Solidarische Landwirtschaft in Hardt geplant

Solidarische Landwirtschaft in Hardt geplant

Am 24. Januar um 20 Uhr ist Gründungsversammlung eines Vereins für solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) für Hardt und Umgebung. Was sich dahinter verbirgt, erläutert Sonja Rajsp, eine der Initiatorinnen:

„Es ist wie ein Virus“, erzählt Bernhard Lamprecht, Landwirt aus Hardt. Er sei seit ungefähr einem Jahr Mitglied bei der Solidarischen Landwirtschaft „baarfood e. V.“ auf der Baar, und das Konzept habe ihn total überzeugt. 47 Familien haben im vergangenen Jahr einmal wöchentlich ihre Gemüsekiste abholen können, regional und bio. Gemeinschaftsgefühl inklusive, „von unserem Acker“, wie Hardy Bisinger, Vorstandsvorsitzender von baarfood , stolz betont.

Das Konzept von „baarfood“ ist ein einfaches: Ein Acker, eine Gärtnerin und eine Gruppe Menschen, die einerseits ab und zu auf dem Acker und bei der Vereinsorganisation mithelfen, andererseits wöchentlich Gemüsekisten abnehmen – zu einem Preis, den man beim Discounter auch bezahlen würde. Das imponierte dem Hardter Landwirt Lamprecht, er bot seinen Acker ebenfalls für’s Gemeinschaftsgärtnern an. Doch der Weg von der Baar bis nach Hardt war zu weit, und so bekam Lamprecht die Empfehlung „Mach’ doch eine eigene SoLaWi auf!“

Gesagt, getan: Lamprecht organisierte einen Infoabend. Dieser fand Mitte November statt und lockte auf Anhieb über 70 Interessierte an. Von denen bilden nun etwa fünfzehn den „inneren Kreis“, der das Projekt Solidarische Landwirtschaft für Hardt und Umgebung vorantreibt. Mit dabei mehrere Hardter Landwirte, aber auch branchenfremde Interessierte aus Hardt, Schramberg und Lauterbach, die sich nicht nur auf Gemüse vom „eigenen“ Acker, sondern auch auf die neu entstehende Gemeinschaft freuen.

Motto: Regional ist optimal

Wichtig ist den Initiatoren einerseits die regionale Herkunft des Gemüses. Außerdem soll auf Herbizide, Pestizide, Neonikotinoide etc. verzichtet werden – „Chemie ist schlecht für die Natur“. Stattdessen setze man auf alte Sorten und eine gut ausgetüftelte Fruchtfolge. Wichtig sei auch, dass das unternehmerische Risiko vom Landwirt auf den Verbraucher übergehe. „Wir müssen den Kreislauf ‚immer mehr und immer günstiger produzieren auf Teufel komm raus‘ durchbrechen. Der Landwirt bekommt seine Pacht, die Gärtner ihren Lohn, egal ob es eine gute oder schlechte Ernte gibt.“

Auch auf einen Namen haben sich die Aktiven schon geeinigt: „Ackernative Solidarische Landwirtschaft“ soll der Verein heißen. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, so Lamprecht. „Wir haben den Acker, wir haben ein paar engagierte Leute, aber es fehlt noch viel. Vor allem eine Gemüsegärtnerin oder ein Gemüsegärtner.“

Gründungsversammlung des Vereins am 24. Januar


Die Gründungsversammlung der Ackernative ist am 24. Januar um 20 Uhr im Gasthof „Grüner Baum“, Schramberger Straße 71, 78739 Hardt. Ob als passives Vereinsmitglied, als Interessent für eine Gemüsekiste oder als aktives Mitglied mit Hilfe bei der Organisation und beim Gärtnern – oder einfach aus Interesse: Bürgerinnen und Bürger sind zur Vereinsgründung herzlich willkommen.

Seite 1 / 1
Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 17. Januar 2018 von Pressemitteilung (pm). Erschienen unter https://www.nrwz.de/kreis-rottweil/solidarische-landwirtschaft-in-hardt-geplant/192154