Der sozialdemokratische Umweltpreis ging an die „Bürger Energie Deißlingen“. Unser Foto zeigt von links: Herbert Zinell, Georg Röhrle, Fabio Tedesco und den SPD-Kreisvorsitzenden Torsten Stumpf. Foto: SPD

DEISSLINGEN – Anders als geplant und doch erfolg­reich ist der ers­te SPD-Bür­ge­r­emp­fang im Land­kreis Rott­weil über die Büh­ne gegan­gen. Eigent­lich war die par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tä­rin im Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um, Rita Schwar­ze­lühr-Sut­ter, als Haupt­red­ne­rin vor­ge­se­hen. Die poli­ti­schen Ent­wick­lun­gen in Ber­lin führ­ten jedoch zu einem äußerst kurz­fris­ti­gen Wech­sel der Haupt­red­ne­rin.

Für Schwar­ze­lühr-Sut­ter, die auch SPD-Betreu­ungs­ab­ge­ord­ne­te für den Bun­des­tags­wahl­kreis Rott­weil-Tutt­lin­gen ist, sprang kurz­fris­tig die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Sas­kia Esken ein. Die par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tä­rin wur­de kurz­fris­tig nach Ber­lin geru­fen und muss­te des­halb um 13.15 Uhr absa­gen, der SPD-Bür­ge­r­emp­fang in Deiß­lin­gen begann um 18.30 Uhr. Den­noch schaff­ten es die Sozi­al­de­mo­kra­ten inner­halb der kur­zen ver­blie­be­nen Zeit für Ersatz zu sor­gen.

Die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Sas­kia Esken kommt aus dem Kreis Calw. Im Mit­tel­punkt des Abends stan­den der Koali­ti­ons­ver­trag, die 2019 anste­hen­den Kom­mu­nal- und Euro­pa­wah­len und nicht zuletzt die Erneue­rung der SPD. Esken unter­strich: „Wir brau­chen Leu­te, die für das Wir ste­hen.“ Einer der wich­tigs­ten Grund­wer­te der SPD sei die Soli­da­ri­tät. Die Demo­kra­tie blei­be nur leben­dig, wenn „die Par­tei­en mit­ten im Leben ste­hen“.

Gruß­wor­te kamen vom lang­jäh­ri­gen Schram­ber­ger Ober­bür­ger­meis­ter und ehe­ma­li­gen Minis­te­ri­al­di­rek­tor im baden-würt­tem­ber­gi­schen Innen­mi­nis­te­ri­um, Her­bert Zinell, und der Juso-Kreis­vor­sit­zen­den Nadi­ne Löw aus dem Schwarz­wald-Baar-Kreis. Zinell sieht in der Mit­glie­der­ent­schei­dung über die Regie­rungs­be­tei­li­gung eine Stär­kung der inner­par­tei­li­chen Demo­kra­tie. Auch wenn er deren Beschluss­emp­feh­lung nicht geteilt habe, hät­te die „NoGro­ko-Bewe­gung“ Schwung in die Sache gebracht.

Nadi­ne Löw, die im Vor­feld des Mit­glie­der­ent­scheids für ein Nein gewor­ben hat­te, wür­dig­te die inner­par­tei­li­che Debat­ten­kul­tur, die es in die Gre­mi­en, in den Bun­des­tag und auch zu den Bür­gern zu brin­gen gel­te. „Nach­dem die Ent­schei­dung gefal­len ist, darf es kei­ne Gra­ben­kämp­fe geben“, mach­te die Juso-Kreis­vor­sit­zen­de deut­lich.

Eine beson­de­re Aus­zeich­nung gab es beim SPD-Bür­ge­r­emp­fang für Alex­an­der Angst vom SPD-Orts­ver­ein Wel­len­din­gen. Er wur­de mit der Wil­ly-Brandt-Medail­le, der höchs­ten Aus­zeich­nung, die die SPD an ihre Mit­glie­der ver­gibt, geehrt. Alex­an­der Angst, in einer CDU-domi­nier­ten Fami­lie auf­ge­wach­sen, war 1977 im Alter von 18 Jah­ren in die SPD ein­ge­tre­ten. In Wel­len­din­gen hält er seit Jah­ren den kleins­ten SPD-Orts­ver­ein im Land­kreis Rott­weil erfolg­reich zusam­men. Außer­dem enga­giert er sich unter ande­rem in der Flücht­lings­hil­fe.

Eine bedeu­ten­de Aus­zeich­nung gab es auch für die Genos­sen­schaft „Bür­ger Ener­gie Deiß­lin­gen“. Sie bekam den sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Umwelt­preis ver­lie­hen. „Das Modell der Ener­gie-Genos­sen­schaft spie­gelt sozi­al­de­mo­kra­ti­sches Gedan­ken­gut vor­bild­lich wider“, gra­tu­lier­te SPD-Kreis­vor­sit­zen­der Tors­ten Stumpf. „Men­schen, die sonst die Mit­tel für eine eige­ne Inves­ti­ti­on in erneu­er­ba­re Ener­gi­en kaum auf­brin­gen kön­nen, kön­nen sich hier mit klei­nen Bei­trä­gen betei­li­gen“, wie die SPD im Leit­bild für den Umwelt­preis fest­ge­legt hat. Hat­te das Gemein­schafts­pro­jekt im Jahr 2011 mit 17 Mit­glie­dern begon­nen, so ist deren Zahl bis heu­te auf über 300 Mit­glie­der gestie­gen. Das ers­te Pro­jekt war die Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge auf dem Dach der Volks­bank­sport­hal­le in Deiß­lin­gen. Georg Röhr­le dank­te im Namen der „Bür­ger Ener­gie Deiß­lin­gen“ und kün­dig­te als nächs­tes Pro­jekt eine Solar­an­la­ge auf dem Dach des Berufs­schul­zen­trums Rott­weil an.