NRWZ.de, 1. Juni 2021, Autor/Quelle: Wolf-Dieter Bojus

Trotz fallender Ansteckungszahlen: „Ein schlimmer Monat“

Landrat Michel zur Corona-Lage

„Die Region ist heruntergekommen“ – natürlich hat Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel diese Aussage nicht so gemeint, wie man sie verstehen könnte, wenn man sie außerhalb ihres Zusammenhangs zitiert. Was er meinte, war etwas Erfreuliches: Die Infektionszahlen mit dem Corona-Virus sind zurückgegangen.

Immerhin haben sich im Monat Mai noch rund 800 Menschen mit dem gefährlichen Virus angesteckt (Michel: „Ein schlimmer Monat!“), aber mit deutlich abnehmender Tendenz; im April („verheerend“) waren es noch 1200 gewesen. Die Folge der nachlassenden Ansteckung: Der Kreis fällt aus der Bundes-Notbremse heraus (s. eigener Artikel). Nun sei das nächste Ziel eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50, „aber ein größerer Ausbruch in einer Schule oder einer Firma könnte alles zunichte machen“, warnte der Landrat. Außerdem müsse man abwarten, wie sich die Infektionszahlen entwickeln, wenn die Urlauber wieder zurück im Land seien, wie Gesundheitsamtsleiter Dr. Heinz-Joachim Adam sagte. „Das wird man erst in der 25. Kalenderwoche feststellen können“, vermutete Michel – also zwischen dem 21. und dem 27. Juni.

Öffnungsschritt zwei in 14 Tagen?

Mit dem Wegfall aus der Bundesnotbremse tritt nun, wie Ordnungsamtschef Thomas Seeger mitteilte, ein weiterer Automatismus in Kraft – unter der Voraussetzung, dass die Inzidenz weiter sinkt, ohne dass ein bestimmter Wert erreicht werden muss („Öffnungsschritt 2“), beispielsweise dürfen dann Gaststätten bis 22 Uhr offen bleiben, bei kulturellen Veranstaltungen sind mehr Zuschauer möglich. Zwei Wochen später kann, unter gleichen Voraussetzungen, Öffnungsschritt drei folgen. Auf eine weitere Änderung machte Seeger aufmerksam: Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren müssen keine FFP2-Maske tragen, sondern es reicht eine OP-Maske, wenn Masken vorgeschrieben sind.

40,7 Prozent haben Erstimpfung

Im Kreis Rottweil wurden bisher 66.257 Impfungen vorgenommen, „vollständig geimpft sind 20.758“, sagte Michel. Detailliert: Im Kreisimpfzentrum wurden 42.700 Impfungen gesetzt, davon13.500 Zweitimpfungen; die Hausärzte haben 21.000 Menschen geimpft (davon sind 4700 Zweitimpfungen), und die Mobilen Impftrupps haben 2500 Menschen zweimal geimpft. Dabei sind allerdings viele Menschen, die sich im Rottweiler Kreisimpfzentrum haben impfen lassen, nicht aus dem Kreis; andererseits haben sich auch viele Kreisbewohner in anderen Landkreisen impfen lassen. Hierüber gibt die Statistik des Sozialministerium Auskunft, wie Michel erwähnte: Demnach sind (Stand 30. Mai) rund 57.000 Menschen aus dem Kreis Rottweil geimpft (40,7 Prozent der Bevölkerung), davon 22.000 oder 15,7 Prozent vollständig. „Sehr erfreulich, da stehen wir bei den vergleichbaren Kreisen auf Platz eins“, sagte der Landrat bei der telefonischen Pressekonferenz.

In den Heimen im Kreis sind, neben vier Bewohnern, auch elf Pflegepersonen angesteckt worden, keiner von ihnen war geimpft.

Trotz fallender Ansteckungszahlen: „Ein schlimmer Monat“