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Samstag, 7. Dezember 2019
Start Land­kreis Rott­weil Sozia­len Woh­nungs­bau vor­an­trei­ben

Sozialen Wohnungsbau vorantreiben

Staats­se­kre­tä­rin Schwar­ze­lühr-Sut­ter besucht die Spit­tel­müh­le / Gespräch mit AWO-Ver­tre­tern und Bewoh­nern des Hau­ses

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Das sozia­le Zen­trum Spit­tel­müh­le in Rott­weil war das Ziel eines Besuchs der Par­la­men­ta­ri­schen Staats­se­kre­tä­rin im Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um, Rita Schwar­ze­lühr-Sut­­ter. Dar­über berich­tet die AWO:

Dort infor­mier­te sie sich über die Ein­rich­tung, tausch­te sich mit Ver­tre­tern der Arbei­ter­wohl­fahrt und der SPD über sozia­le Fra­gen aus und besich­tig­te die Hand­we­be­rei und die Schrei­ne­rei, wo sie die Gele­gen­heit zum Gespräch mit den dort Beschäf­tig­ten nut­ze.

Die Spit­tel­müh­le bie­tet 24 Bet­ten. Eine Schrei­ne­rei und eine Hand­we­be­rei sind ange­glie­dert. Die Ein­rich­tung der Arbei­ter­wohl­fahrt, genau­er gesagt der AWO sozia­le Diens­te gGmbH, bie­tet obdach­lo­sen Men­schen die Mög­lich­keit, wie­der von der Stra­ße weg­zu­kom­men. In den Werk­stät­ten kann im Sin­ne von Tages­struk­tu­rie­rung mit­ge­ar­bei­tet wer­den, ein­zel­ne Betrof­fe­ne wur­den sogar aus­ge­bil­det, um so eine Grund­la­ge für einen eigen­stän­di­gen wei­te­ren Lebens­weg zu schaf­fen.

Zen­tra­le The­men des Gesprächs mit den AWO-Ver­­­tre­­tern Peter Hirsch, Diet­mar Greu­ter, Alex­an­der Schiem und Mir­ko Wit­kow­ski (für die Kreis­ver­bän­de von AWO und SPD) sowie der stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den des SPD-Orts­­ver­­eins Rott­weil, Isa­bel­la Cra­mer, waren der sozia­le Arbeits­markt, das sozia­le Grund­ein­kom­men, aber auch der Umgang mit Men­schen, die auf Hil­fe ange­wie­sen sind, und die Situa­ti­on auf dem Woh­nungs­markt.

Diet­mar Greu­ter sieht der­zeit kei­ne ande­re Mög­lich­keit, den von Obdach­lo­sig­keit betrof­fe­nen Men­schen eine Chan­ce auf eine Woh­nung zu geben, als sel­ber, sprich durch die AWO, auf dem Woh­nungs­markt tätig zu wer­den.

Die par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tä­rin und SPD-Betreu­ungs­­a­b­ge­or­d­­ne­­te für den Wahl­kreis Rot­t­­weil-Tut­t­­lin­gen, Rita Schwar­ze­lühr-Sut­­ter: „Immer öfter wer­den Mie­ter aus ihren Wohn­vier­teln, ihrer Hei­mat durch dras­ti­sche Miet­erhö­hun­gen ver­drängt. Vie­le fin­den kei­nen bezahl­ba­ren Wohn­raum. Dage­gen wird die SPD wei­ter vor­ge­hen. Schon in der letz­ten Legis­la­tur haben wir die Finanz­mit­tel an die Län­der für den sozia­len Woh­nungs­bau ver­drei­facht.”

Die Län­der hat­ten dann aller­dings bei der Bund-Län­­der-Ver­­ein­ba­­rung im ver­gan­ge­nen Jahr ver­ein­bart, allei­ne für den sozia­len Woh­nungs­bau zustän­dig zu sein und dafür woll­ten sie einen höhe­ren Anteil an der Mehr­wert­steu­er. Den­noch sei jetzt im Koali­ti­ons­ver­trag im Bund ver­ein­bart wor­den, noch­mals zwei Mil­li­ar­den Euro für den sozia­len Woh­nungs­bau in die Hand zu neh­men. Außer­dem soll das Grund­ge­setz geän­dert wer­den, damit sich der Bund dau­er­haft beim sozia­len Woh­nungs­bau enga­gie­ren kann.

Dass sich beim The­ma Obdach­lo­sig­keit mit den Jah­ren eini­ges ver­än­dert hat, schil­der­te Diet­mar Greu­ter aus sei­ner prak­ti­schen Erfah­rung: „Wir haben immer mehr jun­gen Men­schen wel­che bei wech­seln­den Bekann­ten schla­fen, weil sie nicht mehr in der Lage sind aus eige­ner Kraft eine güns­ti­ge Woh­nung zu fin­den.“ Wer aber jeden Tag mit der Fra­ge beschäf­tigt sei, wo er die kom­men­de Nacht schläft, schafft den Sprung in den ers­ten Arbeits­markt nicht: „Es gibt Men­schen, die die Leis­tung für den anspruchs­vol­len Arbeits­markt nicht brin­gen kön­nen.“

Für Rita Schwar­ze­lühr-Sut­­ter ist es wich­tig, denen Anrei­ze zu geben, die Arbei­ten gehen wol­len. Die­se müss­ten dann auch finan­zi­ell etwas davon haben. Für jene, die auf dem ers­ten Arbeits­markt kei­ne Chan­ce haben, braucht es ihrer Ansicht nach, so wie auf Betrei­ben der SPD im Koali­ti­ons­ver­trag fest­ge­hal­ten, einen sozia­len Arbeits­markt. Nichts hält sie davon, wenn Men­schen von einer Maß­nah­me in die nächs­te gescho­ben wer­den, ohne jemals eine Chan­ce zu haben, an einer Arbeits­stel­le tat­säch­lich Fuß zu fas­sen. Zusätz­li­che Anrei­ze, etwas dazu zu ver­die­nen, wünscht sich Ein­rich­tungs­lei­ter Alex­an­der Schiem.

AWO-Geschäfts­­­füh­­rer Peter Hirsch führ­te ein wei­te­res The­ma in das Gespräch ein: „Man macht nicht mit Gesund­heit Geld, son­dern mit Krank­heit.“ Auch sieht er den Rechts­an­spruch auf eine medi­zi­­nisch-pfle­ge­­ri­­sche Ver­sor­gung nicht mehr über­all als erfüllt an: „Gewis­se Men­schen krie­gen die­se Ver­sor­gung nicht mehr.“

Rita Schwar­ze­lühr-Sut­­ter notier­te sich die The­men und ver­sprach, die­se mit nach Ber­lin zu neh­men und wei­ter zu bear­bei­ten. In der Schrei­ne­rei der Spit­tel­müh­le nutz­te sie dann die Gele­gen­heit zum Gespräch mit den dort täti­gen Men­schen.

 

 

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