuz bilden. Ganz köstlich die skur­rile Tal­entshow, bei der Lokalmata­dor Robin Nikol mit Hor­nist Jonathan Baur zu “Some­thing Stu­pid” ein Liebe­spaar gibt. Oder wenn der Sepp die amerikanis­chen Marschbläs­er so aus ihrem Tritt bringt, dass alle durcheinan­der­purzeln und dann aber am Boden weit­er­spie­len — das ist genial. Eben­so die her­rliche Anbe­tung der Block­flöte in ihrer König der Löwen-Per­si­flage.

Sin­gen kön­nen sie auch, das beweisen sie nicht erst in der ersten Zugabe mit dem trau­ri­gen “In einem kühlen Grunde”, der weit­ere, fröh­lichere fol­gen, bis die acht schließlich klar­ma­chen, dass die Kehlen jet­zt so aus­gedör­rt sind, dass jet­zt nur noch das Feier­abend­bier hil­ft. Für die Ankündi­gung von Musikvere­insvor­sitzen­dem Thomas Grimm, das werde sich­er nicht das let­zte Mal sein, dass die Truppe in Deißlin­gen auf der Bühne ste­ht, gab´s dann nochmal großen Applaus. Offen­bar hat­ten alle hier noch lange nicht genug von diesem her­rlichen Blödsinn.

Mehr unter www.SeppDeppSeptett.com.