Alko­hol­ab­hän­gig­keit ist eine der häu­figs­ten Such­ter­kran­kun­gen in unse­rer Gesell­schaft. Die AOK legt dazu aktu­el­le Zah­len für den Kreis Rott­weil vor:

Wie aus einer jetzt von der AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg vor­ge­leg­ten Sta­tis­tik auf Grund­la­ge der Dia­gno­sen ihrer Ver­si­cher­ten her­vor­geht, gab es im zurück­lie­gen­den Jahr in Baden-Würt­tem­berg fast 19.000 Kran­ken­haus­fäl­le wegen alko­hol­be­ding­ter Stö­run­gen. Seit eini­gen Jah­ren sinkt die­se Zahl aller­dings, in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren im Durch­schnitt jähr­lich um 4,6 Pro­zent.

Auch im Land­kreis Rott­weil gab es seit 2013 laut AOK einen rück­läu­fi­gen Trend. Aller­dings ist 2017 die Zahl der Men­schen, die wegen Alko­hol­miss­brauchs sta­tio­när in Behand­lung waren, erst­mals wie­der gestie­gen, näm­lich auf 312 Per­so­nen, 49 mehr als im Vor­jahr.

Davon wur­den 116 Per­so­nen wegen eines aku­ten Rauschs in eine Kli­nik ein­ge­lie­fert. Auch bei die­sem soge­nann­ten „Koma­trin­ken“ kam es nach einem lang­jäh­ri­gen Rück­gang der Fall­zah­len 2017 erst­mals wie­der zu einem Anstieg. Aller­dings wur­de das hohe Aus­gangs­ni­veau von 2013 (135 Fäl­le) noch nicht erreicht.

Am häu­figs­ten tritt Koma­trin­ken bei der Alters­grup­pe der 15- bis 19-Jäh­ri­gen auf. Die Quo­te der Betrof­fe­nen inner­halb der jewei­li­gen Alters­grup­pe ist bei 15- bis 19-Jäh­ri­gen fast dop­pelt so hoch wie bei 20- bis 24-Jäh­ri­gen. Außer­dem auf­fäl­lig: es sind in die­ser jün­ge­ren Alters­grup­pe fast gleich vie­le jun­ge Frau­en wie Män­ner betrof­fen. In den höhe­ren Alters­grup­pen sind es deut­lich mehr Män­ner, die im Voll­rausch in eine Kli­nik kom­men.

Prä­ven­ti­on wei­ter wich­tig

„Die Ent­wick­lung zeigt, dass wir wei­ter­hin prä­ven­tiv gegen Alko­hol­miss­brauch tätig sein müs­sen“, sagt Giu­sep­pe Palil­la. Er lei­tet bei der AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg den Sozia­len Dienst und unter­stützt gemein­sam mit sei­nem Team von 16 Sozi­al­päd­ago­gin­nen und ‑päd­ago­gen in der Regi­on auch Ver­si­cher­te mit Such­ter­kran­kun­gen.

Der lang­fris­ti­ge Trend weist sicher­lich nach unten, aber die Prä­ven­ti­on von Alko­hol­miss­brauch bleibt eine dau­er­haf­te Auf­ga­be. Trin­ken bis zum Rausch stellt ins­be­son­de­re bei Jugend­li­chen ein erhöh­tes gesund­heit­li­ches Risi­ko dar.

Jugend­li­che, die beson­ders früh mit dem Alko­hol­trin­ken anfan­gen, haben auch ein erhöh­tes Risi­ko, im spä­te­ren Leben einen pro­ble­ma­ti­schen Umgang mit Alko­hol oder sogar eine Abhän­gig­keit zu ent­wi­ckeln.“ Aus die­sem Grund för­dert die AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg seit Jah­ren Prä­ven­ti­ons­pro­jek­te der kom­mu­na­len Sucht­be­auf­trag­ten.

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