Theresia Buchholz: Wir stehen zu unseren Werten und wir sind weltoffen

Volker Kauder zu Besuch im Kindergarten in Lauterbach

Lauterbach. Die Herausforderungen werden nicht geringer, eher mehr: Theresia Buchholz, seit fast drei Jahrzehnten im Geschwister-Heine-Kindergarten in Lauterbach tätig, davon die meiste Zeit über als Leiterin der Einrichtung, hat alle Entwicklungen und Veränderungen hautnah miterlebt.

Und sie konnte beim Besuch des Bundestagsabgeordneten Volker Kauder feststellen, dass „wir in unserer Gemeinde wieder mehr Kinder haben, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Drei Kinder in einer Familie sind gar nicht so selten.“ Ein eher überraschender Trend, mit  Auswirkungen für die Planung hinsichtlich der Gruppenanzahl und auch deren Größen.

Ein weiterer Trend, das in weiten Bereichen festzustellende veränderte Verhalten der Kinder, ist aber ebenfalls nicht zu übersehen: „Oftmals fehlt der Respekt der Kinder gegenüber Anweisungen und hinsichtlich dem, was früher ganz normal war.“ Die Arbeit im Kindergarten wird nicht leichter, auch weil die Erziehungsleistung der Eltern häufig nicht mehr so vorhanden ist, wie dies früher ganz selbstverständlich der Fall war.

Damit kommt einer Einrichtung wie dem Kindergarten entscheidende Bedeutung zu, denn „was in diesen Jahren geschieht, ist für die Kinder in weiten Teilen prägend für das ganze Leben.“ So der CDU-Politiker, der seine diesjährige Sommertour unter das Motto „Gerüstet für die Zukunft“ gestellt hatte.

Die Grundlagen schaffen für ein gelingendes Leben: eine große und wichtige Aufgabe. Darum ging es in dem sehr intensiven Gespräch, an dem neben „Thesi“ Buchholz, die stellvertretende Kindergartenleiterin Silke Michler und die Elternbeiratsvorsitzende Sonja Höchster teilnahmen wie auch  Rolf Buchholz und Erich Fehrenbacher als Mitglieder des Gemeinderats. Dass sich „Zukunft im Kindergarten entscheidet“, hatte Rolf Buchholz für den einladenden CDU-Ortsverband als Überschrift über das Treffen geschrieben und damit die Bedeutung dieser Einrichtung unterstrichen.

Dass alle glücklich sind über die einzigartige Konstellation, nach der im Jahr  1982 die Kindergärten Lauterbach und Sulzbach in das Eigentum der Geschwister-Heine-Stiftung übergegangen sind, wurde ebenfalls betont wie sich Volker Kauder über die christliche Orientierung der Einrichtung freute. Theresia Buchholz: „Wir bekennen uns dazu, dass wir ein katholischer Kindergarten sind. Dies wird sichtbar beim Morgenkreis wie auch dabei, dass wir die christlichen Feste ganz selbstverständlich begehen.“ Ohne Wenn und Aber. Und dabei gebe es auch überhaupt keine Probleme mit Flüchtlingskindern und ihrem muslimischem Hintergrund. „Wir sind weltoffen“, sagte sie. Kurz, knapp und treffend. Es scheint, mit einem klaren Standpunkt kann Integration, kann das Miteinander besser gelingen als wenn man sich weg duckt und seine Werte versteckt.

In diesem Jahr wird der Lauterbacher Kindergarten 50 Jahre alt. „Heute würde man manches anders machen“, erläuterte die Kindergartenleiterin beim Rundgang durch das Gebäude. Doch so wie das Haus steht, ist es nun mal. Die Konzeption, vor zehn Jahren neu entworfen, mit jeweils einem eigenen Motiv für ein ganzes Jahr, zusätzliche Anforderungen und Herausforderungen und ihnen gerecht zu werden, machen die Arbeit nicht gerade leichter. Was Volker Kauder zu höchstem Lob über die erbrachte Leistung für alle Erzieherinnen (derzeit leider keine männliche Erziehungskraft, was er und alle Beteiligten sehr bedauern) animierte: „Zu all dem gehört sicherlich viel Kraft und auch Geld dazu.“ Was Theresia Buchholz schmunzelnd relativierte: „Ich glaube, mit der Geduld ist es bei mir nicht so weit her.“

Aber mit Wünschen zu Verbesserungen aber schon. Denen nach kleineren Gruppen („Wir können uns häufig nicht ausreichend genug um das einzelne Kind kümmern“), nach mehr Personal und nach besserer Bezahlung.

Wiewohl die Bundespolitik dabei nicht der richtige Ansprechpartner ist: die Diskussion darüber und über die Wertschätzung derer, die diese so wichtige Tätigkeit verrichten, erbrachte die uneingeschränkte Übereinstimmung aller Beteiligten. Auch darüber, dass das Sozialprestige des Berufsbilds Erzieherin gestärkt werden müsse, wie Volker Kauder feststellte.

Spüren und erleben  konnte er bei diesem 1 ½ stündigen Besuch ebenfalls, mit welch erfrischend-optimistischer Grundstimmung der Kindergarten Lauterbach samt seiner „Filiale“ in Sulzbach geführt wird: auch und gerade angesichts steigender Herausforderungen in einer Gesellschaft, die zunehmend heterogener und pluralistischer wird.

Umso mehr gilt, was Rolf Buchholz formuliert in Anlehnung an das Motto der Volker-Kauder-Sommertour formuliert hatte: „Zukunft entscheidet sich im Kindergarten.“ Gerade auch für die derzeit insgesamt 103 Kinder in beiden Kindergärten samt der ebenfalls gut angenommen Kita.

 

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