Sie dürfen alle wieder raus. Archiv-Foto: him

KREIS ROTTWEIL (pm) – Ab Donnerstag gibt es keine Stallpflicht für Geflügel im Landkreis Rottweil mehr. Aber es sei “weiterhin Vorsicht geboten: Immer noch treten Vogelgrippefälle im übrigen Deutschland auf”, so das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

Wegen der Geflügelpest-Gefahr hatte das Land Baden-Württemberg am 17. November 2016 die landesweite Pflicht zur Aufstallung von Geflügel angeordnet. Ab Februar 2017 wurde die Stallpflicht risikoorientiert für bestimmte Gebiete bis zum 15. März 2017 verlängert.

Im Landkreis Rottweil war davon die 500-Meter-Zone beidseits des Neckarufers betroffen. Aufgrund der günstigen Entwicklung der Seuchenlage speziell in Baden-Württemberg wurden die Stallpflicht-Gebiete ab heute, 16. März 2017, weiter reduziert und beschränken sich nun noch auf die 500-Meter-Uferzone von Bodensee und Rhein, der Donau ab dem Landkreis Sigmaringen, des Federsees, der Sauldorfer und Ablacher Seen sowie des Mains. Damit ist der Landkreis Rottweil nicht mehr von der Stallpflicht und dem Verbot von Ausstellungen und Märkten mit Geflügel betroffen.
Der aktuelle Geflügelpest-Seuchenzug ist jedoch keineswegs vorüber und hält vermutlich mindestens so lange Zugvögel noch Ihre Brutgebiete aufsuchen an.
Geflügelhalter sind nach wie vor zur Vorsicht aufgerufen. Auch nach Aufhebung der Stallpflicht sind sogenannte Biosicherheitsmaßnahmen unbedingt einzuhalten. So ist insbesondere das Tränken mit Dach- und Oberflächenwasser verboten und die Tiere dürfen nur an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel nicht zugänglich sind. Futter und Einstreu sind für Wildvögel unzugänglich zu lagern.

Hintergrundinformation zum Verlauf der Geflügelpest
Seit November 2016 wurde das hochpathogene (stark krank machende) H5N8-Virus in 1164 Fällen in Deutschland festgestellt. Davon betreffen 1075 Nachweise Wildvögel, die übrigen 89 Nachweise Geflügelhaltungen, Wildparks und Zoos. 307 der Virusfeststellungen entfallen auf Baden-Württemberg, die meisten am Bodensee.

Bei diesen Fällen handelte es sich um Wildvögel, vor allem Wasservögel, sowie in einem Fall um Geflügel in einer Vereinsanlage in Karlsruhe. In Baden-Württemberg wurde das Virus zuletzt im Februar bei einem Schwan im Landkreis Lörrach sowie einem Mäusebussard in Langenargen nachgewiesen. Der Landkreis Rottweil war nicht von Virusfeststellungen betroffen.
Besorgniserregend ist jedoch die nach wie vor hohe Zahl von Virusnachweisen vor allem in der Mitte, im Norden und Osten von Deutschland: Allein in der ersten Märzhälfte wurde das H5N8-Virus in 97 Fällen bei Wildvögeln und 12 Fällen bei Hausgeflügel festgestellt. Insgesamt verläuft das derzeitige H5N8-Seuchengeschehen bei Wildvögeln und Hausgeflügel wesentlich heftiger als die H5N1-Geflügelpest in den Jahren 2006 bis 2007.

Im gesamten Jahr 2006 wurde das H5N1-Virus zum Beispiel in Baden-Württemberg in lediglich 17 Fällen nachgewiesen. Positiv ist beim aktuellen Geschehen allein, dass weltweit keine einzige menschliche Erkrankung mit dem H5N8-Virus registriert wurde.