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Donnerstag, 12. Dezember 2019
Start Land­kreis Rott­weil The­re­sia Buch­holz: Wir ste­hen zu unse­ren Wer­ten und wir sind welt­of­fen

Theresia Buchholz: Wir stehen zu unseren Werten und wir sind weltoffen

Vol­ker Kau­der zu Besuch im Kin­der­gar­ten in Lau­ter­bach


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Lau­ter­bach. Die Her­aus­for­de­run­gen wer­den nicht gerin­ger, eher mehr: The­re­sia Buch­holz, seit fast drei Jahr­zehn­ten im Geschwis­­ter-Hei­­ne-Kin­­der­gar­­ten in Lau­ter­bach tätig, davon die meis­te Zeit über als Lei­te­rin der Ein­rich­tung, hat alle Ent­wick­lun­gen und Ver­än­de­run­gen haut­nah mit­er­lebt.

Und sie konn­te beim Besuch des Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Vol­ker Kau­der fest­stel­len, dass „wir in unse­rer Gemein­de wie­der mehr Kin­der haben, wie es in einer Pres­se­mit­tei­lung heißt. Drei Kin­der in einer Fami­lie sind gar nicht so sel­ten.“ Ein eher über­ra­schen­der Trend, mit  Aus­wir­kun­gen für die Pla­nung hin­sicht­lich der Grup­pen­an­zahl und auch deren Grö­ßen.

Ein wei­te­rer Trend, das in wei­ten Berei­chen fest­zu­stel­len­de ver­än­der­te Ver­hal­ten der Kin­der, ist aber eben­falls nicht zu über­se­hen: „Oft­mals fehlt der Respekt der Kin­der gegen­über Anwei­sun­gen und hin­sicht­lich dem, was frü­her ganz nor­mal war.“ Die Arbeit im Kin­der­gar­ten wird nicht leich­ter, auch weil die Erzie­hungs­leis­tung der Eltern häu­fig nicht mehr so vor­han­den ist, wie dies frü­her ganz selbst­ver­ständ­lich der Fall war.

Damit kommt einer Ein­rich­tung wie dem Kin­der­gar­ten ent­schei­den­de Bedeu­tung zu, denn „was in die­sen Jah­ren geschieht, ist für die Kin­der in wei­ten Tei­len prä­gend für das gan­ze Leben.“ So der CDU-Poli­­ti­ker, der sei­ne dies­jäh­ri­ge Som­mer­tour unter das Mot­to „Gerüs­tet für die Zukunft“ gestellt hat­te.

Die Grund­la­gen schaf­fen für ein gelin­gen­des Leben: eine gro­ße und wich­ti­ge Auf­ga­be. Dar­um ging es in dem sehr inten­si­ven Gespräch, an dem neben „The­si“ Buch­holz, die stell­ver­tre­ten­de Kin­der­gar­ten­lei­te­rin Sil­ke Mich­ler und die Eltern­bei­rats­vor­sit­zen­de Son­ja Höchs­ter teil­nah­men wie auch  Rolf Buch­holz und Erich Feh­ren­ba­cher als Mit­glie­der des Gemein­de­rats. Dass sich „Zukunft im Kin­der­gar­ten ent­schei­det“, hat­te Rolf Buch­holz für den ein­la­den­den CDU-Orts­­ver­­­band als Über­schrift über das Tref­fen geschrie­ben und damit die Bedeu­tung die­ser Ein­rich­tung unter­stri­chen.

Dass alle glück­lich sind über die ein­zig­ar­ti­ge Kon­stel­la­ti­on, nach der im Jahr  1982 die Kin­der­gär­ten Lau­ter­bach und Sulz­bach in das Eigen­tum der Geschwis­­ter-Hei­­ne-Stif­­tung über­ge­gan­gen sind, wur­de eben­falls betont wie sich Vol­ker Kau­der über die christ­li­che Ori­en­tie­rung der Ein­rich­tung freu­te. The­re­sia Buch­holz: „Wir beken­nen uns dazu, dass wir ein katho­li­scher Kin­der­gar­ten sind. Dies wird sicht­bar beim Mor­gen­kreis wie auch dabei, dass wir die christ­li­chen Fes­te ganz selbst­ver­ständ­lich bege­hen.“ Ohne Wenn und Aber. Und dabei gebe es auch über­haupt kei­ne Pro­ble­me mit Flücht­lings­kin­dern und ihrem mus­li­mi­schem Hin­ter­grund. „Wir sind welt­of­fen“, sag­te sie. Kurz, knapp und tref­fend. Es scheint, mit einem kla­ren Stand­punkt kann Inte­gra­ti­on, kann das Mit­ein­an­der bes­ser gelin­gen als wenn man sich weg duckt und sei­ne Wer­te ver­steckt.

In die­sem Jahr wird der Lau­ter­ba­cher Kin­der­gar­ten 50 Jah­re alt. „Heu­te wür­de man man­ches anders machen“, erläu­ter­te die Kin­der­gar­ten­lei­te­rin beim Rund­gang durch das Gebäu­de. Doch so wie das Haus steht, ist es nun mal. Die Kon­zep­ti­on, vor zehn Jah­ren neu ent­wor­fen, mit jeweils einem eige­nen Motiv für ein gan­zes Jahr, zusätz­li­che Anfor­de­run­gen und Her­aus­for­de­run­gen und ihnen gerecht zu wer­den, machen die Arbeit nicht gera­de leich­ter. Was Vol­ker Kau­der zu höchs­tem Lob über die erbrach­te Leis­tung für alle Erzie­he­rin­nen (der­zeit lei­der kei­ne männ­li­che Erzie­hungs­kraft, was er und alle Betei­lig­ten sehr bedau­ern) ani­mier­te: „Zu all dem gehört sicher­lich viel Kraft und auch Geld dazu.“ Was The­re­sia Buch­holz schmun­zelnd rela­ti­vier­te: „Ich glau­be, mit der Geduld ist es bei mir nicht so weit her.“

Aber mit Wün­schen zu Ver­bes­se­run­gen aber schon. Denen nach klei­ne­ren Grup­pen („Wir kön­nen uns häu­fig nicht aus­rei­chend genug um das ein­zel­ne Kind küm­mern“), nach mehr Per­so­nal und nach bes­se­rer Bezah­lung.

Wie­wohl die Bun­des­po­li­tik dabei nicht der rich­ti­ge Ansprech­part­ner ist: die Dis­kus­si­on dar­über und über die Wert­schät­zung derer, die die­se so wich­ti­ge Tätig­keit ver­rich­ten, erbrach­te die unein­ge­schränk­te Über­ein­stim­mung aller Betei­lig­ten. Auch dar­über, dass das Sozi­al­pres­ti­ge des Berufs­bilds Erzie­he­rin gestärkt wer­den müs­se, wie Vol­ker Kau­der fest­stell­te.

Spü­ren und erle­ben  konn­te er bei die­sem 1 ½ stün­di­gen Besuch eben­falls, mit welch erfri­­schend-opti­­mis­­ti­­scher Grund­stim­mung der Kin­der­gar­ten Lau­ter­bach samt sei­ner „Filia­le“ in Sulz­bach geführt wird: auch und gera­de ange­sichts stei­gen­der Her­aus­for­de­run­gen in einer Gesell­schaft, die zuneh­mend hete­ro­ge­ner und plu­ra­lis­ti­scher wird.

Umso mehr gilt, was Rolf Buch­holz for­mu­liert in Anleh­nung an das Mot­to der Vol­ker-Kau­­der-Som­­mer­­tour for­mu­liert hat­te: „Zukunft ent­schei­det sich im Kin­der­gar­ten.“ Gera­de auch für die der­zeit ins­ge­samt 103 Kin­der in bei­den Kin­der­gär­ten samt der eben­falls gut ange­nom­men Kita.

 

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